Der batterieelektrische Mercedes-Benz eActros startet mit einer weiteren Kundenerprobung: bei Netto Marken Discount im Großraum Hamburg. Der Lebensmitteldiscounter testet den schweren E-Lkw für die Versorgung seiner Hamburger Filialen mit beispielsweise Obst, Gemüse, Molkereiprodukten aber auch mit Trockensortiment.

Pro Tag fährt der eActros in Hamburg drei bis vier Touren und legt dabei häufig Strecken von über 100 Kilometern zurück. Das Fahrzeug wird zwischen den Touren auf dem Betriebshof der Netto Niederlassung in Henstedt-Ulzburg vor den Toren Hamburgs aufgeladen. Für den Einsatz bei Netto haben die Experten von Mercedes-Benz Lkw das Fahrzeug zudem mit der von der EU-Richtlinie für alternative Antriebe vorgesehenen „Zusatztonne“ zugelassen. So darf der eActros bei Netto ein zulässiges Gesamtgewicht von 26 Tonnen statt den bisherigen 25 Tonnen aufweisen und damit eine Tonne mehr Ladung transportieren.

Patrick Gentner, Key-Account-Manager bei Mercedes-Benz Lkw: „Vor über zwei Jahren sind wir mit der sogenannten ‚Innovationsflotte‘ zur Erprobung des batterieelektrischen eActros gestartet. Bereits in der ersten Testphase war der eActros im Transport temperaturgeführter Produkte in verschiedenen Städten im Einsatz. Wir freuen uns sehr, dass Netto Marken-Discount als unser langjähriger und geschätzter Partner nun auch an der intensiven Kundenerprobung des Mercedes-Benz eActros für den schweren Verteilerverkehr teilnimmt. Gerade der urbane Transport gekühlter Lebensmittel ist ein wichtiger Anwendungsfall für den batterieelektrischen eActros, der nun mit großen Schritten auf die Serienproduktion im kommenden Jahr zugeht.“

Christina Stylianou, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Netto Marken-Discount: „Netto engagiert sich schon lange dafür, den Energieverbrauch kontinuierlich zu senken und die Lieferkette nachhaltiger zu gestalten. Dazu gehört auch die stetige Optimierung unserer Logistikabläufe. Mit dem E-Lkw von Mercedes-Benz wollen wir einen neuen Weg testen, den CO2-Ausstoß auf den Straßen weiter zu reduzieren.“

Kühl-Wechselkoffer mit elektrischem Kühlgerät von Schmitz Cargobull

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Bei dem Kühl-Wechselkoffer des von Netto eingesetzten eActros handelt es sich um das Modell „W.KO COOL“ von Schmitz Cargobull. Er verfügt über eine optimierte Isolierung für den energieeffizienten Transport von kühlpflichtiger Ware. Der robuste Aufbau ist ideal für den intensiven täglichen Einsatz geeignet. Das rein elektrisch betriebene Kühlgerät arbeitet vollkommen emissionsfrei und ist speziell für den Einsatz im Verteilerverkehr ausgelegt. Auch in der zweiten Testphase des eActros werden die Aufbauten der Fahrzeuge größtenteils von Schmitz Cargobull zur Verfügung gestellt.

Boris Billich, Vorstand Schmitz Cargobull: „Als zuverlässiger und innovativer Partner der Transport- und Logistikbranche treibt Schmitz Cargobull umweltfreundliche Transportkonzepte für elektrisch angetriebene Lieferfahrzeuge weiter voran. Mit dem elektrisch betriebenen Kühl-Wechselkoffer, den Netto mit dem eActros im Einsatz hat, bieten wir ein zukunftsfähiges ökologisches Nahversorgungskonzept für den innerstädtischen Bereich. Durch unsere Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz sammeln wir wertvolle Erfahrungen für ein gemeinsames Energiemanagement.“

Zahlreiche aus der ersten Phase gewonnene Erkenntnisse

Seit 2020 befindet sich der eActros in der zweiten Phase seiner Praxiserprobung als Teil der sogenannten „Innovationsflotte“. Zu den zahlreichen bei den Praxistests gewonnenen Erkenntnissen zählt, dass sich die rund 200 Kilometer Reichweite des eActros als absolut realistisch erwiesen haben – unabhängig von Zuladung, Streckenverlauf oder Topografie. Der eActros steht im städtischen Verkehr, bei Autobahn- oder Überlandfahrten einem konventionellen Diesel-Lkw in Sachen Verfügbarkeit und Leistungserbringung in nichts nach. Das Kühlsystem für die Ladung aber auch die Klimaanlage – beide elektrisch betrieben – haben sowohl bei extremer Hitze als auch bei winterlichen Verhältnissen ohne Einschränkungen funktioniert. Fahrer zeigen sich sehr angetan von der durchgängigen Verfügbarkeit des Drehmoments über den gesamten Geschwindigkeitsbereich hinweg. Zudem berichten sie insbesondere auch von der leisen Fahrweise und einem angenehmen, ruhigen Fahrgefühl. Hinzu kommt, dass bei vorausschauender Fahrweise durch Rekuperation elektrische Energie zurückgewonnen werden kann.

Der eActros: lokal CO2-neutrale Alternative für den urbanen Verteilerverkehr

Der eActros basiert auf dem Rahmen des Mercedes-Benz Actros. Darüber hinaus ist die Architektur des Fahrzeugs jedoch komplett auf den Elektroantrieb ausgerichtet und verfügt über einen hohen Anteil spezifischer Teile. Zwei Elektromotoren nahe den Radnaben der Hinterachse bilden den Antrieb mit einer Leistung von jeweils 126 kW und einem maximalen Drehmoment von je 485 Nm. Daraus ergeben sich nach der Übersetzung jeweils 11.000 Nm. Eine Leistung, die der eines konventionellen Lkw ebenbürtig ist. Lithium-Ionen-Batterien mit 240 kWh liefern die Energie für den eActros. In Abhängigkeit der verfügbaren Ladeleistung lassen sich die Batterien innerhalb von zwei Stunden (bei 150 kW) vollständig aufladen.

Die Entwicklung und Erprobung der schweren Elektro-Lkw im Verteilerverkehr wird im Rahmen des Projekts „Concept ELV²“ zu verschiedenen Teilen vom Bundesumweltministerium (BMU) sowie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Der eActros in Serie: herausragende Performance

Der Serien-eActros wird dem bisherigen Prototyp in einigen Punkten – wie beispielsweise der Reichweite, der Antriebsleistung und der Sicherheit – deutlich überlegen sein. Der eActros wird als Zwei- und Dreiachser auf den Markt kommen. Die Serienproduktion soll 2021 im Werk Wörth am Rhein anlaufen. Darüber hinaus wird Daimler Trucks das Fahrzeug in ein ganzheitliches Ökosystem einbetten, das auch Beratungsangebote rund um E-Mobilität umfasst. Dazu zählen Routenanalysen, Überprüfung möglicher Subventionen, Unterstützung bei der operativen Flottenintegration und die Erarbeitung passender Ladeinfrastrukturlösungen.

Quelle: Daimler AG

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