Mit der neuen S-Klasse bietet Mercedes-Benz erstmals eine Hinterachslenkung an, die grundsätzlich optional in zwei verschiedenen Varianten erhältlich ist: mit 4,5 Grad sowie mit bis zu 10 Grad Lenkradanpassung. Die Variante ist sowohl für die S-Klasse Lang- wie auch in der Kurzversion, wie auch im neuen Maybach-Modell erhältlich.

Besserer Blick auf die Hinterachslenkung der neuen S-Klasse BR223 #V223 #W223 #Z223

Hinterachslenkung mit bis zu 10 Grad Lenkeinschlag

Mit der Hinterachslenkung mit bis zu 10 Grad Lenkwinkel zeigt Mercedes-Benz seinen Führungsanspruch – und das sogar beim Einparken. Das Fahrzeug wirkt so fast so handlich, wie ein Kompaktwagen, wenn man rangiert. Bei höherem Tempo nutzt man dabei die Souveränität des langen Radstands.

Bei Geschwindigkeiten von weniger als 60 km/h lenken die Hinterräder dabei in die entgegengesetzte Richtung der Vorderräder – beim Einparken um bis zu 10° gegen den Vorderachswinkel. Der Radstand verkürzt sich situationsabhängig virtuell und das Fahrzeug fährt dadurch wendiger, leichtfüßiger und agiler. Man spürt das außerdem beim Abbiegen, bei zügigen Richtungswechseln und beim Rangieren.

Besserer Blick auf die Hinterachslenkung der neuen S-Klasse

Mitlenkung ab 60 km/h in die gleiche Richtung

Ab einer Geschwindigkeit von mehr als 60 km/h lenken die Hinterräder bis zu 3° in die gleiche Richtung wie die Vorderräder. Der dadurch virtuell verlängerte Radstand bietet für dabei spürbare Vorteile: eine erhöhte Fahrstabilität und Fahrsicherheit bei hohen Geschwindigkeiten, schnellen Spurwechseln oder plötzlichen Ausweichmanövern.

Zudem müssen bei dynamischen Manövern, etwa bei der Fahrt auf einer Landstraße, deutlich weniger Lenkwinkel aufgebracht werden – und das Fahrzeug reagiert sportlicher auf Lenkbefehle. Realisiert wird diese Funktion über die Integrierte Fahrdynamikregelung des ESP.

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Die Bestandteile des Systems:

  • vier geschwindigkeitsabhängige Lenkstrategien:
    • Parken mit starker Wendekreisreduzierung (bis 10° Lenkwinkel gegensinnig der Vorderachse) um fast zwei Meter
    • City-Wendigkeit (bis 4,5° Lenkwinkel gegensinnig der Vorderachse), aktiv bis ca. 60 km/h
    • Hochgeschwindigkeitsstabilisierung (bis 2,5° Lenkwinkel gleichsinnig der Vorderachse)
    • Fahrdynamikerhöhung (bis 3° Lenkwinkel gleichsinnig oder gegensinnig der Vorderachse, je nach Fahrsituation), aktiv ab ca. 60 km/h, gesteuert von der Integrierten Fahrdynamikregelung des ESP.
  • Schneekettenmodus zur angepassten Ansteuerung der Hinterachslenkung bei winterlichen Verhältnissen bei einem maximalem Lenkwinkel der Hinterachse von 4,5°
  • Inszenierung der Hinterachslenkung im Zentral-Display
    • Darstellung des aktuellen Hinterachslenkwinkels
    • Einblendung des aktuellen Spurkreises beim Parken
  • Lenkfähigkeit der Hinterachse über einen elektromechanischen Zentralsteller mit Trapezgewinde

Aktuatoren mit einer Stellkraft von 11 kn

Die Aktuatoren der Hinterachslenkung der neuen S-Klasse verfügen über eine Stellkraft von 11 kn, was den Einsatz in Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen Gewicht ermöglicht und kann dazu auch zukünftig bei batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) eingesetzt werden. Das System selbst nutzt die “Steer-by-wire” Technologie und arbeitet mit den aktuellen Park- und Lenkassistenten direkt zusammen. Die aktive Hinterachslenkung (AKC) kommt übrigens vom Zulieferer ZF,  die Produktion erfolgt an dessen Standort Lebring in Österreich.

Besserer Blick auf die Hinterachslenkung der neuen S-Klasse

Die Hinterachslenkung wird Mercedes-Benz zukünftig auch in anderen Baureihen anbieten -auch unterhalb der Oberklasse, jedoch in anderen Auslegungen bzw. Lenkwinkeln. Mehr dazu in wenigen Wochen bei uns.

Bilder: Daimler AG

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