Wenn die Formel 1 am kommenden Wochenende in Österreich auf die Rennstrecke zurückkehrt, tritt sie in einer Welt an, die sich seit dem letzten Zusammentreffen der Teams Anfang März in Melbourne grundlegend verändert hat. Die gemeinsame Antwort des F1 Sports auf die Covid-19-Pandemie in Form von „Project Pitlane“ hat die besten Fähigkeiten gezeigt, die die Formel 1 zu bieten hat.

Doch in den vergangenen fünf Wochen hat die „Black Lives Matter“-Bewegung ins Scheinwerferlicht gerückt, wie sehr man neue Maßnahmen und aktives Handeln im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung in jeder Form benötigt. Das Team ist stolz auf seine Kultur und Werte und würdigt den Beitrag jedes Mitglieds. Doch nur drei Prozent der Silberpfeil-Belegschaft identifizieren sich als Angehörige ethnischer Minderheiten und nur 12 Prozent der Angestellten sind Frauen. Dieser Mangel an Vielfalt zeigt, dass man neue Ansätze entwickeln muss, um auch die Talente anzusprechen, die man derzeit nicht erreicht. Das Team ist sich bewusst,das es stärker ist,  wenn man Talente aus dem größtmöglichen Bereich anziehen kann und ist deshalb fest entschlossen, , diese Herausforderung durch positive Maßnahmen zu begegnen.

Aus diesem Grund hat  das Team beschlossen, in der Saison 2020 mit einer komplett schwarzen Grundlackierung anzutreten – als eine öffentliche Verpflichtung, die Vielfalt des Teams zu verbessern, und als ein klares Statement, dass man gegen Rassismus und jede Form von Diskriminierung steht. Auf dem Halo beider Autos wird der Aufruf „End Racism“ zu sehen sein, zudem wird die gemeinsame Formel 1-Initiative #WeRaceAsOne auf den Rückspiegeln der W11 Rennwagen einen Platz finden.

Bis zum Ende der Saison wird zusätzlich ein Vielfalts- und Integritätsprogramm bekanntgeben, das unter anderem die folgenden Aspekte beinhalten wird: die Fortsetzung des Zuhörens und der Schärfung des Bewusstseins unserer Teammitglieder; die forensische Analyse unserer Einstellungs- und Entwicklungsprozesse; die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Interessenvertretern des Sports, um den Zugang dazu zu verbessern; sowie gezielte Bildungsinitiativen, um junge Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen, die eine Karriere in der Formel 1 anstreben, zu ermutigen und unterstützen.

Markus Schäfer, Vorstandsmitglied der Daimler AG, verantwortlich für Konzernforschung, und Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes-AMG Petronas F1 Teams sagte: „In den vergangenen Wochen haben die Ereignisse rund um die Welt noch einmal verstärkt gezeigt, wie wichtig der kontinuierliche Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung jeder Art ist. Bei Mercedes wissen wir, dass die Stärke unseres Unternehmens in der Vielfalt unserer Kolleginnen und Kollegen liegt. Wir sind stolz darauf, eine unserer prominentesten weltweiten Plattformen dafür nutzen zu können, unseren Einsatz für diese grundlegenden Prinzipien unserer Gesellschaft und unseres Business zu signalisieren.

Toto Wolff, Teamchef & Geschäftsführer des Mercedes-AMG Petronas Formel 1 Teams: „Rassismus und Diskriminierung haben keinen Platz in unserer Gesellschaft, unserem Sport und unserem Team: Davon sind wir bei Mercedes fest überzeugt. Doch die richtigen Überzeugungen und die richtige Geisteshaltung sind nicht genug, wenn wir stumm bleiben. Wir möchten daher unsere Stimme und unsere weltweite Plattform nutzen, um uns für Respekt und Gleichberechtigung einzusetzen. Die Silberpfeile werden in der gesamten Saison 2020 in schwarz antreten, um unser klares Engagement für mehr Vielfalt in unserem Team und unserem Sport zu demonstrieren. Wir werden unsere eigenen Schwächen in diesem Bereich nicht ignorieren oder vor den Fortschritten zurückschrecken, die wir noch erreichen müssen. Unsere Lackierung ist unser öffentliches Versprechen, positive Maßnahmen zu ergreifen. Unser Ziel ist es, die besten Talente mit dem größtmöglichen Hintergrund zu finden und anzuziehen. Wir wollen für sie Wege in unseren Sport finden, um in Zukunft ein stärkeres und vielfältigeres Team aufzubauen. In diesem Zuge möchte ich mich bei unserer Muttergesellschaft Mercedes-Benz sowie unserer Familie an Team-Partnern bedanken, die diese Initiative unterstützt und uns dazu ermutigt haben.

Die Fahrer, allen voran der sechsmalige Weltmeister Lewis Hamilton, stehen im Zentrum des Kampfes gegen Rassismus und Diskriminierung. Lewis hat dazu vor Kurzem die Gründung der Hamilton Commission bekanntgegeben, einer Forschungspartnerschaft mit der Royal Academy of Engineering. Die Hamilton Commission hat es sich zum Ziel gesetzt, herauszufinden, wie der Rennsport dazu genutzt werden kann, um mehr junge Schwarze für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zu interessieren, um sie später in unseren Teams oder anderen Ingenieursbereichen anzustellen. Lewis und Valtteri werden in der Saison 2020 in schwarzen Rennoveralls antreten und auch ihr Helmdesign entsprechend anpassen.

Lewis Hamilton sagte: „Es ist so wichtig, dass wir diesen Moment nutzen, um uns weiterzubilden – egal ob als Einzelperson, als Marke oder als Unternehmen – und um wirkliche, bedeutsame Veränderungen für Gleichberechtigung und Integration umzusetzen. Ich habe in meinem Leben selbst Rassismus erlebt und gesehen, wie meine Familie und meine Freunde Rassismus ausgesetzt waren. Deshalb kommt mein Aufruf zu Veränderungen von Herzen. Als ich mit Toto über meine Hoffnungen gesprochen habe, was wir als Team erreichen können, sagte ich, dass unser Zusammenhalt nun besonders wichtig ist. Ich möchte Toto und dem Vorstand von Mercedes ein riesiges Dankeschön dafür aussprechen, dass sie sich die Zeit genommen haben, um zuzuhören, zu reden, meine Erlebnisse und Leidenschaft wirklich zu verstehen und für das klare Statement, dass wir uns als Unternehmen verändern und verbessern wollen. Wir möchten gemeinsam ein Vermächtnis aufbauen, das über den Sport hinausgeht. Wenn wir die Richtung vorgeben und damit beginnen, für mehr Vielfalt innerhalb unseres Unternehmens zu sorgen, dann senden wir damit eine starke Botschaft und geben anderen das Selbstvertrauen, selbst den Dialog aufzunehmen, um zu sehen, wie sie Veränderungen herbeiführen können.

Valtteri Bottas ergänzt: „In der Welt der Formel 1 kommt es auf Leistung an, aber sie besitzt dennoch viele Hürden für Menschen, deren Herkunft traditionell keinen Teil in unserem Sport gespielt hat. Wir wissen, dass unsere Teams stärker sind, wenn sie unsere Gesellschaft besser repräsentieren. Deshalb ist es wichtig für uns, zusammenzuhalten und unseren Einsatz für Veränderungen zu zeigen. Rassismus und Diskriminierung haben weder in unserem Sport noch in unserer Gesellschaft einen Platz und ich bin stolz darauf, gemeinsam mit dem Team, Lewis und Mercedes-Benz diese wichtige Botschaft zu vertreten.“

Quelle: Daimler AG

 


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