Während einige Hersteller aktuell noch auf die Abgasnorm 6d-TEMP-EVAP-ISC setzt, welche noch größere Spielräum bei den Emissionen zulässt, hat Mercedes-Benz bereits auf die Umstellung auf die Abgasnorm 6d-ISC-FCM gesetzt.  Zahlreiche Modelle dazu sind bereits schon in Kundenhand, weitere Modelle werden noch folgen.

Während die Abgasnorm Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC aktuell die Mindestanforderung und Mindestpflicht für die Zulassungsfähigkeit eines Neuwagens seit dem 01. September 2019 sind und noch dafür bis zum 31.12.2020 ausreichend ist, ist die Euro 6d-ISC-FCM Norm als zukünftige Abgasnorm erst ab 01. Januar 2021 bindend.

Zum aktuellen Zeitpunkt sind somit Fahrzeuge mit der Euro-Norm 6d-TEMP-EVAP-ISC ebenso für Neufahrzeuge zulassungsfähig, wie Euro 6d-ISC und Euro 6d-ISC-FCM. Ab 1. Januar 2021 gilt dies nur noch für Neufahrzeuge, welche die Abgasnorm 6d-ISC-FCM erfüllen.

Euro 6d-ISC FCM Norm gilt bereits ab dem Jahr 2021

Die Euro 6d-ISC-FCM Norm unterscheidet sich gegenüber den anderen Euro 6d-Normen beim Fuel Consumption Monitoring, d.h. das der tatsächliche Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeuges in den Fokus rückt. Dafür wird ein Verbrauchsmessegerät, das On-Board-Fuel Consumption Meter (OBFCM) in die Fahrzeuge installiert. Dabei handelt es sich um eine reine Software, die bei Verbrennungsmotoren den Kraftstoff- und bei Elektrofahrzeugen den jeweiligen Energieverbrauch misst. Bei Plug-In-Hybrid-Modelle werden beide Werte erfasst und zudem darauf geachtet, wie oft elektrisch oder wie oft mit Unterstützung des Verbrennungsmotors gefahren wird.  Die Daten werden über die gesamte Lebensdauer anonymisiert erfasst und müssen ab 2021 zudem an eine von der EU-beauftragte Stelle übertragen werden. Das genaue Prozedere dazu ist bislang aber noch nicht geregelt.

Sowohl Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC, wie auch Euro 6d-ISC und 6d-ISC-FCM müssen ebenso die Prüfbedingungen nach dem Messverfahren WLTP und den Vorgaben EVAP und ISC erfüllen.  Das standardisierte Messverfahren WLTP besteht dabei aus einer Kombination aus dem genormten Labortestzyklus WLTC und den RDE (Real Driving Emissions).

Im Labortest müssen zunächst feste Grenzwerte für alle Abgasnormen eingehalten werden. Der anschließende Straßentest RDE zielt darauf, die Werte aus dem Prüfstand unter realen Bedingungen zu testen, da diese im Straßenbetrieb in der Regel höher ausfallen.

Zwischen den beiden Testzyklen sind bestimmte Abweichungstoleranzen zulässig, die für die Abgasnormenteils unterschiedlich hoch angesetzt sind. Während der Labor-Grenzwert für Stickoxid Nox mit 80 mg pro km beim Diesel, bzw. 60 mg/km beim Benziner für alle Normen identisch sind, liegt der Abweichungsfaktor im RDE-Test bei Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC bei 2,1, welcher bei Euro 6d-ISC und 6d-ISC-FCM nur bei 1,43 liegen darf. Der Labor-Grenzwert für Feinstaub von 4,5 mg/km sowie der Abweichungsfaktor im RDE-Test von 1,5 ist für alle Normen wiederum identisch.

Flächendeckende Umstellung der Modellpalette von Mercedes-Benz

Mercedes-Benz wird seine Modelle flächendeckend mit dem Änderungsjahr 20/1, was in der Produktion ab Juni 2020 betrifft, flächendeckend auf die Euro 6d-ISC-FCM Norm umstellen.

Mit Blick auf die aktuelle Angebotspalette erfüllen aktuell folgende Modelle bereits vorab mit Euro 6d-ISC FCM Norm:

  • A-Klasse (Kompakt sowie Limousine) sowie B-Klasse: alle Benzinvarianten, sowie A 200 d 4MATIC und A 220 d 4MATIC
  • CLA (Coupé und Shooting Brake): alle Benziner
  • GLA und GLB: alle Motorisierungen
  • C-Klasse (Limousine, T-Modell, Cabriolet sowie Coupé): alle Dieselvarianten
  • E-Klasse (Limousine, T-Modell, Cabriolet sowie Coupé): alle Motorisierungen ab Modellpflege (Mopf)
  • GLE / GLE Coupé: GLE 350 d, GLE 400 d, GLE 350 de
  • GLS: GLS 350 d, GLS 400 d

Symbolbilder: Daimler AG


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