Der Gesamtbetriebsrat von Daimler hat nun auf eine Berichterstattung über angebliche interne Papiere des Personalbereichs reagiert, in dem Führungskräfte möglichst schnell und erfolgreich Ausscheidungsgespräche abschließen sollten. Ein erster Bericht dazu hatten die “Stuttgarter Nachrichten” veröffentlicht.

Angebliche interne Papiere für Mitarbeitergespräche

Die Stuttgarter Nachrichten zitierten aus einem Daimler-internen Papier des Personalbereichs, in dem u.a. festgehalten wird, wie Führungskräfte möglichst schnell und erfolgreich Ausscheidungsgespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abschließen sollen. Es gehen demnach darum, die Trennungsabsicht unmissverständlich zu kommunizieren und jeden Eindruck zu vermeiden, dass es noch Spielraum gebe. Jedes Gespräch soll hierzu innerhalb von 15  – spätestens aber nach 30 Minuten – beendet werden. Wenn das Angebot nicht angenommen werde, sollen gar negative Auswirkungen in der Leistungsbeurteilung drohen.

Die Führungskräfte sollten sich auf die unterschiedlichen Reaktionen der Mitarbeiter vorbereiten, dazu gehörten  Aussagen wie: “Jetzt soll ich ausbaden, was das Management verbockt hat” ebenso dazu, wie z.B. auch  “Gerade jetzt ? In dieser unsicheren Zeit?” oder  “Meine Frau/Mann ist schwer krank!“.

Das Manager-Magazin berichtet parallel, wie die Trennungsgespräche geführt werden sollen – und wie die Mitarbeiter unter Druck gesetzt werden können.

Gesamtbetriebsrat stellt klar: “So nicht!”

Der Gesamtbetriebsrat der Daimler AG hat nun auf die aktuelle Berichterstattung eine erste Stellungsnahme veröffentlicht und erinnert hierbei an die zwei Fakten, die man mit der Unternehmensleitung vereinbart habe: die Zukunftssicherung bis Ende 2029, das bis dahin betriebsbedingte Beendigungskündigungen ausgeschlossen sind sowie die Gesamtbetriebsvereinbarung “Move” für indirekte und Verwaltungbereiche, wobei bei Ausscheidungen grundsätzlich die doppelte Freiwilligkeit gilt.

Der Betriebsrat dazu: “Sollte die Berichterstattung vom Wochenende inhaltlich stimmen, stellt das die bisher gute Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung auf eine Bewährungsprobe.” Der Betriebsrat fordert auf, entsprechende Unterlagen anzupassen und sich einem fairen Umgang miteinander zu bekennen.  Eine Stellungsnahme des Konzerns erfolgte bislang nicht.

Symbolbild: Daimler AG


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