Der Sprinter ist ein echter Alleskönner, mit weit über 1000 Varianten ist er so vielseitig wie das sprichwörtliche Schweizer Taschenmesser und im Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Der Sprinter ist auch die perfekte Basis für unterschiedlichste Auf- und Umbauten. Praktisch für alle Branchen gibt es eine maßgeschneiderte Lösung, wie zum Beispiel Kühl-, Liefer-, Rettungsfahrzeug oder Personentransporter.

Aufbauhersteller-Zentrum als Schaltzentrale für individuelle Fahrzeuge

Das Aufbauhersteller-Zentrum (ABH-Zentrum) von Mercedes Benz Vans ist die Schaltzentrale, um aus dem Sprinter ein ganz individuelles Fahrzeug zu machen. Im ABH-Zentrum werden in enger Zusammenarbeit mit externen Unternehmen die Aufbaulösungen entworfen, geprüft und für den Verkauf freigegeben. Rund 90% aller Fahrzeuge werden dabei im Zweirechnungsgeschäft verkauft. Das heißt: hier werden der Sprinter und sein Auf- oder Ausbau getrennt in Auftrag gegeben und abgerechnet.

Sprinter mit Aufbau ist ein Alleskönner

Mit dem Marktstart der neusten Generation des neue Sprinter deckt dieser  erstmals alle drei Antriebsvarianten (d.h.  Vorder-, Hinter- oder Allradantrieb) ab. Damit ergeben sich auch für Aufbauhersteller ganz neue Möglichkeiten.

Aufbaulösungen im Alltag

Nahezu  jeder ist schon mal mit einem Sprinter mit Aufbaulösung in irgendeiner Form in Berührung gekommen. Der Paketbote zum Beispiel ist so ein Fall,  wo im Internet bestellte Pakete häufig mit einem Sprinter mit individueller Aufbaulösung nach Hause geliefert werden.

Aufbaulösung für Paketzusteller

Wie beispielsweise Aufbaulösungen für Paketzustellfirmen aussehen können, zeigen beispielhaft folgende Hersteller: Die Firma Smartbox (aus den Niederlanden), mit seinem Aufbau “Smartbox 3.0” – ist der erste Anbieter, der recycelbare Materialien für den Aufbau verwendet. Herausgekommen ist ein Nutzlast-optimierter Leichtbaukoffer mit Ladeboardwand. So können bis zu 1.100 kg Nutzlast transportiert werden.

Bei der Firma Spier GmbH und Co. Fahrzeugwerke K.G. gibt einen Integralkofferaufbau für Paketzustelldienste. Die Besonderheiten sind hier: der geräumige Einstieg ins Fahrerhaus, feststehende Regale und ein großzügiges Durchgangsmaß, sowohl in der Fahrerkabine und im Laderaum eine zusätzliche niedrige Ladekante. All diese Punkte sind in der Branche besonders wichtig, um ein Einfaches Be- und Entladen zu ermöglichen und erleichtern dem Fahrer zusätzlich die tägliche Arbeit.

Werkstattwagen auf Sprinter-Basis

Ein weiteres Feld, wo spezielle Aufbaulösungen für den Sprinter zum Einsatz kommen, sind Servicetechniker und Handwerker. Diese nutzen ihr Fahrzeug als mobile Werkstatt oder rollendes Ersatzteillager. Wichtig in diesem Arbeitsbereich sind hier: ein individualisierbarer Laderaum, ein Regalsystem oder gar eine integrierte Werkbank. Wie so ein Auf- und Ausbau aussehen kann, zeigen Beispiele der Firmen Bott und Sortimo.

Die Firma Bott GmbH und Co.K.G. bietet mit seinem Aufbau”Vario 3” – z.B. ein perfekt abgestimmtes Regelsystem für den mobilen Service- und Werkstatteinsatz. Ähnliches bietet auch die Sortimo International GmbH  mit der Fahrzeugeinrichtung SR5 an. Zum Aufbau gehören an dieser Stelle beispielsweise ein individuelles Ladungssicherungssystem mit Fachböden, Fächern, Boxen und Schubladen zur Aufbewahrung und Sortierung von Klein- und Großmaterialien

Im Lebensmitteltransport – passende Aufbaulösung mit Kühlung

Frische Lebensmittel werden auch zunehmend von Sprintern mit Aufbaulösung transportiert. Neben der optimalen Nutzung des Laderaumes ist an dieser Stelle vor allem die Kühlung des Laderaumes eine Herausforderung, weil die verschiedenen Lebensmittel unterschiedliche Lagertemperaturen benötigen. Diesen besonderen, zugeschnittenen Lösungen hat sich unter anderem die Firma Carlsen Baltic angenommen. Ihr Aufbau für ein Kühlfahrzeug mit emmissionsfreier (elektrischer Betrieb) Kühlung ermöglicht den Transport von Waren bei 0 bis 5 Grad Celsius. Eine kontinuierliche Kühlung – auch bei Motorstillstand ermöglichen die Solar-Paneele auf dem Dach, welche bis zu 50 % der benötigten Energie für die Kühlung des Laderaumes generieren können.

Rettungswagen – Sprinter ist rollende Notfallambulanz

Ein weiterer Einsatzbereich für Aufbauten für den Sprinter sind Einsatzfahrzeuge im Bereich des Kranken- und Rettungsdienstes. Rettungswagen müssen für die unterschiedlichsten Einsätze gerüstet sein und die benötigten Materialien müssen dafür schnell und einfach erreichbar sein. Dies stellt an den Aufbau besondere Herausforderungen dar. Der Sprinter-Aufbau muss genügend Platz zum Arbeiten lassen, da unter anderem ein Patient mit Sauerstoff versorgt und der Herzschlag mit EKG überwacht werden muss. Selbstverständlich muss auch die Arzneimittelausstattung übersichtlich und schnell griffbereit im Fahrzeug aufbewahrt werden können.

In der Regel besitzt der Rettungswagen auch eine luftgefederte Trage sowie Sitze für Sanitäter. Diese ganzen Punkte und Einbauten führen in Folge häufig zu einem schweren Fahrzeug, bei dem es nicht selten um jedes Kilogramm Gewichtsoptimierung geht. Häufig haben die Rettungsfahrzeuge ein zulässiges Gesamtgewicht von 5,5 Tonnen – der Fahrer des Sprinters benötigt also einen LKW-Führerschein. Wie ein Rettungswagenaufbau dazu aussehen kann, zeigen die Firmen, Fahrtec Systeme GmbH und Ambulanz Mobile GmbH & Co. KG – beides Rettungswagen mit wechselbarem Kofferaufbau samt branchentypischen Einbauten.

Baustelleneinsatz optional auch mit Allradantrieb

Wo lässt sich der Sprinter noch finden? Zum Beispiel auf der Baustelle! Im Baugewerbe wird ein robustes und leistungsstarkes Fahrzeug mit hoher Tonnage, plus entsprechendem Aufbau benötigt. Dieses bietet der Sprinter (wahlweise dann auch mit Allradantrieb) samt entsprechender Lösung eines Aufbauhersteller. Wie die passenden Lösungen aussehen können, zeigt die unter anderem die Firma Meiller Fahrzeug- und Maschinenfabrik GmbH und Co. K.G. mit einer Kipperlösung für den Sprinter. Eine weitere Variante ist auch der Sprinter Aluminium Muldenkipper von JPM SAS.

Sprinter als Minibus

Zu guter Letzt wird der Sprinter sehr häufig auch in der Personenbeförderung eingesetzt. Ob als Minibus im ländlichen Raum oder als Shuttle-Fahrzeug, überall kommen oft die individualisierte Sprinter zum Einsatz. Passagiere wollen aber nicht nur von A nach B transportiert werden, sondern die Zeit im Fahrzeug möglichst angenehm und komfortabel verbringen. Der Sprinter City75 von Mercedes-Benz Minibus GmbH in Dortmund bietet so einen Ausbau – inkl. USB Lademöglichkeiten an den Sitzplätzen, integrierten WiFi Hotspot sowie komfortablen Platz für bis zu 38 Fahrgäste.

Sprinter speziell: als “Hochzeitsbus” für Russland

Die Firma Luidor aus Russland bietet zum Beispiel einen Sprinter als speziellen “Hochzeitsbus” an. Er soll den schönsten Tag des Lebens noch angenehmer machen und bietet Komfortsitze, – die in den Gang verschiebbar sind – , eine verstellbare Rückenlehne sowie Armlehnen und einen Klapptisch. Für ein stimmungsvolles Ambiente sind Gardinen im Fahrzeug vorhanden und für Diskretion gibt es eine Trennwand hinter dem Fahrersitz. Eine große Panoramaverglasung plus LED Ambientebeleuchtung sorgt zusammen mit dem Multimediasystem mit 22-Zoll-Bildschirm für eine angenehme Reise.

Schulbus 18+1 mit Sitz- und Gurtsensoren

Eine weitere Variante ist der Sprinter “Schulbus 18+1” von Arobus aus der Türkei. Mit ihm können 18 Kinder sicher zur Schule und zurück nach Hause gebracht werden. Der Sprinter hat dafür Sitze mit einstellbaren Anschnallgurten sowie Sitzsensoren, ob ein Sitz belegt ist und der Fahrgast angeschnallt ist.

Bilder: ©Philipp Deppe / MBpassion.de sowie Daimler AG


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