Um den Bedarf an Omnibusfahrern abdecken zu können, bildet die Stuttgarter Straßen­bahnen AG (SSB) komplett in Eigenregie aus. Der Nachwuchs wird in eigenen Fahrschulbussen mit eigenem Fahrlehrerpersonal geschult. Für die Modernisierung der Fahrschulflotte haben Thomas Moser, Technischer Vorstand und Vorstandssprecher SSB (links im Bild), und der Leiter der Fahrschule SSB, Markus Ludwig Modlmeir (Mitte), zwei Mercedes-Benz Tourismo von Rüdiger Kappel, Leiter Vertrieb Flotten Daimler Buses Deutschland, entgegengenommen.

Der fahrschulspezifische Ausbau

Mit den auf Fahrschulbetrieb umgerüsteten Fahrzeugen lassen sich sowohl die Anforderungen auf Erlangung der Fahrerlaubnis Klasse D als auch Weiterbildungsmaßnahmen erfüllen. Zu diesem Zweck hat die SSB auf das volle Sicherheitspaket und alle derzeit bei Mercedes-Benz Reisebussen verfügbaren Assistenzsysteme gesetzt. Neben den gängigen Sicherheitsassistenten ESP, ART und ABA 4 können Fahrschüler auf PPC (Predictive Powertrain Control), SPA (Spurassistent), ATAS (Aufmerksamkeits-Assistent) oder auch auf den Assistenten EDF (Eco Driver Feedback) mit individuellen Tipps zur Fahrweise geschult werden. Darüber hinaus kann der Umgang mit einem Unfalldatenspeicher-System (UDS) oder der Reifendruckkontrolle TPM (Tire Pressure Monitoring) trainiert werden.

Die fahrschulspezifischen Umbauten konzentrieren sich fast ausschließlich auf das Cockpit und den Fahrlehrerplatz. Letzterer erhält wegen der langen Verweildauer des Fahrlehrers einen vollwertigen, luftgefederten Fahrlehrersitz. Die Besonderheit dabei: Der Sitz ist anstelle des Reiseleitersitzes montiert und somit in der gesetzlich vorgeschriebenen Reichweite zum Fahrschüler, um gegebenenfalls korrigierend in Fahrmanöver eingreifen zu können. Das zweite Pedalwerk ist vor dem Fahrlehrersitz integriert. Für deren Einbau musste der vordere Kühlschrank weichen, er ist in den hinteren Teil des Fahrzeugs verlegt worden. Sowohl Pedalwerk als auch Fahrlehrersitz können mit wenigen Handgriffen demontiert werden. So lassen sich die beiden Tourismo Busse bei Lastspitzen jederzeit in den normalen Busverkehr einbinden.

Quelle: Daimler AG