Während man mit der Modellpflege der V-Klasse auch einen V 300 d mit 239 PS / 176 kW als Top-Version anbietet, stellt die Basisvariante der V-Klasse die Kompaktlänge mit V 220 d Motorisierung und 163 PS / 120 kW dar. Wir haben die Motorenvariante in der Variante EDITION in der Kurzversion mit 935 kg Nutzlast kurz getestet. Die V-Klasse selbst ist ab  39.631,80 Euro in der Variante RISE erhältlich.

“Einmal bitte Grundausstattung” – für die V-Klasse Basisausstattung

Einmal bitte Grundausstattung” – zumindest das, was uns Mercedes-Benz als Testwagen in der Basismotorisierung des V 220 d in der EDITION Variante bereitstellte, war zwar mit Zubehör versehen, aber die Serienausstattung des Modells ist grundsätzlich noch gut erkennbar. Die Variante EDITION bietet jedoch bereits einiges Zubehör ab Werk an, die das Grundmodell nicht enthält.

Ziemlich wenig Zubehör war jedoch genau unser Ziel – und die bereitgestellte Variante war genau die Version, die im Testwagenpool am nähesten an das Grundmodell herankam. Wir wollten wissen, was man unbedingt braucht – und auf was bei der V-Klasse auch gern verzichtet werden kann. Interessant war aber auch die “Kompaktlänge” des Modells, welches die kürzeste Variante der V-Klasse darstellt und sich dabei vor allen im Stadtverkehr ein wenig bequemer zeigte.

Mit Blick auf die Ausstattungsliste war die größte Position das COMAND Online Navigationssystem für 2.804,83 Euro – gefolgt vom Aktiven Brems-Assistent für 535,50 Euro sowie der Mittelkonsole mit Rollo für 120,19 Euro.

Gegenüber der Serienausstattung bietet das EDITION Model jedoch zusätzlich ua. Sitzheizung vorne, Staunetz, Multifunktionslenkrad in Leder-Nappa, Mittelkonsole mit Rolle, Audio 20 CD mit Touchpad, Colorverglasung im Fond, sowie Ausstellfenster im Fahrgastraum hinten (elektrisch) sowie den Tempomaten an. Weitere Ausstattungsbestandteile sind u.a. 9G-TRONIC, Metalliclackierung, Reserverad, Sportfahrwerk sowie Dachreling. Braucht man mehr oder was braucht man jedoch unbedingt?

Langversion bei Kundenbestellungen meist Standard

Die kompakte Version der V-Klasse besitzt den identischen Radstand, wie die lange Variante – ist aber in der Fahrzeuglänge ein wenig kürzer: 4.895 mm statt 5.140 mm. Die längere Variante besitzt dabei einen größeren Überhang hinter der Hinterachse, ist aber sonst von den Abmessungen identisch. Einen Unterschied gibt es bei der Innenhöhe von lediglich einen Millimeter  mehr bei der kürzeren Variante (1.327 mm), was man aber vernachlässigen kann.

Wer die V-Klasse noch länger möchte, wählt übrigens die Extralange Variante des Modells, die dann nicht nur einen größeren Radstand (3.430 mm) besitzt, sondern sich auf satte 5.370 mm Fahrzeuglänge erstreckt. Beim Sitzplatzangebot bleiben alle Varianten gleich – bei maximal 8 Sitzplätzen (je nach Ausstattung). Man sollte sich also genau überlegen wo man die V-Klasse nutzen will und nach Fahrsituation, Einsatzzweck und urbanen Umfeld dann gezielt die passende Variante wählen.

Unterschiedliches Kofferraumvolumen und Platzangebot im Interieur

Den größten Unterschied machen die Modelle beim Kofferraumvolumen, er geht von 610 auf 1.030 bzw. 1.410 Litern – je nach Fahrzeuglänge. Beim Wendekreis liegen die Modelle bei 11,8 Metern – zumindest ohne Allrad – , lediglich die extralange Variante der V-Klasse liegt wegen dem vergrößerten Radstand bei 12,5 Metern. Schwieriger beim Rangieren wird da schon die 4MATIC-Variante, die ganze 13,1 Meter benötigt!

Kompaktvariante der V-Klasse nicht nur als V 220 d erhältlich

Die Kompaktversion der V-Klasse ist übrigens in jeder Motorisierung erhältlich, d.h. auch als V 300 d 4MATIC. Unser Testfahrzeug war aber gezielt mit der Basismotorisierung ausgestattet, dafür allerdings mit 9G TRONIC Automatikgetriebe kombiniert. Im Testfahrzeug war zudem das optionale COMAND Online System verbaut, auf was so mancher wohl aufgrund der höheren Kosten verzichten kann. Dafür fehlte eine automatische Heckklappe sowie die zweite Schiebetür – sowie die für uns regelrecht schon gewohnte elektrische Betätigung.

Im Handling wenig Unterschiede

Bei der Wahl des Fahrzeuglänge – zumindest zwischen Kompakt und Langversion – zeigte sich das Handling grundsätzlich mit nur wenigen Unterschieden. Die kurze Fahrzeuglänge ist im engeren Stadtverkehr jedoch angenehmer und wirkt knackiger. Die Fahrzeuglänge spielt also in Summe nicht so großartig ein Kriterium beim Fahren, weshalb vermutlich die kurze V-Klasse auch eher seltener auf den Straßen zu finden ist.

Fraglich wäre wohl eher die Fahrzeughöhe, doch mit der V-Klasse kommt man durchaus in die gängigsten Parkhäuser oder Waschanlagen. Schwieriger wird es eher im Ausland oder in so mancher Altstadt, wo man oft engere Straßen und Parkplätze vorfindet – doch da ist es oft schon für eine normale Limousine eng. Schwieriger ist wohl ein zusätzlicher Fahrradträger an der Anhängekupplung, wo es selbst beim Kompaktmodell ab und an  eng werden könnte.

Im Fahrtest zeigte sich der V 220 d mit dessen “kleiner Motorisierung” des OM 654 mit 163 PS / 120 kW durchaus ausreichend im Alltag. Dabei gehen die Fahrleistungen gegenüber dem vorhandenen Leergewicht des Fahrzeuges durchaus in Ordnung und sind gut im Alltag nutzbar. Der Motor zeigt sich gut entkoppelt und bleibt von der Akustik meistens auch im Hintergrund. Die kleinere Motorenvariante ist zwar schwächer ausgestattet, reicht aber für die meisten Situationen in der Stadt sowie Überland durchaus.

Für die alltägliche Fahrt durch die Stadt ist Basisausstattung ausreichend, wenn auch Langstreckenfahrer auf Autobahnen lieber eine größere Motorisierung ans Herz gelegt ist.

Bei der Suche nach notwendigem Zubehör fehlte uns im Testfahrzeug überraschend wenig, selbst an die manuelle Schiebetür konnten wir uns schnell gewöhnen. Schwierig war es hingegen bei der Heckklappe, die aufgrund deren Dimensionen (und deren Gewicht!)  ein wenig ungewohnt zu öffnen war.

Das der Einstieg in den Fond nur von der Beifahrerseite aus zu bewerkstelligen ist, hatten wir hingegen noch nie bei einen Testfahrzeug, störte aber auch nicht weiter und reicht so im Alltag absolut aus.

Eine Ausstattung, die wir auf alle Fälle zur Grundausstattung hinzuwählen würden, ist definitiv die EASY PACK Heckklappe, die es nur mit der separat zu öffnenden Heckscheibe gibt. Auf jedes anderes Zubehör könnten wir wohl verzichten, einzig für die Optik würden wir das optionale LED-Licht ebenfalls immer mit bestellen. Alles andere ist Luxus, den man sich gönnen kann – aber nicht muss.

Fazit im V 220 d als Kompaktmodell:

Die Wahl für die Fahrzeuglänge selbst bleibt wohl definitiv eine Wahl der eigenen persönlichen Bedürfnisse. Wer lediglich einen dritten Sitzplatz hinten benötigt, ist mit dem Kompaktmodell wohl durchaus gut beraten. Wenn man jedoch mehr als fünf Personen mit Fahrer mit in den Urlaub transportieren möchte, hat im Kompaktmodell mit dessen Kofferraummöglichkeiten ein eher überschaubares Platzangebot und wählt lieber die Langversion.

Blick in den Geldbeutel notwendig ?

Wer einen Windowbag im Fond wünscht, muss weiterhin nicht nur die linke Schiebetür mitwählen, sondern kann diese optional auch nur für die “Langversion” mitbestellen. Das war auch schon vor der Modellpflege so, – und stört ein wenig.

Interessant ist übrigens auch die Preisgestaltung für die V-Klasse, wo man bereits bei der Bestellung sich sicher sein sollte, auf was man Wert legt – und zu welchem Preis.So ist z.B. zum günstigen “V-Klasse RISE” Modell nicht jede Sonderausstattung hinzuwählbar und muss gar auf das optionale größere Navigationssystem verzichten – genießt aber dafür einen durchaus interessanten Grundpreis. Hier entscheidet dann nicht nur die persönliche Präferenz, sondern am Ende – wie so oft – auch der Geldbeutel.

Die Ausstattung unseres Testfahrzeuges (auszugsweise):

  • V220d EDITION kompakt 48.944,70
  • Cavansitblau metallic 0,00
  • Sportfahrwerk 0,00
  • COMAND Online inklusive Verkehrszeichen-Assistent 2.804,83
  • Aktiver Brems-Assistent 535,50
  • Einfülldeckel Diesel in Rot 22,61
  • Komfortöffnung und -Schließung mit IR-Fernbedienung 53,55
  • Mittelkonsole mit Rollo 120,19
  • Dachreling eloxiert 0,00
  • Wartungsanzeiger für Trockenluftfilter 47,60
  • Fahrzeug Setup 59,50
  • Fahrzeug Monitoring 59,50
    Gesamtpreis des Testfahrzeuges: 52.647,98

Bilder: MBpassion.de


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