Aufgrund der aktuellen Aussichten in Lateinamerika stoppt Mercedes-Benz die Produktion der X-Klasse bereits vor dem Start und wird demnach die Produktion in Argentinien erst gar nicht hochfahren. Für den europäischen Markt wird das Modell in Spanien gebaut, – das wird sich auch nicht ändern.

Der Pick-Up lässt sich preislich und kostenseitig in den lateinamerikanischen Märkten nicht darstellen” – so der Daimler-Finanzchef Bodo Uebber heute nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen des Konzerns zum ersten Quartal des Jahres 2019 und weiter: “Wir sind vergleichsweise schwach ins Jahr gestartet und haben in allen automobilen Geschäftsfeldern mit zahlreichen Herausforderungen über die gesamte Wertschöpfungskette zu kämpfen“.

Keine X-Klasse Produktion in Argentinien

Lateinamerika galt bislang als einer der Hauptmärkte der X-Klasse von Mercedes-Benz, der die gleiche Basis wie die der Nissan Navara sowie Renault Alaskan Modelle nutzt. Für die Zusammenarbeit der Daimler-Renault-Nissan Allianz ist der zurückgenommene Produktionslauf in Argentinien jedoch nun ein weiter Rückschlag. Geht es nach aktuellen Presseberichten, will der zukünftige Daimler-Chef Ola Källenius die Zusammenarbeit mit Renault-Nissan angeblich jedoch auslaufen lassen, zumal seit der Untersuchungshaft von Ex-Chef Carlos Ghosn alle gemeinsamen Geschäfte mit der französisch-japanischen Allianz nicht gut liefen.

Schwache Absatzzahlen

Die X-Klasse wurde im Jahr 2017 in Deutschland eingeführt, wovon bislang nur rund 14.000 Einheiten an den Endkunden gingen. In letzter Zeit fiel das Fahrzeug durch zwei Rückrufe auf, hier  mit Problemen an der Nachrüstung der Anhängekupplung aufgrund einer falschen Anbauanweisung sowie einer lockeren Fußraumleuchte, die (im schlimmsten Fall) das Bremspedal blockieren könnte.

Fraglich ist, wie lange Mercedes-Benz die X-Klasse noch im Angebotsportfolio halten möchte. Die Gerüchte über eine Einstellung der Baureihe machen bereits die Runde und sind – schon alleine wegen dem kommenden Sparkurs des Konzerns – wohl schon fast sicher.

Symbolbilder: Daimler AG