Daimler Trucks und Torc Robotics gehen eine Partnerschaft ein, um vollautomatisierte Lkw (SAE-Level 4) in den USA zu vermarkten. Die Unternehmen haben heute vereinbart, dass Daimler Trucks für einen unveröffentlichten Betrag einen Mehrheitsanteil von Torc Robotics erwirbt. Es soll eine Verbindung entstehen, die weit über ein herkömmliches OEM-/Lieferantenverhältnis hinausgeht. Der Abschluss des Vertrags steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der US-Behörden.

Michael Fleming, CEO von Torc Robotics, Martin Daum, Vorstandsmitglied der Daimler AG und verantwortlich für Daimler Trucks & Buses, und Roger Nielsen, CEO von Daimler Trucks North America LLC, gaben diese strategische Entscheidung heute in der Firmenzentrale von Torc in Blacksburg, Virginia bekannt.

„Durch eine stetig wachsende Nachfrage im Straßentransport, nicht zuletzt durch den Internethandel, besteht für automatisierte Lkw insbesondere in den USA ein Geschäftsmodell. Ich glaube, dass wir gemeinsam mit dem Marktführer Daimler Trucks automatisierte Lkw am schnellsten vermarkten werden. Dieser Schritt passt auch zu unserer Mission, Leben zu retten und stellt für Torc seit dem Überqueren der Ziellinie bei der DARPA Urban Challenge vor zwölf Jahren einen großen Meilenstein dar“, sagte Michael Fleming, CEO von Torc.

„Wir nehmen Torc Robotics in die Daimler Trucks Familie auf und schaffen dadurch ein einzigartiges, leistungsstarkes und innovatives Team, um hochautomatisierte Lkw auf die Straßen zu bringen. Daimler Trucks und Torc Robotics ergänzen sich ideal im Hinblick auf Ressourcen, Expertise und Fähigkeiten. Wir schaffen die ideale Kombination aus Torcs Expertise bei agiler Softwareentwicklung und unserer Erfahrung bei zuverlässigen und sicheren Trucks“, sagte Martin Daum, Vorstandschef von Daimler Trucks and Buses. „Gemeinsam werden wir unseren Kunden zukunftssichere Lösungen für den stetig wachsenden Transportbedarf anbieten und zugleich einen positiven Beitrag für Wirtschaft und Gesellschaft leisten.“

„Torc ist kein Start-Up-Unternehmen, sondern eines der weltweit erfahrensten Unternehmen im Bereich der automatisierten Fahrzeuge. Torc verfolgt einen praktischen Vermarktungsansatz und bietet hoch entwickelte, straßentaugliche Technologie sowie jahrelange Erfahrung mit schweren Nutzfahrzeugen. Die Funktionsfähigkeit von Torcs System zum hochautomatisierten Fahren (SAE-Level 4) wurde bereits in Stadt- sowie Überlandverkehr und bei Regen, Schnee, Nebel und Sonnenschein unter Beweis gestellt“, sagte Roger Nielsen, CEO von Daimler Trucks North America (DTNA), zu dem auch die marktführende Marke Freightliner gehört.

Als Teil der Gesamtvereinbarungen wird das Torc-Team künftig eng mit den Entwicklern von Daimler Trucks zusammenarbeiten, insbesondere mit den Forschungs- und Entwicklungsteams von Daimler Trucks North America in Portland, Oregon. Torc wird weiterhin an der Entwicklung und Erprobung von „Asimov“, seiner Software für selbstfahrende Fahrzeuge, am Firmensitz in Blacksburg, Virginia, arbeiten. Zugleich wird sich DTNA in seinem Automated Truck Research & Development Center in Portland auf die Weiterentwicklung seiner Technologie für das automatisierte Fahren und deren Fahrzeugintegration für schwere Lkw fokussieren. Das DTNA-Team wiederum arbeitet an einem Lkw-Chassis, das sich perfekt für automatisiertes Fahren eignet, insbesondere aufgrund der Redundanz von Systemen, die nötig sind, um maximale Zuverlässigkeit und Sicherheit zu gewährleisten.

Vertraglich ist vereinbart, dass Torc eine selbstständige Firma bleibt, die ihren Namen, ihr Team, bestehende Kunden und sämtliche Einrichtungen in Blacksburg, Virginia, beibehält. Durch die Geschäftspartnerschaft mit Daimler Trucks ist es Torc möglich, sein Team erheblich zu erweitern, um in den Lkw-Markt zu expandieren und den wachsenden Kundenstamm in anderen Märkten zu bedienen.

Eine weiterhin starke Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz Cars

Zusätzlich zu seiner Partnerschaft mit Torc wird Daimler Trucks weiterhin eng mit allen Geschäftsfeldern der Daimler AG zusammenarbeiten, um maximale Synergien für die Entwicklung von automatisierten Fahrtechnologien zu nutzen. Daimler Trucks greift dabei insbesondere auf die Arbeitsergebnisse und Erfahrungen von Mercedes-Benz Cars in Bezug auf Sensortechnologie und die operativen Aspekte der Automatisierung von Fahrzeugen zurück.

Quelle: Daimler Trucks