Nicht nur die Technologie ist entscheidend: Wer vorausschauend fährt, spart Sprit und verringert die CO2-Emissionen. In Mercedes-Benz Fahrzeugen unterstützen dabei intelligente Assistenten den Fahrer. Und auch klassische Spartipps wie korrekter Luftdruck der Reifen und kein unnötiger Ballast an Bord haben immer noch ihre Berechtigung.

Auf technischer Seite arbeitet Mercedes-Benz kontinuierlich daran, Fahrzeuge effizienter und verbrauchsärmer zu machen. So hat sich der Flottenverbrauch der Mercedes‑Benz Modelle seit 1995 fast halbiert. Doch neben technologischen Parametern wie effizientem Antriebsstrang und guter Aerodynamik hat der Mensch hinter dem Steuer hohen Einfluss auf den Verbrauch. Mit einem energieeffizienten Fahrstil kann dieser um bis zu 30 Prozent gesenkt werden.

In zahlreichen Mercedes-Benz Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotor hilft dabei die animierte ECO-Anzeige im Multifunktionsdisplay. Sie motiviert den Fahrer zu kraftstoffsparendem Fahren mithilfe einer differenzierten Auswertung des Fahrstils für die drei Fahrphasen „Beschleunigen“, „ gleichmäßiges Fahren“ und „Ausrollen“.

Bemüht sich der Fahrer um eine gleichmäßige Fahrt, beschleunigt eher moderat und lässt seinen Wagen ausrollen, steigen die grünen Balkenwerte in der Anzeige und signalisieren eine erhöhte Energieeffizienz. Starke Beschleunigungen, Geschwindigkeitsschwankungen und häufiges Bremsen wirken sich dagegen negativ aus. An der angezeigten Prozentzahl kann der Fahrer ablesen, wie viel Einsparpotenzial er bisher bereits genutzt hat.

ECO Assistent: Vernetzte Antriebsstrategie für intelligente Effizienz

Noch umfassender coacht der ECO Assistent den Fahrer – durch Hinweise, wann er den Fuß vom Fahrpedal nehmen kann, etwa weil ein Geschwindigkeitslimit folgt, und durch Funktionen wie Segeln und gezielte Steuerung der Rekuperation. Dafür werden Navigationsdaten, Verkehrszeichenerkennung und Informationen der Intelligenten Sicherheitsassistenten (Radar und Stereokamera) vernetzt genutzt.

Der ECO Assistent bezieht folgende Verkehrssituationen und Informationen in seine Fahrempfehlungen und Effizienzstrategie mit ein:

  • Streckenverlauf (Kurven, Kreuzungen, Kreisverkehre, Gefälle)
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen
  • Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen.

Im Hintergrund erstellt der ECO Assistent permanent Ausrollsimulationen: In Abhängigkeit vom Ladezustand der Batterie und der Verkehrssituation wird dabei ermittelt, ob das Fahrzeug beim Loslassen der Pedale idealerweise mit möglichst geringen Fahrwiderständen weiterrollen sollte („Segeln“) oder ob das Fahrzeug verzögert werden sollte und dabei die Batterie effizient geladen werden kann (Rekuperation).

Innerhalb der Systemgrenzen regelt der ECO Assistent den Schub situationsgerecht, sobald der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt. Den Hinweis, dies zu tun, erhält er auch optisch: durch die Einblendung eines Symbols „Fuß vom Gas“ im Zentraldisplay (beziehungsweise, wenn vorhanden, im Head-up-Display). Zugleich wird dem Fahrer durch eine Grafik der Grund der Empfehlung (beispielsweise „Kreuzung voraus“, „Gefälle voraus“) angezeigt.

Bei der Entscheidung, ob möglichst widerstandsarm gesegelt oder eher rekuperiert werden soll, berechnet der ECO Assistent vorausschauend die Fahrsituation. Beispiele sind hier Senken oder Kuppen oder vorausliegende Tempolimits, die das System anhand der Kartendaten erkennt.

  • Senke: Das Fahrzeug erkennt, dass nach einem Gefälle eine Steigung folgt, gleichzeitig ist ein Tempolimit angezeigt. Rechtzeitig bekommt der Fahrer den Hinweis „Fuß vom Fahrpedal“. Sobald er diesem Hinweis folgt, rollt das Fahrzeug ohne Antrieb weiter. Bergab wird dann rekuperiert, aber nur so stark, dass die erlaubte Höchstgeschwindigkeit gehalten wird. Kurz vor dem Tiefpunkt der Senke wird die Rekuperation beendet und ins Segeln übergegangen, um zu Gunsten der Energieeffizienz möglichst viel Schwung für die Bergauffahrt mitzunehmen.
  • Kuppe: Erkennt der ECO Assistent, dass auf Grund der individuellen Fahrsituation, der Topographie und den Geschwindigkeitslimits ein „Segeln“ sinnvoll ist, wird bereits vor dem Erreichen der Kuppe dem Fahrer „Fuß vom Fahrpedal“ angezeigt. Das Fahrzeug fährt dann im Modus „Segeln“ über die Kuppe und nutzt anschließend das Gefälle, um die Zielgeschwindigkeit zu erreichen.
  • Tempolimit: Erkennt das System anhand der Navigationsdaten oder über den Verkehrszeichen-Assistenten ein Tempolimit, wird dem Fahrer auch hier der Hinweis „Fuß vom Fahrpedal“ gegeben. Das Fahrzeug wird daraufhin sanft rekuperierend auf die neue Geschwindigkeit verzögert und anschließend wird gesegelt. Auf diese Weise werden auch geeignete Geschwindigkeiten für Kreuzungs-, Kreisverkehr- und Kurvensituationen unterstützt.
  • Langsamer Verkehr: Erkennt das System während des Segelns über die Radarsensoren langsame Vorausfahrer, wird bei Bedarf das Segeln automatisch abgebrochen. Die Verzögerung wird über die Rekuperation so eingestellt, dass oftmals ein Bremsen durch den Fahrer unnötig wird. Beschleunigt das vorausfahrende Fahrzeug wieder, wird das freie Rollen (Segeln) automatisch wieder aktiviert, um nicht weiter zu verzögern und die aktuelle Geschwindigkeit möglichst zu halten. Der Fahrer betätigt bei Bedarf das Fahrpedal.

Hybrid- und Elektrofahrzeuge verfügen zudem teilweise über ein haptisches Fahrpedal. Generell unterstützt dieses den Fahrer bei einer ökonomischen und komfortablen Fahrweise. Beispielsweise signalisiert ein Druckpunkt im Pedal dem Fahrer die maximal verfügbare elektrische Fahrleistung. Überdrückt der Fahrer den Druckpunkt, schaltet beim Hybridmodell der Verbrennungsmotor zu. Weiterhin erhält der Fahrer durch einen spürbaren Gegendruck im haptischen Fahrpedal eine Empfehlung zum Lösen des Fahrpedals. Folgt der Fahrer der Empfehlung, wird der Verbrennungsmotor abgeschaltet und vom Antriebsstrang abgekoppelt.

Eine weitere Besonderheit bei den Hybridmodellen: Um die Motivation des Fahrers zu erhöhen, den Empfehlungen des ECO Assistenten zu folgen, zeichnet der Bordcomputer auf, wie viele Kilometer/wie viel Zeit einer Fahrt er mit ausgeschaltetem Verbrennungsmotor unterwegs war, und zeigt dies im Zentraldisplay an. Die Belohnung besteht nicht nur in einem verminderten Verbrauch, sondern auch in einer gesteigerten elektrischen Reichweite.

Klassische Spartipps gelten weiterhin: Auf unnötigen Ballast verzichten

Eine Vielzahl physikalischer Größen, die teilweise vor und während der Fahrt beeinflusst werden können, wirken sich auf den Verbrauch bzw. die Reichweite aus.

  • Luftwiderstand: Der Luftwiderstand wird durch eine möglichst gute Aerodynamik verringert. Ohne Dachgepäck(-träger) oder Fahrradträger lässt sich der Luftwiderstand niedrig halten. Und weil der Luftwiderstand mit dem Quadrat der Geschwindigkeit steigt, bringt weniger Tempo viel Einsparung.
  • Rollwiderstand: Zusätzliches Gewicht, z. B. Gepäck, sowie zu niedriger Luftdruck in den Reifen erhöhen den Rollwiderstand. Damit steigt der Energiebedarf, um das Fahrzeug zu beschleunigen und Geschwindigkeiten konstant zu halten.
  • Fahrstil: Fahren im hohen Gang bei niedriger Drehzahl und mit drehmomentstarken Motoren, die schaltfaules Fahren begünstigen, ermöglicht energieeffizienteres Fahren. Im Programm ECO schalten Automatikgetriebe früher hoch und unterstützen eine ökonomische Fahrweise bei niedrigeren Drehzahlen. Moderne Getriebe wie die 9G-TRONIC mit einer weiten Spreizung der Gänge erlauben es, das Drehzahlniveau insgesamt abzusenken. Starkes Bremsen und Beschleunigen erhöhen den Kraftstoffverbrauch. Beides kann durch vorausschauendes Fahren vermieden werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, auch bei kürzeren Standzeiten des Fahrzeugs die Start-Stopp-Funktion zu nutzen.
  • Mercedes-Benz Driving Events bietet ein spezielles Eco Training an. Die Teilnehmer dieser halbtägigen Veranstaltung absolvieren Verbrauchsmessfahrten und lernen Einsparpotenziale zu erkennen und zu nutzen.
  • Komfortausstattungen: Nebenverbraucher wie Klimaanlage oder Sitzheizung beeinflussen ebenso den Kraftstoffverbrauch. Denn den dafür benötigten elektrischen Strom erzeugt bei den meisten Modellen noch der Verbrennungsmotor.

Quelle: Daimler AG