Mercedes-Benz Cars und Icertis, ein führender Anbieter von Enterprise Contract Management Lösungen in der Cloud, gehen eine strategische Partnerschaft ein, um eine durchgängige Dokumentation von Verträgen in der Lieferkette sicherzustellen. Daimler verpflichtet seine direkten Lieferanten, die Standards und vertraglichen Verpflichtungen in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Umweltschutz, Sicherheit, Geschäftsethik und Compliance innerhalb der Lieferkette mit Nachdruck weiterzugeben und zu kontrollieren. Der Blockchain-Prototyp ermöglicht es, diese Weitergabe über die gesamte Lieferkette hinweg transparent abzubilden und nachzuvollziehen. Sollte einer der Sub-Lieferanten von den vertraglichen Verpflichtungen abweichen, wird dies in der Blockchain sichtbar, ähnlich wie in einem sicheren Buchführungssystem. Mercedes-Benz Cars und Icertis Experten haben gemeinsam einen Prototyp erfolgreich entwickelt und programmiert. In diesem Pilotprojekt wird nun getestet, wie die Anwendung durch die Lieferanten und Partner umgesetzt wird und entsprechendes Feedback eingeholt.

Wilko Stark, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Einkauf und Lieferantenqualität, legt großen Wert auf nachhaltige Lieferketten: „Die Blockchain-Technologie besitzt das Potenzial, unsere Beschaffungsprozesse grundlegend zu revolutionieren und könnte Auswirkungen auf nahezu die gesamte Wertschöpfungskette haben. Globale Lieferketten werden immer komplexer. Mit unserem Blockchain-Prototyp testen wir im ersten Schritt eine der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten mit dem Ziel, mehr Transparenz in den Lieferketten über unsere direkten Lieferanten hinaus zu schaffen.“

Blockchain: Technologie mit Potenzial

Die Platzierung von Vertragsklauseln in der Blockchain lässt ein nachhaltiges Transaktionsbuch entstehen. Die Weitergabe und Bestätigung der Daimler Nachhaltigkeitsanforderungen kann durch alle Teilnehmer der Lieferkette nachvollzogen werden. So soll sichergestellt werden, dass die weltweiten Beschaffungs- und Vertragspraktiken den strengen Anforderungen der Daimler AG entsprechen. Vertrauliche Informationen sind nicht ersichtlich. Mit dem Prototyp wird durch Offenlegung nachhaltigkeitsrelevanter Informationen Vertrauen in die Integrität der Lieferkette geschaffen, ohne wettbewerbsrelevante Informationen preiszugeben.

„Die Weitergabe von Verträgen an jedes Mitglied der Lieferkette insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit und ethisches Verhalten ist die Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten. Der Blockchain-Prototyp eröffnet völlig neue Wege, Einkaufsprozesse einfacher und sicherer zu gestalten“, sagt Sabine Angermann, Bereichsleiterin Einkauf und Lieferantenqualität für Rohmaterial und Strategie, Mercedes-Benz Cars.

Eine intuitive und benutzerfreundliche Bedienung der Blockchain-Serviceplattform ist für den Erfolg des Projekts entscheidend. Nur so kann das Unternehmen seinen Lieferanten einen einfachen Einstieg in die neue Technologie ermöglichen und die notwendigen Nutzer gewinnen. Eine durchgängige Verankerung der Blockchain-Technologie bei allen Lieferanten in der jeweiligen Lieferkette ist Grundvoraussetzung für die Erreichung des Ziels einer engen Zusammenarbeit für mehr Nachhaltigkeit.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist die Rückverfolgbarkeit von Bauteilen und Rohstoffen. Komplexe Lieferketten können offengelegt und die Herkunft über die beteiligten Partner hinweg nachvollzogen werden. Die Effektivität einer Blockchain lebt von der Qualität der Daten und dem Stand der Digitalisierung. Dazu wird Mercedes-Benz Cars in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten kooperieren.

Daimler ist bereits in anderen Domänen mit der Technologie Blockchain aktiv. Seit 2017 ist Daimler Mitglied bei Hyperledger, einem Projekt der Linux Foundation für die Weiterentwicklung von Blockchain basierten Technologien und Anwendungen. Im selben Jahr haben die Daimler AG und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erstmals gemeinsam die Blockchain-Technologie eingesetzt, um eine Finanztransaktion darzustellen: Daimler platzierte über die LBBW ein Schuldscheindarlehen im Volumen von 100 Mio. € parallel zum regulatorisch erforderlichen Prozess. Die gesamte Transaktion wurde auf einer Blockchain komplett digital abgebildet. Daimler ist überzeugt, dass die Technologie noch viele weitere Potenziale entlang der Wertschöpfungskette bietet.

Quelle: Daimler AG