Am heutigen 7. Januar hat die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) drei vollelektrische Mercedes‑Benz Stadtbusse feierlich in Betrieb genommen. Im Mannheimer Omnibuswerk haben Till Oberwörder, Leiter Daimler Buses, und Martin in der Beek, technischer Geschäftsführer der rnv, die neuen eCitaro im Beisein von Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister von Mannheim, sowie Christian Specht, Erster Bürgermeister von Mannheim, und im Anschluss von Prof. Dr. Eckart Würzner, Oberbürger­meister der Stadt Heidelberg, vorgestellt.

Erste Elektrolinien im Rhein-Neckar-Dreieck

Die erste rein elektrische eCitaro-Buslinie in Heidelberg führt vom Haupt­bahnhof über Seegarten bis hin zum Karlsplatz, später bis zum S-Bahnhof Altstadt. Diese Linie 20 fährt im Zentrum von Heidelberg im 20‑Minuten-Takt, wobei auf der insgesamt rund vier Kilometer langen Linie mit 12 Haltepunkten künftig zwei Fahrzeuge vorgesehen sind. Mannheims „e-Linien“ führen zum Käfertaler Bahnhof über die Wasserwerkstraße bis ins Stadtquartier Franklin, einem neu gestalteten Stadtteil auf den ehemaligen Wohnflächen der US‑Streitkräfte. Zum anderen führt die Linie vom Platz der Freundschaft zum neuen Gewerbegebiet Taylor, ebenfalls ein Konversionsgebiet der US‑Streitkräfte, wobei jeweils ein eCitaro zum Einsatz kommt.

Zwischen 9 und 22 Uhr werden die Fahrzeuge in Heidelberg und zwischen 6 und 24 Uhr in Mannheim unterwegs sein. Das entspricht in etwa einer täglichen Laufleistung von 200 Kilometern und mehr pro Fahrzeug. Dementsprechend werden Lithium-Ionen-Batterien mit einer Gesamtleistung von 243 kWh die Stromversorgung übernehmen. Das Batteriekonzept ist modular aufgebaut und unterteilt sich in zehn Module mit jeweils etwa 25 kWh. Neben sechs Batterie­modulen auf dem Fahrzeugdach nehmen vier Batteriemodule im Heck die Position der heutigen Antriebskombination aus Verbrennungsmotor und Getriebe ein.

Ladetechnik als Depotladung

Mit seiner Ladetechnik passt sich der eCitaro den Gegebenheiten der rnv an. Vorgabe ist das Erreichen einer Laufleistung von 200 km und mehr je Fahrzeug, was durch einen schnellen Ladevorgang als Zwischenladungen in den Betriebspausen erreicht werden kann. In diesen Betriebspausen kommt an den Standorten Heidelberg und Mannheim jeweils ein weiterer eCitaro zum Einsatz, ansonsten wären die Anforderungen nicht leistbar. Die Ladung erfolgt über Combo-2-Stecker in Fahrtrichtung rechts über dem vorderen Radlauf. Der neue Standard ISO 15118 bietet dabei erweiterte Funktionen, die z.B. die automatische Authentifikation von Fahrzeugen ohne gesonderte Ladekarte ermöglichen. Mit Hilfe der erweiterten Datenübertragung wurde von Mercedes‑Benz eine Funktion entwickelt, mit der die automatische Steuerung der Vorkonditionierung des Busses über den Ladestecker realisiert wird. Zusätzliche Kabel oder Leitungen für Druckluft, Niederspannung oder Kommunikation entfallen damit. Das neu entwickelte Ladegerät hat eine Leistung von bis zu 150 kW und wird mit dem eCitaro an die rnv geliefert. Damit ist die unkomplizierteste, schnellste und günstigste Variante der Stromversorgung gewährleistet.

Auch nach der Beschaffung der Busse und Ladesäulen begleitet Mercedes-Benz die rnv: Zusammen mit dem Energiemanagement-Spezialisten „The Mobility House“ aus München entwickelt und implementiert Mercedes-Benz ein maßgeschneidertes Lademanagement-System. Dabei werden die Ladevorgänge so optimiert, dass sowohl die Anschlussleistung der Ladegeräte als auch die Anforderungen der Fahrzeugbatterie berücksichtigt werden. 

Der eCitaro definiert den herkömmlich angetriebenen Omnibusverkehr neu und ist für uns Sinnbild eines zukunftsorientierten öffentlichen Nahverkehrs. Dabei ist uns ein ganzheitlicher Ansatz wichtig. Wir haben deshalb ein Gesamtpaket aus Fahrzeug, Lademanagement und Beratung geschnürt, mit dem wir den Verkehrsbetrieb bei der Elektrifizierung seines Busverkehrs unterstützen“, so Till Oberwörder vor Ort.

Martin in der Beek sieht die Elektrifizierung des Omnibusverkehrs als klares Unternehmensziel: „Elektromobilität ist für uns der Inbegriff einer modernen, umweltfreundlichen und zukunftsfähigen Antriebstechnologie. Unsere Stadt­bahnen bedienen den Nahverkehr seit über 100 Jahren elektrisch. Jetzt gilt es, das Gleiche für den Bus zu gestalten. Der eCitaro wird unserem Omnibus­verkehr ein völlig neues Gesicht geben und im Verkehrsgebiet der rnv sprichwörtlich für bessere Luft sorgen.“

Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, und Prof. Dr. Eckart Würzner, Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg, loben das weitsichtige Engagement der rnv in Richtung „grünem Stadtverkehr“. Dr. Peter Kurz: „Der ÖPNV in Mannheim steht für ein ganzheitiches Konzept aus Bus und Bahn. Jetzt auch den Bus zu elektrifizieren ist ein wichtiger Meilenstein für eine saubere Stadt und wird den Nahverkehr deutlich attraktiver machen.

Prof. Dr. Eckart Würzner: „Wir sind froh, dass die eCitaro nun da sind. In Heidelberg kann damit ab Ende Januar die erste E-Buslinie der Region – unsere Altstadt-Linie – in Betrieb gehen. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einem emissionsfreien Nahverkehr und einer klimafreundlichen Stadt. Wir hoffen, dass die Produktion dieser Busse nun richtig ins Rollen kommt.

Die rnv

Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH nimmt unter den Nahverkehrsbetrieben Deutschlands eine besondere Stellung ein. Sie ist das kommunale Verkehrs­unternehmen, das von den Städten Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim gemeinsam gegründet wurde und gleich­zeitig in den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen im Einsatz ist. Die rnv betreibt Stadtbahn-, Straßenbahn- und Omnibuslinien in den Städten von Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen sowie dem angrenzenden Umland. Mit mehr als 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, über 180 Straßen- und Stadtbahnen sowie rund 180 Omnibussen sorgt die rnv für nachhaltige und umwelt­freundliche Mobilität in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Quelle: Daimler AG