Die Geschäfte bei Mercedes-Benz Vans in Deutschland laufen bestens. Für das Jahr 2018 wird aktuell ein Rekordabsatz von über 106.000 Fahrzeuge erwartet. Bis zum Ende des dritten Quartals konnten bereits 73.000 Fahrzeuge auf den Markt gebracht werden.

Sprinter aus Düsseldorf und Ludwigsfelde

Der Sprinter bleibt dabei das Brot und Butter Auto und trotz Modellwechsel und damit verbundenen Umstellungen in den Werken Düsseldorf und Ludwigsfelde zeigt sich hier ein stabiler Absatz bzw. sogar ein leichter Zuwachs. Großen Anteil daran hat insbesondere das Aufbauherstellergeschäft, welches ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 27 Prozent gewachsen.

Der neue Sprinter ist nun erstmalig auch mit Frontantrieb zu bekommen und das beflügelt die Nachfrage im Bereich der Wohnmobilhersteller, wie zum Beispiel Hymer. Aus dem Stand raus sind 20 Prozent der gekauften Sprinter mit Frontantrieb ausgestattet – für 2019 erwartet man eine weitere Zunahme von 30 Prozent.

MBUX System beliebter als erwartet

Überraschend hoch – selbst bei gewerblichen Kunden – ist die Nachfrage nach MBUX im neuen Sprinter. Rund 75% der bestellten Sprinter werden mit dem neuen Multimediasystem MBUX geordert,was man im Vertrieb so nicht unmittelbar erwartet hatte. Gewerbliche Kunden nutzen das System in der Regel mit dem kleinen 7-Zoll Display, wohin private Kunden eher das 10,25-Zoll Display wählen.

Diesel-Krise im Nutzfahrzeug-Bereich nicht spürbar

Die Nachfrage nach dem Sprinter ist von der Diesel-Diskussion und drohenden Fahrverboten unbeeindruckt. Kunden wollen den Sprinter mit Diesel weiterhin – und auch die Restwerte der Jungen Sterne Sprinter ist im Jahr 2018 komplett stabil geblieben, was ein Plus von über 13 Prozent bei der Nachfrage nach „Jungen Sternen“ bestätigt. Im Flotten-Gebrauchtwagen-Geschäft konnte ein Zuwachs von über 3 Prozent verzeichnet werden.

Insgesamt zeigte sich im Vertrieb, das der Kunde durchaus gut rund um das Thema Abgasnormen informiert ist.  Euro 6d-temp ist hier inzwischen nicht selten ein fester Baustein des Verkaufsgesprächs. Es bleibt aber dabei, in Sachen Total-Cost-of-Ownership gibt es für den Handwerker oder Flottenmanager kaum eine Alternative zum Diesel – nicht mal die Elektro-Mobilität.

Volle Produktionskapazität des Sprinters ab 2019

Im Jahr 2019 wird die volle Produktionskapazität beim Sprinter zur Verfügung stehen und mit der Markteinführung des elektrischen Sprinter im Herbst 2019 wird ein weiteres Highlight im Transporter-Geschäft auf die Straße kommen. Im Frühjahr 2019 beginnt der Marktstart des eVito. Insgesamt gibt es eine gesunde Nachfrage nach elektrischen Transportern, so der deutsche Van-Vertrieb. Man erwartet für das kommende Jahr einen vierstellen Absatz mit Batterie-elektrischen Fahrzeugen in Deutschland.

Bei den kleinen Transportern, V-Klasse und Vito, zeigt sich in 2018 ebenfalls eine stabil hohe Nachfrage im mittleren fünfstelligen Bereich in Deutschland. Beide Fahrzeuge werden Anfang 2019 ihre Modellpflege erhalten und optisch sowie technisch aufgefrischt werden, unter anderem mit dem digitalen Dienst Mercedes Pro connect, damit sind beide Fahrzeuge dann auch intelligent vernetzt für den gewerblichen Alltag.

Die neue X-Klasse wird am Markt in Deutschland ebenfalls mit einer vierstelligen Zahl gut nachgefragt und kommt sowohl im privaten wie auch im gewerblichen Bereich bei den Kunden zum Einsatz. Unerwartet hoch ist die Nachfrage des Citan, der im Jahr 2018 mit einer fast fünfstelligen Zahl einen neuen Verkaufsrekord verzeichnen kann.

Über 60 Händler mit 200 Standorten “VanPro-Center”

Rund läuft es auch mit der Digitalisierung im Aftersales-Bereich. Die vor einigen Jahren gestartete Initiative der sogenannten „VanPro-Center“ ist nach Angaben des deutschen Van-Vertriebs zu ¾ abgeschlossen. Über 60 Händler mit 200 Standorten wurden speziell zertifiziert. Man hat dazu über 80 Millionen Euro investiert und über 10.000 Maßnahmen und rund 200 Bauprojekte begonnen. Die letzten Punkte werden 2020 abgeschlossen sein.

Entfall der gedruckten Prospekte

Zu den umgesetzten Maßnahmen gehört auch ein digitaler Showroom, darunter fällt z.B. der im Oktober 2018  neu gestaltete VAN Online-Konfigurator. Aber auch das VAN Werkstatt-Portal in dem Kunden online ihren Wunschtermin in wenigen Klicks buchen können sowie der „Visible Workshop“, wo neben dem Kostenvoranschlag für die Reparatur auch ein kurzes Schadensvideo – aufgenommen durch den Monteur – elektronisch von ihrem Serviceberater geschickt bekommen.  Künftig werden, genau wie im Pkw-Bereich, auch bei den Vans die gedruckten Prospekte entfallen und alles nur noch digital abrufbar sein. Ebenfalls in Planung ist die künftige Nutzung der digitalen Unterschrift per App für den Kauf einen neuen Mercedes-Benz Van.

Bilder: MBpassion.de / Philipp Deppe


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