Nach dem erfolgreichen Start der neuen Generation des Sprinter mit Heck- und Vorderradantrieb folgt nun ab 2019 die Allrad-Variante des Transporters. Eine erste Fahrt bei winterlichen Bedingungen am Timmelsjoch in Österreich – unweit von Hochgurgl –  zeigte uns einen Eindruck über die Leistungsfähigkeit des neuen Sprinter-Modells.

Mit Allrad fühlt sich der Transporter überall zu Hause – und ganz besonders auf Eis und Schnee. Die von uns gefahrene Tourer-Version des Sprinters ist damit zum Beispiel ein ideales Shuttle-Fahrzeug für Hotels in Wintergebieten, um die Gäste direkt an die Skipisten zu chauffieren.

Zuschaltbarer Allradantrieb und 7G-TRONIC

In der Neuauflage des Sprinter 4×4 ist der Allradantrieb auch wie bisher zuschaltbar, um auf die vielfältigen Einsatzbedingungen reagieren zu können, – aber auch um den Kraftstoffverbrauch im Alltagsbetrieb für maximale Wirtschaftlichkeit so gering wie möglich zu halten. Anstelle der bisherigen 5-Gang Automatik ist jetzt das aus anderen Baureihen bewährte Automatikgetriebe 7G-TRONIC Plus optional erhältlich. Der Antriebsstrang selbst kommt hingegen weiterhin vom Allradspezialisten Oberaigner aus Österreich.

 

Die Zuschaltung des Allradantriebs kann bei laufendem Motor – entweder im Stand oder bei Geschwindigkeiten bis 10 km/h – über einen Schalter neben dem Lenkrad erfolgen. Ist der Allradantrieb zugeschaltet, verteilt sich die Antriebskraft des Sprinters im Verhältnis von 35 zu 65 auf Vorder- und Hinterachse. Das Mehrgewicht gegenüber dem nicht Allradantrieb-Sprinter beträgt dazu lediglich 140 Kilogramm.

Sprinter mit Allrad: Vortrieb unter allen Bedingungen

Bei der Fahrt am Timmelsjoch zeigte der Sprinter 4×4 dann auch sein ganzes Potenzial. Mit viel Traktion greifen alle vier Räder im tiefen Schnee und befördert uns problemlos Kehre um Kehre bis ganz nach oben auf die Passhöhe von rund 2.500 Meter Höhe. Der V6-Diesel des Sprinter 319 hat dabei wenig Mühe, seine 190 PS Leistung und das maximale Drehmoment von 440 Newtonmeter in Vortrieb umzusetzen. Außerdem bleibt der Transporter trotz seiner Größe und Länge erfreulich handlich und mit ausgewogenen Fahreigenschaften.

4ETS anstelle von Differenzialsperren

Einen Beitrag für die optimalen Fahr- und Handlingseigenschaften leistet dabei auch die elektronische Traktionsregelung 4ETS. Das System ersetzt dabei die klassische Differenzialsperre. Sobald eines oder gar mehrere Räder auf glattem Untergrund den Halt verlieren, bremst 4ETS mit kurzen Bremsimpulsen diese automatisch ab und erhöht dadurch parallel das Antriebsmoment an den Rädern mit guter Traktion.

Während der winterlichen Fahrt durch die Tiroler Alpen zeigte sich die 7-Gang Automatik zu jeder Zeit ruckfrei und schaltete sauber durch die Gänge, der fein laufende 3-Liter Dieselmotor (OM642) kann somit immer im optimalen Drehzahlband arbeiten. Auf Wunsch ist der Sprinter 4×4 mit zusätzlichem Untersetzungsgetriebe bestellbar. Im „Low Range“ Betrieb wird die Übersetzung damit um 42 Prozent verkürzt und der Transporter nimmt dann auch extremste Steilstrecken ohne Mühe.

Sprinter 4×4 mit höherer Karosserie

Durch den Verbau des Allradantriebes ist der Sprinter generell mit einer angehobenen Karosserie ausgestattet. Vorne sind es satte 155 Millimeter – sowie hinten 135 Millimeter- , die der Sprinter 4×4 höher gegenüber dem Serienmodell liegt. Das macht sich nicht nur optisch deutlich bemerkbar, sondern bringt auch parallel diverse Vorteile im Offroad-Einsatz.

So erhöht sich der Böschungswinkel des Sprinters vorne von 16 auf maximal 26 Grad. Mit der neuen zusätzlichen Geländetauglichkeit kommt der neue Sprinter 4×4 dann eigentlich auch überall hin – nicht nur auf tief verschneiten Straßen, sondern auch über so manch Stock und Stein.

Bilder: ©Philipp Deppe / MBpassion.de sowie Daimler AG