In der neuen GLE Generation verbaut Mercedes-Benz erstmals einen Frontendträger aus Organoblech. Das neuartige Material wird dabei erstmals als ein so großes und sichtbares Bauteil verbaut und ist nicht nur innovativ, sondern auch leicht und stabil.

Organisches Blech oder kurz “Organoblech” – das klingt dabei erstmal widersprüchlich, denn bei dem Begriff „Blech“ denkt man natürlich zuerst an Metalle. Es handelt sich jedoch hierbei um faserverstärkte Kunststoffplatten. Sie werden nach dem Aufheizen in einer Presse zu dreidimensionalen Bauteilen umgeformt – und das bei sehr kurzen Zykluszeiten. Auf Grund dieser Analogie zu Stahl und Aluminium werden sie „Bleche“ genannt.

Organoblech in der Baureihe V 167

Durch die Faserverstärkung besitzen Organobleche sehr gute mechanische Eigenschaften, zum Beispiel Steifigkeit und Festigkeit, bei nur einem Bruchteil des Gewichts ihrer metallischen Pendants. Die thermoplastische Kunststoffmatrix bietet aber noch einen weiteren entscheidenden Vorteil. In einem zweiten, integrierten Fertigungsschritt schließt sich ein Spritzgießverfahren an. Dabei werden Verrippungen, Halterungen, etc. „in einem Guss“ angefügt. Dies geschieht in dem gleichen Werkzeug, in dem das Organoblech zuvor umgeformt wurde.

Steif und Fest

Das Organoblech des GLE erlaubt die stoffschlüssige Verschweißung mit angrenzenden Teilen aus Polypropylen (PP). Dies war bisher nur formschlüssig möglich und daher bruchgefährdet. Durch die Sandwichbauweise sind weniger Bauteile insgesamt nötig, da Luftkanäle und Hülsen für angeschraubte Bauteile direkt integriert sind. Da Organoblech nicht korrodiert, muss es nicht lackiert werden.

Der Frontendträger des GLE aus Organoblech

  • ist rund 30 Prozent leichter als eine konventionelle Konstruktion
  • trägt zur hohen Torsionssteifigkeit des GLE bei
  • bietet verbesserte Crashperformance, insbesondere zusammen mit den am Träger befestigten Crashboxen
  • kombiniert einen innovativen Werkstoff mit einem integrierten Fertigungsverfahren zu einem innovativen Bauteil.

Die Society of Plastic Engineers, ein weltweiter Zusammenschluss von Kunststoff-Fachleuten, honorierte dies mit dem 1. Platz bei den Automotive Awards 2018 in der Kategorie Strukturkomponenten.

Bilder: MBpassion.de / Philipp Deppe & Daimler AG