Rund um die Elektrifizierung und der neuen Marke EQ kommen zahlreiche Fachbegriffe zum Einsatz – Zeit, hier die wichtigsten Begriffe im Rahmen eines Glossar kurz zu erklären. Nicht abschließend – aber die gängigsten Begrifflichkeiten haben wir auf alle Fälle mit erfasst.

Boost-Funktion: Kurzfristige Unterstützung eines Verbrennungsmotors durch einen Elektromotor beim Beschleunigen. Die Gesamtleistung beider Motoren kann höher sein als das Leistungspotenzial des Verbrenners allein, oder sie wird so aufgeteilt, dass ein Betrieb des Verbrenners in einem verbrauchs- oder emissionsungünstigen Betriebspunkt vermieden wird.

Brennstoffzelle (engl.: Fuel Cell): besonderes galvanisches Element, in dem aus der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff Strom erzeugt wird. Eine Brennstoffzelle besteht aus Elektroden, die durch eine Membran oder Elektrolyt (Ionenleiter) voneinander getrennt sind. Die Brennstoffzelle erzeugt elektrischen Strom und Wärme. Für die Anwendung in Automobilen eignet sich aufgrund ihrer hohen Leistungsdichte und ihres hohen Wirkungsgrades insbesondere die PEM-Brennstoffzelle. Sie hat eine Kunststoff-Membran als Elektrolyt (PEM = Polymer Electrolyte Membrane), die für Protonen leitfähig ist. Ihre Arbeitstemperatur liegt bei 80 Grad Celsius.

CO2: Kohlenstoffdioxid oder Kohlendioxid ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff mit der Summenformel CO2. Unter ausreichender Sauerstoffzufuhr entsteht CO2 beispielsweise bei der Verbrennung kohlenstoffhaltiger Substanzen. Die CO2-Emissionen von Verbrennungsmotoren sind proportional zu ihrem Kraftstoffverbrauch.

EQ Boost: Die Elektrifizierung herkömmlicher Verbrennungsmotoren, um ihre Effizienz zu steigern, indem àintegrierte Starter-Generatoren (ISG) und àriemengetriebene Starter-Generatoren (RSG) in einem 48-Volt-Bordnetz außer der Stopp-Start-Funktion auch eine kurzfristige Drehmomentunterstützung des Verbrenners liefern und bei Verzögerungen Energie rekuperieren.

EQ optimierte Navigation: Routenführung, die die elektrische Reichweite der Batterie abhängig von ihrem Ladezustand und die Verfügbarkeit von öffentlichen Ladestationen entlang und in der Nähe der Route berücksichtigt und die aufgrund dieser Parameter ökonomischste Routenführung auswählt.

Euro 6d-TEMP: Die Europäische Union legt in Verordnungen die Emissionsgrenzwerte für Kraftfahrzeuge fest. In der Emissionsstufe Euro 6d-TEMP sind in einer RDE-Fahrt sowohl die Euro 6-Stickoxidgrenzwerte als auch die Euro 6-Grenzen für die Partikelanzahl unter Berücksichtigung gesetzlich definierter Konformitätsfaktoren zu bestätigen. Weiterhin sind wie in der Emissionsstufe Euro 6c die Euro 6-Grenzwerte auch im Labor gemessen nach WLTP zu bestätigen. Euro 6d-TEMP gilt für neue Emissionstypen ab dem 1.9.2017, für alle Neuzulassungen ab dem 1.9.2019. Ab 2020 sind Emissionen nach dem Nachfolgestandard Euro 6d zu ermitteln.

Seit September 2017 prüft Mercedes-Benz alle neuen Emissionstypen nach Euro 6d-TEMP. Teil der neuen Norm sind àWLTP und àRDE. Parallel wird weiterhin ein àNEFZ-Verbrauchs- bzw. CO2-Wert ermittelt und in den Pressematerialien und Werbeunterlagen ausgewiesen. Ausgehend von den Testergebnissen im àWLTP wird unter Einsatz des vom Gesetzgeber vorgeschriebenen und zur Verfügung gestellten CO2MPAS-Tools ein NEFZ-Wert ermittelt. Unter bestimmten Einschränkungen werden alternativ bzw. zusätzlich Tests nach NEFZ entsprechend der EU-Verordnung durchgeführt.

Gleichstromladen (DC-Laden): Batterien können nur durch Gleichstrom aufgeladen werden. Stromnetze funktionieren mit Wechselstrom. Ladegeräte wie der àOn-Board-Lader oder die Wallbox wandeln die Netzspannung und den Wechselstrom um. Bei der Umwandlung von Spannungen und von Wechsel- in Gleichstrom entstehen Verluste, die sich als Abwärme bemerkbar machen. Beim direkten Anschluss an Gleichstrom werden diese Verluste vermieden und die Batterie kann mit höherer Leistung geladen werden. Schnellladestationen stellen diesen Gleichstrom zur Verfügung.

Haptisches Fahrpedal: liefert dem Fahrer Rückmeldung über den Einschaltpunkt des Verbrennungsmotors oder signalisiert per Doppelimpuls, wann er zum àSegeln und àRekuperieren den Fuß vom Fahrpedal nehmen sollte.

Integrierter Starter Generator (ISG): in einer elektrischen Maschine kombinierte Funktionen von Anlasser und Lichtmaschine. Im Unterschied zu àRSG sind diese Startergeneratoren nicht riemengetrieben

IONITY: Betreibergesellschaft zur Errichtung eines paneuropäischen Schnellladenetzes für Elektroautos, im November 2017 als Gemeinschaftsunternehmen der BMW Group, der Daimler AG, der Ford Motor Company und dem Volkswagen Konzern mit Audi und Porsche gegründet. Entlang der Hauptverkehrsachsen in Europa wird IONITY bis 2020 insgesamt rund 400 Schnellladestationen errichten und betreiben, an denen EQ Fahrzeuge an àGleichstrom mit 110 kW aufgeladen werden können, so dass komfortable Langstreckenfahrten mit batterieelektrischen Fahrzeugen möglich werden.

Lithium-Ionen-Batterie: elektrochemische, wiederaufladbare Spannungsquelle auf der Basis von Lithium. Vorteile von Lithium-Ionen-Akkus sind ihre hohe Energiedichte bei relativ geringem Gewicht, ihre Unempfindlichkeit gegenüber dem so genannten Memory-Effekt und die geringe Selbstentladung.

NEFZ: Bisher wurden Abgas- und Verbrauchswerte in Europa nach dem NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) ermittelt. Mit dem Ziel, Kunden herstellerübergreifend vergleich- und reproduzierbare Werte zur Verfügung zu stellen, trat 1970 der erste europäische Fahrzyklus in Kraft. 1992 wurde dieser über den Stadtverkehr hinaus erweitert. Seit der Berücksichtigung des Kaltstartanteils im Jahr 2000 wurde der NEFZ nicht mehr grundlegend verändert. Bis Ende 2020 werden für jedes Neufahrzeug weiterhin NEFZ-Werte auch parallel zu den WLTP-Werten ermittelt, um die Flottenzielerreichung überprüfen zu können.

Neuer Emissions-Typ: Wird in einem Fahrzeug z.B. ein neuer Motor verbaut, ein Motor so verändert, dass sich das Emissionsverhalten ändert, ein neues oder geändertes Getriebe verbaut, der weitere Antriebsstrang verändert oder Änderungen an der Abgasanlage vorgenommen, entsteht daraus ein neuer Emissiontyp nach WLTP.

NOx: Stickoxide, Stickstoffoxide und nitrose Gase sind Sammelbezeichnungen für die gasförmigen Oxide des Stickstoffs. Sie werden auch mit NOx abgekürzt, da es aufgrund der vielen Oxidationsstufen des Stickstoffs mehrere Stickstoff-Sauerstoff-Verbindungen gibt. Teilweise wird die Abkürzung NOx (NOX) auch synonym für die nitrosen Gase verwendet, die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen.

On-Board-Lader: Ein eingebautes Gerät, dass die Wechselstrom-Netzspannung einer Haushaltssteckdose oder die Ausgangsspannung einer Wallbox in die korrekte Gleichspannung umwandelt, um die Traktionsbatterie des Fahrzeugs aufzuladen. Die dabei entstehende Abwärme wird zur Erhöhung der Betriebssicherheit durch einen Wasserkühlkreislauf abgeführt.

RDE: RDE steht für Real Driving Emissions und ist ein Straßentest zur Überprüfung von Schadstoffemissionen. In Verbindung mit der Einhaltung von Emissionsgrenzwerten unter Anwendung von Konformitätsfaktoren soll für Partikel ab der Emissionsstufe Euro 6c nach WLTP bzw. zusätzlich für NOx ab der Emissionsstufe Euro 6d-TEMP überprüft werden, dass die Euro 6-Grenzwerte auch in Straßentests innerhalb der gesetzlich gültigen Rahmenbedingungen nicht überschritten werden. In der Vergangenheit fanden Abgasmessungen zur Typengenehmigung ausschließlich auf Prüfständen statt. Seit März 2016 sind Emissionen innerhalb eines definierten Rahmens zunehmend auch im realen Fahrbetrieb nachzuweisen. Ab September 2017 müssen für neue Emissionstypen im RDE sowohl für Stickoxide NOx als auch für die Partikelanzahl PN die Euro 6-Schadstoffgrenzwerte unter Anwendung von Konformitätsfaktoren in Straßentests eingehalten werden. Ab 1. September 2019 gilt dies für alle Neuzulassungen.

Rekuperation: Die Rückgewinnung der Bewegungsenergie des Fahrzeugs. Der Elektromotor funktioniert dabei als Generator. Die elektrische Leistung, die er dabei erzeugt, ist regelbar und bremst das Fahrzeug mehr oder weniger stark ab. Auf diese Weise kann Energie zur Ladung der Batterie erzeugt werden, wenn das Fahrzeug mit konstanter Geschwindigkeit einen Berg hinunterfährt, oder wenn es verzögert wird, weil die Verkehrssituation oder die Streckenführung es erfordern.

Riemengetriebener Starter-Generator (RSG): Kombination von Starter und Generator, die wie herkömmliche Lichtmaschinen als Anbauteil über einen Riemenantrieb mit dem Kurbeltrieb des Motors verbunden ist.

Segeln: Das möglichst widerstandarme Rollen des Fahrzeugs. Der Antrieb liefert keine Energie und es wird keine Energie rekuperiert. Roll- und Luftwiderstände bremsen das Fahrzeug sehr langsam ab.

Stufenmulden-Brennverfahren: Ein charakteristisches Merkmal der Kolben von Dieselmotoren mit direkter Einspritzung ist eine Mulde im Kolbenboden, in der der eingespritzte Kraftstoff mit der Luft verwirbelt und vermischt wird. Die Gestaltung als Stufenmulde (anstatt der herkömmlichen Omega-Mulde) hat eine Reihe von Vorteilen, z. B. die sehr gute Luftausnutzung bei geringer Partikelemission und ein höherer Wirkungsgrad durch gesteigerte Brenngeschwindigkeit. Aufgrund der geänderten Strömungsverhältnisse im Brennraum ergibt sich ein geringerer Wärmeabfluss über die Zylinderwand sowie eine gleichmäßigere Temperaturverteilung am Zylinderkopf und eine Entlastung der hochbeanspruchten Ventilstege. Insgesamt resultieren daraus verringerte Wandwärmeverluste, was ebenfalls zur Wirkungsgradsteigerung beiträgt.

Vorklimatisierung: Temperierung des Fahrzeuginnenraums vor der Abfahrt durch elektrisch betriebene Kältemittelverdichter und Hochtemperatur-Zuheizer, während der Plug-in-Hybrid oder das batterieelektrisch betriebene Fahrzeug an das Stromnetz angeschlossen ist. Diese Funktion ist entweder im Fahrzeug oder per Smartphone-App einstellbar und schont die elektrische Reichweite bei kaltem oder besonders heißem Wetter.

well-to-wheel: Betrachtung der Umwelt- und besonders der CO2-Bilanz des Energieverbrauchs eines Fahrzeuges während der Fahrt unter Einbeziehung des Aufwandes an Primärenergie, der für die Bereitstellung der Energie bis zur Betankung des Fahrzeugs nötig war (beim Verbrennungsmotor ab der Ölquelle, engl. „well“, analog dazu beim Kraftwerk ab der Gewinnung der Primärenergie – Wind, Wasser, Gas, Kohle etc.)

WLTC: Der Fahrzyklus des àWLTP heißt WLTC – Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Cycle. Für unterschiedliche Fahrzeugtypen wurden im WLTP drei unterschiedliche Fahrzyklen entwickelt, die dem jeweiligen Leistungsgewicht Rechnung tragen. Der überwiegende Teil der in der EU zugelassenen Pkw, die über ein Leistungsgewicht von mehr als 34 kW/t (46 PS/t) verfügen, werden dem WLTC Klasse 3 zugeordnet. Der Testzyklus für Fahrzeuge der Klasse 3 setzt sich aus vier Teilen zusammen – Low, Medium, High, Extra High. Diese bilden den Fahrzeugbetrieb inner- und außerstädtisch sowie auf Schnellstraßen und Autobahnen ab.

WLTP: Die Abkürzung steht für Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedure und ist ein Prüfverfahren, das Verbrauchs- und Abgaswerte eines Fahrzeugs auf einem Rollenprüfstand ermittelt. Seit dem 01. September 2017 wird der WLTP schrittweise eingeführt und löst das vorherige Prüfverfahren NEFZ sukzessive ab. Der WLTP ist durch seine dynamische Ausrichtung deutlich näher am tatsächlichen Fahrgeschehen als bisher. Gleichzeitig sind viele Anforderungen z.B. an die Ermittlung von Fahrwiderständen oder die Durchführung des Rollentests gegenüber dem NEFZ deutlich verschärft worden. Insbesondere diese geänderten Randbedingungen führen zu einem numerischen Anstieg der CO2-Werte, obwohl sich die Effizienz der Fahrzeuge durch das neue Messverfahren nicht ändert.

Wasserstoff-Gewinnung: Wasserstoff kann beispielsweise durch Vergärung von Biomasse oder Elektrolyse von Wasser hergestellt werden. Heute gewinnt man den Energieträger noch hauptsächlich aus fossilen Brennstoffen, vor allem aus Erdgas (durch Dampfreformierung unter hohem Druck)

Quelle: Daimler AG


Werbung: