Die Daimler AG (Börsenkürzel DAI) hat auch im dritten Quartal 2018 die strategische Weichenstellung für die Zukunft des Konzerns konsequent fortgeführt. Die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns war wie erwartet stark von externen Einflussfaktoren geprägt. Daimler hat von Juli bis September weltweit mit 794.700 Pkw und Nutzfahrzeugen 4% weniger als im Vorjahr (i. V. 824.100) abgesetzt, wobei Daimler Trucks und Daimler Buses ihren Absatz jeweils steigern konnten. Der Konzernumsatz lag im Berichtsquartal bei 40,2 (i. V. 40,7) Mrd. €. Bereinigt um Wechselkursveränderungen blieb der Umsatz auf Vorjahreshöhe.

Der Daimler-Konzern erzielte im dritten Quartal 2018 ein EBIT von 2.488 Mio. € und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 3.409 Mio. €. Das Konzernergebnis lag mit 1.761 Mio. € deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahresquartals von 2.237 Mio. €. Der Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergebnis betrug 1.689 (i. V. 2.146) Mio. €; dies führte zu einem Rückgang des Ergebnisses je Aktie auf 1,58 (i. V. 2,01) €.

Das EBIT im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars lag insbesondere aufgrund eines Volumenrückgangs und Aufwendungen im Zusammenhang mit laufenden behördlichen Verfahren und Maßnahmen für Diesel-Fahrzeuge deutlich unter dem Vorjahresquartal. Daimler Trucks erzielte im Wesentlichen aufgrund des Absatzanstiegs in der NAFTA-Region ein Ergebnis deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Mercedes-Benz Vans konnte das EBIT aus dem dritten Quartal 2017 nicht erreichen. Das Ergebnis von Daimler Buses lag im dritten Quartal 2018 leicht unter dem Vorjahreswert. Bei Daimler Financial Services führte vor allem das gestiegene Zinsniveau zu einer Belastung des Ergebnisses. Wechselkurseffekte wirkten sich in Summe negativ auf das operative Ergebnis aus.

„Die Automobilindustrie und damit auch Daimler befinden sich weiterhin in einem sehr herausfordernden Umfeld“, sagte Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars. „Die nach wie vor hohe Nachfrage unserer Kunden stimmt uns für das vierte Quartal zuversichtlich.“

Free Cash Flow und Liquidität

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts führte in den ersten neun Monaten 2018 zu einem Zahlungsmittelabfluss von 60 Mio. € (i. V. Zahlungsmittelzufluss von 5,8 Mrd. €). Der starke Rückgang resultierte insbesondere aus dem allgemeinen Geschäftsverlauf und der Entwicklung des Working Capital, die insbesondere geprägt war durch den höheren Anstieg der Vorräte aufgrund von Einschränkungen bei der Fahrzeugverfügbarkeit infolge von Verzögerungen bei der Zertifizierung bei Mercedes-Benz Cars. Zudem waren bei Mercedes-Benz Vans Auslieferungsverzögerungen aufgrund von Maßnahmen für Dieselfahrzeuge zu verzeichnen. Des Weiteren wirkten die gestiegenen Investitionen in Sachanlagen belastend. Dagegen resultierten positive Effekte aus den niedrigeren Ertragsteuerzahlungen.

Seit dem 31. Dezember 2017 verringerte sich die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts um 3,1 Mrd. € auf 13,5 Mrd. €. Die Dividendenzahlung an die Aktionäre der Daimler AG führte zu einem Rückgang der Nettoliquidität, der durch positive Wechselkurseffekte nur teilweise kompensiert werden konnte.

„Im vergangenen Quartal gab es die verschiedensten belastenden Faktoren, die maßgeblichen Einfluss auf unser Ergebnis hatten. Dennoch konnten wir ein EBIT von 2,5 Mrd. € erwirtschaften“, sagte Bodo Uebber, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Finance & Controlling und Daimler Financial Services. „Trotz des volatilen Umfelds ist es für Daimler wichtig und richtig, in die Zukunft zu investieren. Dabei profitieren wir von unserer starken Bilanz sowie unseren globalen und vielfältigen Refinanzierungsmöglichkeiten. Gleichzeitig stellen wir den Konzern mit PROJEKT ZUKUNFT neu auf, um Daimler noch agiler und flexibler zu machen und Marktchancen noch besser zu nutzen.“

Refinanzierung

Der Daimler-Konzern hat sich im dritten Quartal erneut zu attraktiven Bedingungen auf den internationalen Geld- und Kapitalmärkten refinanziert. Im Berichtsquartal 2018 sind dem Unternehmen aus der Emission von Anleihen liquide Mittel in Höhe von 5,8 (i. V. 6,1) Mrd. € zugeflossen. Aufgrund der Tilgung von Anleihen flossen 3,5 (i. V. 3,2) Mrd. € ab. Ein wesentlicher Teil des Emissionsvolumens wurde in Form sogenannter Benchmark-Anleihen (Anleihen mit hohem Nominalvolumen) durchgeführt. Es wurden zudem insgesamt fünf
Asset-Backed Securities (ABS)-Transaktionenabgeschlossen. In den USA wurde mit zwei Transaktionen ein Volumen von 3,5 Mrd. USD generiert. In China konnten Anleihen im Wert von 8,0 Mrd. RMB erfolgreich am Markt platziert werden. Weitere Transaktionen wurden in Deutschland (0,75 Mrd. €) und in Großbritannien (0,4 Mrd. GBP) durchgeführt.

Im Juli 2018 hat Daimler mit einem Konsortium internationaler Banken Verhandlungen über eine neue Kreditlinie mit einem Volumen von 11 Mrd. € erfolgreich abgeschlossen. Mit einer Laufzeit von fünf Jahren gewährt sie Daimler zusätzliche finanzielle Flexibilität bis zum Jahr 2023. Sollten die vereinbarten Verlängerungsoptionen wahrgenommen und von den Banken bestätigt werden, würde sich die Laufzeit bis ins Jahr 2025 verlängern. Daimler beabsichtigt nicht, die Kreditlinie in Anspruch zu nehmen.

Beschäftigte

Zum Ende des Berichtsquartals waren im Daimler-Konzern weltweit 300.367 (Jahresende 2017: 289.321; Q3 2017: 292.121) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon waren 176.287 (Jahresende 2017: 172.089) in Deutschland tätig; 26.079 (Jahresende 2017: 23.513) waren es in den USA. Bei den konsolidierten Tochtergesellschaften in China waren Ende September 4.410 (Jahresende 2017: 4.099) Beschäftigte tätig.

Die Geschäftsfelder im Einzelnen

Der Absatz von Mercedes-Benz Cars lag im dritten Quartal 2018 mit 559.500 verkauften Einheiten deutlich unter dem hohen Niveau des Vorjahres. In Europa wurden von Juli bis September 223.600 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und smart verkauft (-12%), davon gingen 72.100 Einheiten nach Deutschland (-13%). In China, dem größten Markt von Mercedes-Benz Cars, konnte von Juli bis September ein neuer Absatzrekord von über 170.400 Einheiten erzielt und der Bestwert aus dem Vorjahr um 11% übertroffen werden. In den USA sank der Absatz auf 76.000 Einheiten (-8%).

Der Umsatz sank um 7% auf 21,7 Mrd. €. Das EBIT des Geschäftsfelds lag mit 1.372 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert von 2.105 Mio. €. Die Umsatzrendite belief sich auf 6,3 (i. V. 9,0)%. Im Berichtsquartal 2018 wirkten sich ein Volumenrückgang aufgrund von Einschränkungen bei der Fahrzeugverfügbarkeit infolge von Verzögerungen bei der Zertifizierung sowie eine temporär schwächere Preisdurchsetzung ergebnisbelastend aus. Des Weiteren belasteten Aufwendungen im Zusammenhang mit den laufenden behördlichen  Verfahren und Maßnahmen für Diesel-Fahrzeuge das Ergebnis. Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch Vorleistungen für neue Technologien und Fahrzeuge sowie durch eine ungünstige Wechselkursentwicklung negativ beeinflusst. Auch Aufwendungen im Zusammenhang mit der möglicherweise erforderlichen Umrüstung bestimmter Fahrzeuge, die noch mit dem früher verwendeten Kältemittel R134a ausgerüstet sind, verringerten das Ergebnis. Erträge von 185 Mio. € aus der Bewertung der Anteile an der Aston Martin Lagonda Global Holdings plc wirkten sich positiv auf das EBIT aus. Im Vorjahr wurde das Ergebnis durch Aufwendungen im Zusammenhang mit einer Rückrufaktion (230 Mio. €) sowie für freiwillige Maßnahmen für Diesel-Antriebe (223 Mio. €) belastet.

Der Absatz von Daimler Trucks lag im dritten Quartal 2018 bei 136.100 Einheiten und übertraf damit das Vorjahresniveau um 8%. In der NAFTA-Region wurden die Lkw-Verkäufe deutlich auf 52.700 (i. V. 45.300) Einheiten gesteigert. In Lateinamerika übertraf der Absatz mit 9.800 (i. V. 8.000) Einheiten das Niveau des Vorjahres. Im brasilianischen Markt wurden 6.000 Fahrzeuge abgesetzt (+ 63%). Die Verkäufe in der Region EU30 (Europäische Union, Schweiz und Norwegen) übertrafen mit 21.900 (i. V. 20.900) Einheiten das Vorjahresniveau. In Deutschland stieg der Absatz auf 8.700 (i. V. 8.100) Lkw. Die Abschwächung des türkischen Marktes zeigte sich in diesem Quartal deutlich im Absatz, der mit 900 (i. V. 3.400) verkauften Einheiten signifikant unter dem Vorjahresquartal lag. In Asien konnten die Lieferungen auf 42.300 (i. V. 40.000) Fahrzeuge ausgebaut werden. Der Absatz in Indonesien lag mit 17.800 Verkäufen um rund 50% über dem Vorjahresniveau. Auch in Indien verkaufte die Lkw-Sparte mit 5.300 (i. V. 4.900) Einheiten deutlich mehr Lkw als im Vorjahreszeitraum. Die Verkäufe in Japan entwickelten sich mit 10.700 (i. V. 11.900) Lkw marktbedingt rückläufig. Die Verkäufe von Auman Trucks des Joint Ventures in China gingen auf 23.000
(i. V. 30.000) Einheiten zurück.

Der Umsatz lag mit 10,0 (i. V. 9,2) Mrd. € deutlich über dem Vorjahresniveau. Das Geschäftsfeld konnte mit 850 (i. V. 614) Mio. € ein EBIT deutlich über dem Vorjahresergebnis erreichen. Die Umsatzrendite betrug 8,5 (i. V. 6,7)%. Neben dem Absatzanstieg insbesondere in der NAFTA-Region wirkte sich die Realisierung von Effizienzverbesserungen positiv auf die Ergebnisentwicklung aus. Im Vorjahr waren Aufwendungen im Rahmen der Fixkostenoptimierung (70 Mio. €) enthalten. Höhere Aufwendungen für Rohstoffe sowie Mehrkosten, die sich im Wesentlichen aus Engpässen in der Zulieferkette ergaben, belasteten das EBIT.

Der Absatz von Mercedes-Benz Vans lag im dritten Quartal unter anderem aufgrund von Auslieferungsverzögerungen bei den Modellen Vito, V-Klasse und Sprinter mit 91.400 Einheiten um 2% unter dem Vorjahr. In der Region EU30 wurde ein Absatzrückgang von 3% auf 57.000 Einheiten verzeichnet. Im deutschen Markt lag der Absatz mit 22.400 Einheiten um 5% unter Vorjahr. Positiv war die Entwicklung in der NAFTA-Region, in der mit 13.000
(i. V. 12.600) abgesetzten Einheiten ein neuer Bestwert im dritten Quartal erzielt wurde. Dabei stieg der Absatz in den USA um 1% auf 9.600 Einheiten. In Lateinamerika legte der Absatz deutlich um 13% auf 4.700 Einheiten zu. Dazu trug insbesondere die signifikante Markterholung in Brasilien bei. In China hat Mercedes-Benz Vans seine Position weiter verbessert und verzeichnete mit 7.400 Einheiten (+9%) sein bislang absatzstärkstes drittes Quartal. Dies ist im Wesentlichen auf den großen Erfolg der Modelle V-Klasse und Vito zurückzuführen.

Der Umsatz ging um 2% auf 3,0 Mrd. € zurück. Das EBIT des Geschäftsfelds betrug -93 Mio. € und lag damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres von 214 Mio. €. Die Umsatzrendite sank auf -3,1% gegenüber 6,9% im Vorjahr. Vorleistungen für neue Technologien und Produkte sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Modellwechsel des Sprinter haben das Ergebnis geprägt. Darüber hinaus belasteten Aufwendungen im Zusammenhang mit den laufenden behördlichen Verfahren und Maßnahmen für Dieselfahrzeuge sowie geringere Absätze infolge von Auslieferungsverzögerungen das EBIT.

Der Absatz von Daimler Buses stieg im dritten Quartal 2018 um 7% auf 7.700 Einheiten. In der Region EU30 hat Daimler Buses mit 2.100 Einheiten deutlich mehr Komplettbusse und Fahrgestelle der Marken Mercedes-Benz und Setra abgesetzt (+15%). In Lateinamerika (ohne Mexiko) blieb der Absatz mit 3.400 (i. V. 3.600) Fahrgestellen trotz der gestiegenen Nachfrage in Brasilien unter dem Vorjahresniveau. In Mexiko wurden 900 Einheiten abgesetzt (+4%). In Indien verzeichnete die Bus-Sparte einen signifikanten Absatzanstieg auf
420 (i. V. 280) Einheiten.

Der Umsatz lag mit 1,1 (i. V. 1,0) Mrd. € leicht über dem Vorjahresniveau. Das EBIT des Geschäftsfelds lag mit 30 Mio. € leicht unter dem Vorjahreswert von 32 Mio. €; die Umsatzrendite belief sich auf 2,8 (i. V. 3,1)%. Der Rückgang des Ergebnisses durch den veränderten Produktmix und den inflationsbedingten Kostenanstieg konnte durch weitere Effizienzsteigerungen nur teilweise kompensiert werden.

Das Neugeschäft von Daimler Financial Services entwickelte sich im Berichtsquartal vor dem Hintergrund des geringeren Fahrzeugabsatzes im Konzern leicht rückläufig: Weltweit wurden 458.000 neue Leasing- und Finanzierungsverträge im Wert von 16,6 Mrd. € abgeschlossen; 5% weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Vertragsvolumen erreichte Ende September einen Wert von 148,8 Mrd. € und lag damit deutlich über dem Niveau vom Jahresende 2017 (+6%). Im Versicherungsgeschäft vermittelte Daimler Financial Services im dritten Quartal 566.000 Verträge (+3%). Zum 30. September 2018 lag die Kundenzahl der Daimler Mobilitätsdienstleistungen bei rund 26 Mio. Damit stiegen die Nutzerzahlen von car2go, moovel und der Ride-Hailing-Gruppe inklusive mytaxi, Beat, Clever Taxi und Chauffeur Privé im Vergleich zum Vorjahr um 64%. In 130 Städten weltweit wurden im Berichtsquartal über 46 Mio. Transaktionen verzeichnet.

Das EBIT des Geschäftsfelds lag mit 392 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert von 508 Mio. €. Haupttreiber für die negative Entwicklung waren das gestiegene Zinsniveau sowie die Risikokostensituation in der Türkei. Positive Effekte aus dem gestiegenen Vertragsvolumen konnten diesen Entwicklungen nur teilweise entgegenwirken.

Die Überleitung der operativen Ergebnisse der Geschäftsfelder auf das EBIT des Konzerns umfasst die zentral verantworteten Sachverhalte sowie Ergebniseffekte aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen zwischen den Geschäftsfeldern. Aus den zentral verantworteten Sachverhalten resultierten im dritten Quartal 2018 Aufwendungen von 62 (i. V. 72) Mio. €. Aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen ergaben sich im dritten Quartal 2018 Aufwendungen von 1 (i. V. Erträge von 8) Mio. €

Investitionen in die Zukunft

Der Daimler-Konzern hat im dritten Quartal 2,1 (i. V. 1,5) Mrd. € in Sachanlagen investiert. Der größte Anteil entfiel mit 1,6 (i. V. 1,0) Mrd. € auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars. Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Daimler-Konzerns beliefen sich im dritten Quartal auf 2,4 (i. V. 2,3) Mrd. €. Mit 1,8 (i. V. 1,7) Mrd. € entfielen rund drei Viertel der Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars.

Ausblick Geschäftsfelder

Auf Basis der Annahmen für die Entwicklung der für Daimler wichtigen Märkte und der aktuellen Einschätzungen der Geschäftsfelder erwartet das Unternehmen, dass der Konzernabsatz im Jahr 2018 insgesamt leicht gesteigert werden kann.

Mercedes-Benz Cars plant für das Gesamtjahr 2018 einen Absatz in der Größenordnung des Vorjahres. Die Absatzentwicklung wird maßgeblich von Lebenszykluseffekten bestimmter Baureihen beeinflusst. Dazu gehören der Hochlauf der neuen A-Klasse, die Modellpflege der C-Klasse und die anstehende Ablösung der seit 2011 auf dem Markt befindlichen B-Klasse durch die nächste Fahrzeuggeneration. Hinzu kommen erhöhte Einfuhrzölle für US-Fahrzeuge im chinesischen Markt sowie die bekannten Auslieferstopps einzelner Diesel-Modelle. Die Fahrzeugzertifizierung dauert teilweise länger als üblich und wirkt sich ebenfalls auf die Verfügbarkeit aus.

Absatzimpulse erwartet die Pkw-Sparte weiterhin durch die SUVs. In Europa ist seit Mai die neue A-Klasse als Vorbote der nächsten Generation an Kompaktfahrzeugen erhältlich. Ende des Jahres wird das viertürige Stufenheckmodell der A-Klasse neue Impulse setzen. Weitere Absatztreiber bilden die Familien der E- und S-Klasse. Das Absatzwachstum der S-Klasse Familie wird unter anderem durch den besonders starken Anstieg der Absatzzahlen bei der Luxusmarke Mercedes-Maybach fortgeführt. Darüber hinaus führt Mercedes-Benz Cars kontinuierlich und weltweit neue Modelle ein. So bietet Mercedes-AMG als Performance-Marke unter anderem die neuen 53er-Modelle des CLS und der E-Klasse Familie an. Mit der Einführung des Mercedes-AMG GT 4-Türer ist die AMG Sportwagen-Familie um ein weiteres Modell gewachsen.

Daimler Trucks geht für das Jahr 2018 weiterhin davon aus, dass der Gesamtabsatz deutlich über dem Vorjahresniveau liegen wird. In der NAFTA-Region erwartet die Lkw-Sparte, dass die Verkäufe aufgrund der Markterholung deutlich über dem Vorjahresniveau liegen werden. In der Region EU30 wird nun mit einem leichten Anstieg der Verkäufe gerechnet. In Brasilien wird für das Jahr 2018 ein Absatz erwartet, der das niedrige Niveau des Vorjahres deutlich übertrifft. Für Indien und Indonesien geht Daimler Trucks ebenfalls von einer deutlichen Absatzsteigerung aus. In Japan erwartet das Geschäftsfeld unverändert einen Absatz, der in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen sollte.

Mercedes-Benz Vans plant für das Jahr 2018 einen deutlichen Absatzanstieg. Besonders starkes Wachstum erwartet die Transporter-Sparte in China und in den USA. In der Region EU30 rechnet das Geschäftsfeld nun mit einem Absatz auf dem Vorjahresniveau. Im Rahmen der Geschäftsfeldstrategie »Mercedes-Benz Vans goes global« wurde das Portfolio um die Mercedes-Benz X-Klasse, einen Premium-Pickup für Märkte in Europa, Südafrika, Australien und Neuseeland erweitert. In Brasilien und Argentinien ist die Markteinführung für das Jahr 2019 vorgesehen.

Für das Jahr 2018 rechnet Daimler Buses weiterhin mit einer deutlichen Absatzsteigerung. Dabei unterstellt die Bus-Sparte ein spürbares Absatzwachstum in der Region EU30. Nach dem signifikanten Anstieg im Vorjahr rechnet das Geschäftsfeld in Lateinamerika für das Jahr 2018 mit einer weiteren Steigerung, allerdings mit einer deutlich nachlassenden Dynamik. Eine positive Absatzentwicklung wird auch in Indien erwartet.

Daimler Financial Services antizipiert für das Jahr 2018 weiteres Wachstum beim Vertragsvolumen. Das Neugeschäft wird in der Größenordnung des Vorjahres erwartet. Neue Marktpotenziale erschließt das Geschäftsfeld durch neue und digitale Möglichkeiten des Kundenkontakts, vor allem indem die Online-Vertriebskanäle gezielt weiterentwickelt werden.

Ausblick Daimler

Auf Basis der insgesamt positiven Absatzentwicklung geht Daimler davon aus, dass der Konzernumsatz im Jahr 2018 leicht zunehmen wird. In den Geschäftsfeldern Daimler Trucks und Daimler Financial Services rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Umsatzanstieg, während bei Mercedes-Benz Vans nun von einer leichten Steigerung ausgegangen wird. Im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars wirken die erwarteten Wechselkursentwicklungen und Lebenszykluseffekte bei einigen Modellen dämpfend auf die Umsatzentwicklung, weshalb für Mercedes-Benz Cars mit einem Umsatz auf dem hohen Vorjahresniveau gerechnet wird. Auch für das Geschäftsfeld Daimler Buses erwartet das Unternehmen einen Umsatz in der Größenordnung des Vorjahres.

Ende März 2018 haben Daimler und die BMW Group die Absicht bekannt gegeben, vorbehaltlich der Prüfung und Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden, ihre bestehenden Angebote für On-Demand-Mobilität in den Bereichen Carsharing, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität zusammenzuführen und künftig strategisch weiter auszubauen. Dazu haben die beiden Unternehmen eine Vereinbarung zur Zusammenlegung ihrer Geschäftseinheiten für Mobilitätsdienste unterzeichnet. Beide Unternehmen sollen jeweils 50% der Anteile an den geplanten Gemeinschaftsunternehmen der Mobilitätsdienste beider Konzerne halten. Vorbehaltlich der Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden würde die Gründung der Gemeinschaftsunternehmen bei Daimler Financial Services zu einem signifikanten positiven Bewertungs- und Ergebniseffekt führen, der im nachstehenden
EBIT-Ausblick berücksichtigt ist.

Aufgrund mehrerer Faktoren kam es bei Mercedes-Benz Cars im dritten Quartal zu vorübergehenden Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Fahrzeugen, die sich teilweise auch noch auf das vierte Quartal erstrecken. Zu den Faktoren gehören unter anderem die bekannten Auslieferstopps für einige Diesel-Modelle. Zudem dauert die Zertifizierung von Fahrzeugen in Europa und einigen internationalen Märkten derzeit länger als üblich. Daimler arbeitet seit längerer Zeit mit Hochdruck an Software-Updates, der Umstellung des europäischen Teststandards auf WLTP sowie der Klärung offener technischer und rechtlicher Fragen.

Die Bestände sind temporär angestiegen. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Mercedes-Benz Fahrzeugen rechnet das Unternehmen jedoch weiterhin damit, dass sich die Situation im vierten Quartal wieder normalisieren wird und die Bestände bis zum Jahresende 2018 wieder reduziert werden können.

Die beschriebenen Faktoren gelten sinngemäß ebenfalls für Mercedes-Benz Vans und beeinträchtigen daher auch die Geschäftsentwicklung der Transporter-Sparte.

Wegen aktueller Entwicklungen hat Daimler am 19. Oktober für das Jahr 2018 eine Neueinschätzung der Ergebniserwartungen für die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars und Daimler Buses sowie für den Daimler-Konzern vorgenommen. Maßgeblich dafür ist ein Anstieg der erwarteten Aufwendungen im Zusammenhang mit den laufenden behördlichen Verfahren und Maßnahmen in verschiedenen Regionen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge. Zudem sind bei Mercedes-Benz Vans geringere Absätze infolge von Auslieferungsverzögerungen zu verzeichnen. Des Weiteren wurde aus Anlass einer aktuellen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für eine möglicherweise erforderliche Umrüstung bestimmter Fahrzeuge Risikovorsorge getroffen, die noch mit dem früher verwendeten Kältemittel R134a ausgestattet sind. Darüber hinaus ist im Geschäftsfeld Daimler Buses eine rückläufige Nachfrage in einzelnen Märkten zu verzeichnen.

Auf der Basis dieser Effekte sowie der erwarteten Marktentwicklung und der aktuellen Einschätzungen der Geschäftsfelder geht Daimler nun davon aus, dass das Konzern-EBIT im Jahr 2018 deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird.

Die einzelnen Geschäftsfelder haben für das Jahr 2018 folgende Erwartungen für das EBIT:

– Mercedes-Benz Cars: deutlich unter Vorjahresniveau,
– Daimler Trucks: deutlich über Vorjahresniveau,
– Mercedes-Benz Vans: deutlich unter Vorjahresniveau,
– Daimler Buses: deutlich unter Vorjahresniveau und
– Daimler Financial Services: in der Größenordnung des Vorjahres.

Trotz nochmals höherer Vorleistungen für neue Produkte und Technologien dürfte der Free Cash Flow des Industriegeschäfts deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen und auch die Dividendenausschüttung im Jahr 2018 übertreffen. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass der Free Cash Flow des Industriegeschäfts im Jahr 2017 durch eine außerordentliche Zuführung in Höhe von 3 Mrd. € in das deutsche Pensionsvermögen der Daimler AG geschmälert wurde.

Um die anspruchsvollen Wachstumsziele zu erreichen, werden die bereits sehr hohen Investitionen in Sachanlagen (i. V. 6,7 Mrd. €) im Jahr 2018 leicht erhöht. Sowohl Mercedes-Benz Cars als auch Daimler Trucks werden im Jahr 2018 vor allem in Folgegenerationen für bestehende Produkte, in neue Produkte, in globale Komponentenprojekte, in den Ausbau der Produktionskapazitäten und in die Optimierung des internationalen Produktionsnetzwerks investieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei Mercedes-Benz Cars auf dem Ausbau des weltweiten Produktionsnetzwerks für die Elektromobilität.

Auch bei den Forschungs- und Entwicklungsleistungen erwartet das Unternehmen Umfänge leicht über dem Niveau des Vorjahres von 8,7 Mrd. €. Zu den wesentlichen Einzelprojekten bei Mercedes-Benz Cars gehören die Nachfolgemodelle der aktuellen S-Klasse sowie der C-Klasse. Außerdem wird in neue effizientere Motoren, alternativ angetriebene Fahrzeuge und Antriebssysteme, autonomes Fahren und in Konnektivität investiert. Bei Daimler Trucks liegen die Schwerpunkte auf Aktivitäten in den Bereichen Kraftstoffeffizienz und Emissionsreduzierung sowie bei Aufwendungen für maßgeschneiderte Produkte und Technologien für wichtige Wachstumsmärkte. Außerdem gewinnen die Zukunftstechnologien Elektromobilität, Konnektivität und automatisiertes Fahren weiter an Bedeutung.

Vor dem Hintergrund weiterer Effizienzsteigerungen im Rahmen der mittel- und langfristig ausgerichteten Programme zur strukturellen Verbesserung der Geschäftsprozesse geht Daimler davon aus, dass die Wachstumsziele mit einem nur geringfügig wachsenden Personalbestand erreicht werden können.

Quelle: Daimler AG