Mercedes-Benz hat die B-Klasse überarbeitet – und das gründlich. Die dritte Generation des Modells feiert die Weltpremiere am Pariser Automobilsalon – und wir haben bereits jetzt alle Bilder und Informationen dazu. Bestellbar ist das Modell übrigens ab 3. Dezember – und wird ab Februar 2019 erstmals ausgeliefert.

“So praktisch wie immer, so chic wie noch nie” – so zumindest Britta Seeger von der Daimler AG und verantwortlich für den Mercedes-Benz Vertrieb. Durchaus, die B-Klasse zeigt sich nicht nur im Interieur deutlich überarbeitet – und natürlich stark an die neue A-Klasse von Mercedes-Benz angelehnt – sondern gerade im Exterieur eher so, wie man es eigentlich optisch bislang eher aus der Wolfsburger Ecke gewohnt war. Irrt der Eindruck? Zumindest der erste Blick auf das Modell zeigt durchaus einige Ähnlichkeiten.

Fünf Motorisierungen ab Verkaufsstart im Dezember

Bei den Motorisierungen startet die B-Klasse mit fünf Motorisierungen zum Verkaufsstart: dem B 180 mit 136 PS und 200 Nm, den B 200 mit 163 PS und 250 Nm sowie dem B-180 d mit 116 PS / 260 Nm. Neu ist der B 200 d mit 150 PS und 320 Nm sowie mit 8G-DCT Doppelkupplungsgetriebe sowie der B 220 d mit 190 PS und 400 Nm (ebenfalls mit 8G-DCT).

Motorisierungen im Überblick (Werte nach NEFZ):

  • B 180 (100 kW/136 PS, 200 Nm) mit 7G-DCT Doppelkupplungsgetriebe (Kraftstoffverbrauch kombiniert 5,6-5,4 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert 128-124 g/km)
  • B 200 (120 kW/163 PS, 250 Nm) mit 7G-DCT Doppelkupplungsgetriebe (Kraftstoffverbrauch kombiniert 5,6-5,4 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert 129-124 g/km)
  • B 180 d (85 kW/116 PS, 260 Nm) mit 7G-DCT Doppelkupplungsgetriebe; Kraftstoffverbrauch kombiniert 4,4-4,1 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert 115-109 g/km)
  • B 200 d (110 kW/150 PS, 320 Nm) mit 8G-DCT Doppelkupplungsgetriebe; Kraftstoffverbrauch kombiniert 4,5-4,2 l/100 km, CO2- Emissionen kombiniert 119-112 g/km)
  • B 220 d (140 kW/190 PS, 400 Nm) mit 8G-DCT Doppelkupplungsgetriebe; Kraftstoffverbrauch kombiniert 4,5-4,4 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert 119-116 g/km)

OM 654q erfüllt Euro 6 d Norm !

Der neue OM 654q – der OM 654 im Quereinbau – verfügt über Stahlkolben mit Stufenmulden im Alublock sowie Zylinderlaufbahnen mit NANOSLIDE. Der Zylinderabstand beträgt hier nur 90 mm und ermöglicht so den Einbau der Komponenten der Abgasnachbehandlung direkt am Motor. Dadurch erfüllt der Motor bereits jetzt die Real Driving Emissions RDE der Stufe 2 und ist nach Euro 6 d zertifiziert. Erreicht wird dies über einen zusätzlichen Selective-Catalytic-Reduction- Katalysator (SCR) mit Ammoniak-Sperr-Kat (ASC) im Abgasstrang der B-Klasse. Dies ermöglicht eine tendenziell großzügige Dosierung des Reduktionsmittels AdBlue, weil etwaige Überschüsse im zweiten SCR abgebaut und umgesetzt werden. Diese Überschüsse (Ammoniak-Schlupf) treten insbesondere bei schnellen Temperaturänderungen im Abgasstrang auf, etwa beim Wechsel vom Stadtverkehr auf die Autobahn.

Radsätze bis 19 Zoll

Die neue B-Klasse der Baureihe 247 zeigt einen Radstand von 2.729 mm mit kurzen Überhängen und nun leicht abgesenkter Dachlinie. Bei den Radsätzen sind Räder in den Dimensionen 16 bis 19 Zoll verfügbar und machen die Proportionen dynamischer. Die Front zeigt sich flach mit fließendem Übergang von der Motorhaube in Richtung der A-Säule und zur Frontscheibe, während die Karosserieschulter den Gesamteindruck sportlich unterstreicht.

Basis noch mit H 7 Scheinwerfer

Bei der Basisvariante verweist Mercedes-Benz noch darauf, das hier weiterhin H7 Scheinwerfer verbaut werden – zumindest dann mit LED Tagfahrlicht. Erst ab der Ausstattung mit Voll-LED Scheinwerfern hat die B-Klasse auch eine eigene Tagfahrlicht-Signatur – nun mit einer Doppelfackel. Auf Wunsch ist auch – wie bei der A-Klasse – MULTIBEAM LED – verfügbar.

Zweigeteilte Heckleuchten

Das Heck zeigt zweigeteilte Leuchten, die Reflektoren sind dabei in den Stoßfänger ausgelagert. Für mehr sportliche Optik sorgt parallel ein großer Dachspoiler sowie schwarze – seitlich an die Heckscheibe angebrachte Spoiler, welche zusätzlich die Aerodynamik verbessern. Der cW-Wert der B-Klasse startet nun übrigens bereits bei 0,24 – statt 0,25 zum Vorgänger.

Das Interieur der B-Klasse (BR 247) erhielt eine verbesserte Sitzgeometrie sowie eine abgesenkte Gürtellinie, was das Raumgefühl großzügig machen soll. Der Fahrer sitzt nun 90 Millimeter höher als in einer A-Klasse, die Querschnitte der Dachsäulen wurden parallel optimiert und verdeckt nun weniger von der Umgebung.

Interieur-Design

Im Interieur zeigen sich viele identische Elemente, wie in der A-Klasse, doch möchte die B-Klasse eigenständig sein. Während die Instrumententafel des Schwestermodells in zwei horizontale Grundkörper aufgeteilt ist, hat die der B-Klasse ein einziges Grundvolumen. Dieses fällt zu den Insassen hin ab und ist im Fahrer- und  Beifahrerbereich ausgeschnitten. Vor dem Fahrer trägt dieser Ausschnitt die völlig freistehende Bildschirmeinheit, die in drei verschiedenen Ausführungen erhältlich ist: mit zwei 7-Zoll-Displays (17,78 cm), mit einem 7- und einem 10,25-Zoll-Display (26 cm) und in der Widescreen-Version mit zwei 10,25-Zoll-Displays. Als Option ist ebenso ein Head-up-Display erhältlich.

Die B-Klasse erhält fünf runde Luftungsdüsen in Turbinenoptik, in der Line Style ist der Luftleitring in der Mitte farblich akzentuiert und soll optisch wie ein Nachbrenner wirken. Die Mittelkonsole mit touchbasiertem Bedien- und Eingabesystem ist wie in der E-Klasse in „Black-Panel-Optik“ ausgeführt. Auch die Ambientebeleuchtung mit 64 Farben und zehn Farbwelten, ein Alleinstellungsmerkmal im Fahrzeugsegment, ermöglicht individuelle Anpassungen, sogar je nach Stimmungslage.

Die Sitze bieten eine flachere und damit bequemere Sitzposition sowie einen größeren Verstellbereich, was auch den maximalen Kopfraum vergrößert. Mehr Platz ist auch in der Breite: Mit 1.456 Millimetern (plus 33 mm) hat die Ellenbogenbreite vorne Mittelklasse-Dimensionen erreicht. Die Sitze sind nun auch mit Sitzklimatisierung sowie Multikontursitzen mit Massagefunktion erhältlich, wobei ebenso die ENERGIZING Sitzkinetik angeboten wird (i.V. mit vollelektrischen Sitzverstellung mit Memory Funktion für die Vordersitze), welche in regelmäßigen Abständen die Neigung von Sitzkissen und Lehne verändert und so das orthopädisch verteilhafte Wechseln der Sitzhaltung unterstützt.

Kofferraum von 455/705 bis 1.540 Liter

Feinschliff fand im Innenraum an vielen Stellen statt: Das verbesserte Durchstiegsmaß auf den Mitteltunnel im Fond macht den mittleren Platz besser zugänglich. Die Lehne der Rücksitze ist serienmäßig 40:20:40 teilbar, je nach Ausführung ist die Fondsitzanlage ab Mitte 2019 um 14 Zentimeter verschiebbar, und die Lehne in eine steilere Position klappbar, um das Kofferraumvolumen hinter den Fondsitzen zwischen 455 und 705 Litern zu variieren. Obwohl das Volumen in etwa dem des Vorgängers entspricht, kann der Kofferraum durch die Optimierungen besser genutzt werden.

Bei umgelegtem Fondsitz und dachhoher Beladung passen hinter den Vordersitzen bis zu 1.540 Liter in den dank verstellbarem Laderaumboden ebenen Gepäckraum. Noch mehr Ladelänge ermöglicht die umlegbare Lehne des Beifahrersitzes (Sonderausstattung, voraussichtlich verfügbar ab Mitte 2019).  Als Sonderausstattung steht die EASY-PACK Heckklappe zur Wahl. Sie kann komfortabel per Knopfdruck automatisch geöffnet oder geschlossen werden, in Verbindung mit der Option HANDS-FREE ACCESS sogar per Bewegung des Fußes.

MBUX in der Baureihe 247

Die B-Klasse erhält – wie auch die A-Klasse sowie der neue GLE – das MBUX Multimediasystem mit serienmäßiger Touchscreen-Bedienung sowie – optional je nach Ausstattung – das hochauflösende Widescreen Cockpit sowie die Navigationsdarstellung mit Augmented Reality Technologie.

Fahrassistenzsysteme – teilautomatisierte Fahrt

Die neue B-Klasse verfügt über Fahrassistenz-Systeme mit kooperativer Unterstützung des Fahrers und bietet damit bei der Aktiven Sicherheit eines der höchsten Niveaus im Segment mit Funktionsumfängen aus der S-Klasse. Erstmals kann die B-Klasse in bestimmten Situationen teilautomatisiert fahren. Dafür erfasst sie das Verkehrsumfeld mit verbesserten Kamera- und Radarsystemen bis zu 500 m voraus und nutzt Karten- und Navigationsdaten für Assistenz-Funktionen. So kann der Aktive Abstands-Assistent DISTRONIC als Teil des Fahrassistenz-Pakets den Fahrer in vielen Situationen streckenbasiert unterstützen und die Geschwindigkeit komfortabel vorausschauend vor z.B. Kurven, Kreuzungen oder Kreisverkehren anpassen. Hinzu kommen der Aktive Nothalt-Assistent und ein intuitiv verständlicher Aktiver Spurwechsel-Assistent. Serienmäßig an Bord der neuen B-Klasse ist zusätzlich ein erweiterter Aktiver Brems-Assistent.

Fahrwerk

Je nach Version stehen mehrer Fahrwerksoptionen zur Verfügung, darunter ein Komfortfahrwerk mit Tieferlegung und ein Fahrwerk mit aktiver adaptiver Verstelldämpfung. Dort kann der Fahrer während der Fahrt die Dämpferabstimmung über DYNAMIC SELECT selbst beeinflussen. Dabei wird ein elektronisches Ventil angesteuert. Dessen Regelung analysiert zusätzlich den Fahrzustand und optimiert individuell für jedes Rad die Dämpferrate.

Die Vorderräder werden bei allen Versionen der neuen B-Klasse an McPherson-Federbeinen und je einem Querlenker aus geschmiedetem Aluminium geführt, an denen Achsschenkel aus Aluguss befestigt sind. So sind die ungefederten Massen zugunsten von Straßenlage und Komfort möglichst gering.

Einsteigsmotorisierungen noch mit Verbundlenker-Hinterachse

Hinten haben die Modelle mit den Einstiegsmotorisierungen in der Basiskonfiguration eine Verbundlenker Hinterachse. Bei den stärkeren Motorisierungen und bei der Wahl einer der Fahrwerks-Sonderausstattungen kommt eine aufwändige Vierlenker-Hinterachse zum Einsatz, die zur Reduzierung der ungefederten Massen weitgehend aus Aluminium gefertigt ist. Die drei Quer- und ein Längslenker pro Hinterrad werden von einem Fahrschemel getragen, der vom Rohbau durch Gummilager entkoppelt ist – so übertragen sich weniger Vibrationen und Geräusche vom Fahrwerk auf die Karosserie. Sowohl an der Vierlenker- als auch an der Verbundlenker-Hinterachse werden Einrohr-Stoßdämpfer und separat angeordnete Schraubenfedern eingesetzt.

Bilder: Daimler AG