Mit dem  beiden beim Pebble Beach Concours d’Elegance gezeigten Fahrzeuge macht Mercedes-Benz Classic die Bandbreite deutlich, mit welcher das Unternehmen in den 1930er-Jahren die automobile Sportlichkeit interpretierte.

Der Mercedes Benz 500 K Spezial-Roadster aus dem Jahr 1934 steht für die hochelegante Ästhetik eines Sportwagens, den die Stuttgarter Marke mit individuellen Karosserien versieht. Der W 125 Rekordwagen aus dem Jahr 1938 hingegen erinnert an die zahlreichen Rennsiege und Geschwindigkeitsrekorde der Mercedes-Benz Silberpfeile dieser Ära.

 

Mercedes-Benz W 125 Zwölfzylinder-Rekordwagen, 1938

Das originale Fahrgestell des Zwölfzylinder-Rekordwagens von 1938 ist in Pebble Beach erstmals zusammen mit einer von Mercedes-Benz Classic neu aufgebauten Karosserie zu sehen. Das Original der Karosserie ist Teil der Dauerausstellung des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart. Das Rekordfahrzeug basiert auf dem Mercedes-Benz Formel-Rennwagen W 125 von 1937. Legendär ist der damit erzielte absolute Geschwindigkeitsrekord auf öffentlichen Straßen, den Rudolf Caracciola am 28. Januar 1938 aufstellt: Der Rennfahrer erreicht auf der Autobahn zwischen Frankfurt am Main und Darmstadt 432,7 km/h über einen Kilometer mit fliegendem Start. Dieser Rekord bleibt fast 80 Jahre lang ungeschlagen. Die Präsentation des originalen Fahrgestells zusammen mit der nach höchsten Ansprüchen an Authentizität rekonstruierten Karosserie gibt einen faszinierenden Einblick in die Detaillösungen, die damals den Weltrekord möglich machen. Dazu gehört beispielsweise die Eiskühlung des Motors, die es gestattet, die Aerodynamik der Vollstromlinienkarosserie weiter zu optimieren und einen sensationell niedrigen CW-Wert von nur 0,17 zu erreichen.

Technische Daten Mercedes-Benz W 125 Zwölfzylinder-Rekordwagen
Einsatz: 1938
Motor: V12
Hubraum: 5.577 cm3
Leistung: 541 kW (736 PS) bei 5.800 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 433 km/h

Mercedes-Benz 500 K Spezial-Roadster, 1935

Mit seinen Achtzylinder-Kompressorwagen besetzt Mercedes-Benz in den 1930er Jahren das Marktsegment der internationalen Luxusklasse. Der „Typ 500 mit Kompressor“, kurz 500 K, erscheint 1934 als sportlich-elegantes Topmodell des Mercedes-Benz Personenwagenprogramms und wird in acht verschiedenen Karosserie-Ausführungen angeboten. Die Krönung aller Varianten ist der besonders elegante und luxuriöse Spezial-Roadster – mit einem Preis von zunächst 26.000, später 28.000 Reichsmark (wofür man auch eine Villa am Wannsee bekommen konnte) zugleich die teuerste Version des 500 K, von der nur 29 Stück gebaut werden. Zur Legende werden der 500 K und sein Nachfolger 540 K nicht nur wegen ihrer souveränen Kraftentfaltung, sondern auch durch die hinreißend schönen, hochwertig ausgestatteten Karosserien. Geschaffen werden sie unter Leitung von Hermann Ahrens in der Abteilung Sonderwagenbau, die 1932 im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen neu gegründet wurde. Mit ihren eleganten, fließenden Linien und den umfassenden Möglichkeiten zur Individualisierung werden die Karosserien aus Sindelfingen von den Kunden so sehr geschätzt, dass sich von den insgesamt 760 Käufern eines 500 K oder 540 K nur weniger als 10 Prozent für die Karossierung bei einem der renommierten Karosserieschneider im In- und Ausland entscheiden – ein bei Luxusfahrzeugen der damaligen Zeit außerordentlich niedriger Anteil.

Technische Daten Mercedes-Benz 500 K Spezial-Roadster
Produktionszeitraum: 1934 bis 1936
Motor: 8/Reihe
Hubraum: 5.018 cm3
Leistung: 74 kW (100 PS), 118 kW (160 PS) mit Kompressor bei 3.400 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h

Quelle: Daimler AG