Daimler Buses hat im Jahr 2017 weltweit 28.700 (i. V. 26.200) Busse und Fahrgestelle abgesetzt. Die Daimler Bus-Sparte konnte damit die uneingeschränkte Marktführerschaft in seinen wichtigsten Kernmärkten EU30 (Europäische Union, Schweiz, Norwegen), Brasilien, Argentinien und Mexiko behaupten. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Das EBIT des Geschäftsfelds lag mit 243 (i. V. 249) Millionen Euro auf dem Niveau des hohen Vorjahreswertes.

Hartmut Schick, Leiter Daimler Buses & Vorsitzender der Geschäftsführung EvoBus GmbH: „Unser Geschäftsjahr 2017 war erfolgreich. Die Markterholung in Lateinamerika trug positiv zum neunprozentigen Absatzwachstum von Daimler Buses bei. Allein in Brasilien konnten wir im letzten Jahr 46 Prozent mehr Fahrgestelle verkaufen als im Jahr zuvor. In Asien legte unser Absatz um 33 Prozent zu und in Europa lagen die Auslieferungen von Komplettbussen auf dem hohen Vorjahresniveau. Das ist eine hervorragende Leistung unseres weltweiten Bus-Teams und darauf können wir stolz sein! Auch für das aktuelle Geschäftsjahr sind wir optimistisch und erwarten einen Absatz und Gewinn deutlich über dem Vorjahresniveau.“ 

Lokal emissionsfrei: Der vollelektrische Mercedes-Benz Citaro ab Ende 2018 im Kundeneinsatz

Schick weiter: „Auf der Produktseite wird 2018 ein ganz besonderes Jahr für uns: Heute geben wir erstmals einen Ausblick auf die Serienversion unseres vollelektrisch angetriebenen Stadtbus Mercedes-Benz Citaro. Der Prototyp hat bereits einen umfangreichen Test- und Erprobungszyklus erfolgreich absolviert. Damit läuten wir eine neue Ära im öffentlichen Personennahverkehr ein.“

Erste Fahrzeuge werden ab Ende des Jahres ausgeliefert und im Rahmen einer sogenannten kundennahen Fahrerprobung in die Praxis gehen. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs in der Metropolregion Rhein-Neckar hat im November 2017 eine entsprechende Absichtserklärung mit der Daimler-Tochter EvoBus GmbH unterzeichnet. Ende des Jahres startet im Mannheimer Bus-Werk die Serienfertigung des Mercedes-Benz Citaro mit vollelektrischem Antrieb.

Der elektrische Citaro ist Teil des Gesamtsystems „eMobility“ von Daimler Buses. Vor der Beschaffung steht die fachkundige Beratung, das sogenannte „eConsulting“, im Mittelpunkt. Fachleute von EvoBus analysieren jede Linie des Kunden, ein Simulationsprogramm errechnet dann den Strombedarf für die künftigen Elektrobusse im System. Ergebnis dieser Beratung sind präzise Empfehlungen und Kalkulationen zum Energieverbrauch, der erforderlichen Lade-Infrastruktur und der empfohlenen Anschlussleistung für die Stromversorgung der Depots sowie Empfehlungen für das Lademanagement. Für Service, Wartung und Reparatur steht zukünftig ein spezieller eMobility Service der Dienstleistungsmarke Omniplus zur Verfügung.

Ausgefeiltes Thermomanagement sichert praxistaugliche Energieeffizienz 

Prototypen des Stadtbusses durchliefen bereits einen umfangreichen Test- und Erprobungszyklus. Sie haben beispielsweise erfolgreich die Wintererprobung am Polarkreis und die Sommererprobung unter sehr hohen Temperaturen absolviert. Besonders im Fokus der Entwicklungsmannschaft stand dabei das sogenannte Thermomanagement. Denn der Energieverbrauch eines vollelektrisch angetriebenen Stadtbusses wird entscheidend beeinflusst vom Energiebedarf für die Kühlung und vor allem der Heizung des großen Innenraums bei den sich häufig öffnenden Türen im Linienverkehr. Die umfangreichen Praxistests belegen: Das Thermomanagement gehört zu den herausragenden Merkmalen des vollelektrischen Citaro. Es garantiert eine außergewöhnliche Energie-Effizienz und legt so auch die Basis für eine praxisgerechte Reichweite des neuen Stadtbusses. 

Für die Reichweitenangabe bevorzugt Mercedes-Benz ein Worst Case-Szenario und orientiert sich am anspruchsvollen normierten Stadtfahrzyklus SORT2. Danach erreicht der Citaro mit Batterie-Vollbestückung eine Reichweite von rund 150 Kilometern im Sommer. Damit können bestimmte Stadtbusstrecken von einem Elektro-Bus bereits ohne Zwischenladung bedient werden. 

CASE-Strategie bei Daimler Buses: Investitionen von 200 Millionen Euro bis 2020 

„Wir arbeiten aber nicht nur mit Hochdruck am vollelektrischen Stadtbus. Auch das teilautomatisierte Fahren hat bei Daimler Buses weiter eine hohe Priorität“, ergänzt Hartmut Schick. „Deshalb investieren wir alleine bis 2020 rund 200 Millionen Euro in die Umsetzung der CASE-Strategie, um die Zukunft der Mobilität aktiv zu gestalten. Wir bieten Lösungen an, mit denen sich die Fahrgäste sicher, flexibel und emissionsfrei bewegen können.“

CASE steht bei Daimler für die Zukunftsthemen Vernetzung (Connected), automatisiertes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric).

Kerngeschäft weiter gestärkt: Produktoffensive mit neuen Modellen 

Neben dem klaren Fokus auf den Bus der Zukunft, optimiert Daimler Buses natürlich auch konsequent das klassische Produkt-Portfolio und stärkt damit das bisherige Kerngeschäft: Im Jahr 2017 hat Daimler Buses seine Modelloffensive unter anderem mit dem Mercedes-Benz Citaro hybrid fortgesetzt. Der Hybridantrieb ist für eine Vielzahl von Modellvarianten des Stadtbus-Bestsellers Citaro erhältlich, auch für den erdgasbetriebenen Citaro NGT. Der Kraftstoffverbrauch des bereits sehr effizienten konventionellen Citaro wird dadurch zusammen mit der neuen elektrohydraulischen Lenkung nochmals gesenkt, abhängig vom Einsatz und von der Fahrzeugausführung.

Ein weiterer Meilenstein ist die Neuauflage des erfolgreichen Reisebusses Mercedes-Benz Tourismo. Neue Assistenz- und Sicherheitssysteme wie der Active Brake Assist 4 (ABA4) mit Fußgängererkennung machen den Tourismo noch sicherer. Der Kraftstoffverbrauch sinkt durch eine optimierte Aerodynamik und die weiter verbesserte Karosserie gegenüber dem Vorgänger.

Wichtigste Neuheit der Reisebusmarke Setra ist der neue Doppelstockbus S 531 DT. Aufgrund verbesserter Aerodynamik verbraucht auch er deutlich weniger Kraftstoff als sein Vorgänger. Darüber hinaus ist er serienmäßig mit einem Notbremssystem mit Hindernis- und Fußgängererkennung ausgestattet, als Sonderausstattung ist eine weitere Weltpremiere für Omnibusse erhältlich: Der Sideguard Assist für den toten Winkel. Er überwacht mit Radarsensoren die Spur rechts neben dem Omnibus über dessen komplette Länge. Er warnt beim Abbiegen vor Fußgängern, Radfahrern sowie vor stationären Hindernissen im Kurvenlauf. 

Erschließung neuer Märkte: Teil der Wachstumsstrategie bei Daimler Buses 

Ein weiterer Fokus von Daimler Buses liegt auf den vielversprechenden neuen Märkten. Als Beispiel ein Meilenstein aus Afrika: Mercedes-Benz hat im wichtigen afrikanischen Markt Kenia zwei neue Bus-Modelle auf den Markt gebracht. Damit reagiert der führende Bushersteller auf die regional immer stärker wachsende Nachfrage nach komfortablen und sicheren Bussen für den Personentransport in Ost- und Zentralafrika. Beide Busse werden in Zusammenarbeit mit dem lokalen Vertriebspartner DT Dobie Kenya in Nairobi für den heimischen Markt gefertigt. Der City-Bus Mercedes-Benz 917 ist für den Stadt-, Schul- und Shuttlebetrieb und der Mercedes-Benz 1730 für Langstrecken ausgelegt.

Bei der Entwicklung der neuen Bus-Modelle profitiert Daimler Buses von seiner globalen Aufstellung. Gegenwärtig läuft die große Mehrheit der kenianischen Busse auf Lkw-Fahrgestellen, die wegen vergleichsweise harter Federungen und eines hohen Einstiegs nur geringen Komfort für die Fahrgäste bieten. Die beiden neuen Bus-Modelle hingegen bauen auf erprobten Bus-Fahrgestellen auf, die aus den Daimler–Werken in Chennai (Indien) und Sao Bernardo do Campo (Brasilien) stammen. Beide haben sich bereits auf schwierigen Wegstrecken bewährt.

Auch in Ostasien baut Daimler sein Busgeschäft aus und startet 2018 den Verkauf von Mercedes-Benz Bussen in Taiwan. Die Fahrgestelle sind auf  lokale Gegebenheiten angepasst und kommen aus dem Mercedes-Benz Werk Sao Bernardo do Campo (Brasilien). Vor Ort baut der lokale Partner MFTB Taiwan Company Ltd. – ein Gemeinschaftsunternehmen der Daimler-Nutzfahrzeugtochter FUSO und der taiwanesischen Shung Ye Group – die Chassis zu Komplettfahrzeugen auf. MFTB Taiwan Company Ltd. hat bislang schon Busse von FUSO vertrieben – jetzt ergänzen Mercedes-Benz Busse das Portfolio im Premiumbereich. Die ersten 100 Fahrgestell-Einheiten hat der Vertriebspartner bereits geordert. Der Markteintritt in Taiwan ist ein wichtiger Schritt im Rahmen der globalen Wachstumsstrategie von Daimler Buses. Mit einer Größenordnung von ca. 3000 Einheiten über 8 Tonnen ist der Busmarkt in Taiwan vergleichbar mit europäischen Märkten wie Spanien oder Italien.

In Nordamerika hat Daimler Buses Anfang des Jahres einen wichtigen Schritt unternommen: Seit Januar 2018 ist REV Coach LLC der neue Generalvertreter für Setra Busse in den USA und Kanada. Ziel ist es, durch eine stärkere Marktpräsenz zusätzliche Absatzpotentiale zu erschließen. Positiv dazu beitragen wird auch ein verbesserter Kundenservice: Ab Juli 2018 wird REV Coach auch den After-Sales Service von Setra Bussen übernehmen. Daimler Buses und REV Coach haben im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft zudem vereinbart, weitere Chancen auf dem nordamerikanischen Markt zu prüfen. Die REV Group ist ein führender Hersteller und Händler von Sonderfahrzeugen in den USA. 

Quelle: Daimler AG