Resümee und Highlights der me Convention während der IAA in Frankfurt: Die erste me Convention war rundum ein Erfolg. Drei Tage, 150 Speaker und mehr als 2.700 Teilnehmer aus über 35 Ländern – die erste me Convention, organisiert und kuratiert von Mercedes-Benz und South by Southwest (SXSW) in Frankfurt, war ein Wochenende mit jeder Menge Inspiration, Innovation und neuer Erkenntnisse. Astronaut Buzz Aldrin betrat die Bühne am Freitag mit einem Moonwalk, und Rap Ikone A$AP Rocky sprach die finalen Worte am Sonntag. Dazwischen trafen sich Sheryl Sandberg und Dieter Zetsche zum öffentlichen Austausch, internationale Startup Cities präsentierten sich und Abenteurer Mike Horn regte dazu an, die Welt zu erforschen. Vordenker wie der Cyborg Neil Harbisson oder die Soziologin Auma Obama eröffneten neue Sichtweisen, der Kurator und Netzwerker Hans Ulrich Obrist illustrierte seine Vision der Zukunft in der Kunst und junge Hacker programmierten zu den Themenschwerpunkten „ Artificial Intelligence” und „Car-2-X Technology“.

“Wir sind sehr stolz, dass diese erste me Convention gemeinsam mit unserem Partner SXSW so ein großer Erfolg gewesen ist”, so Dr. Jens Thiemer, Vice President Marketing Mercedes-Benz Pkw. “Mehr als 2.700 Gäste aus über 35 Nationen sind unserer Einladung zu einem inspirierenden Dialog über die Zukunft gefolgt, und jeder einzelne von ihnen hat dieses Event mit spannenden Gesprächen, kreativen Ideen, Networking und nicht zuletzt sehr viel Spaß bereichert. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Speakern bedanken, dass sie uns auf eine faszinierende Reise in die unbekannte Welt von morgen mitgenommen haben. Unser Ziel war es, den traditionellen Messestand in eine inspirierende Gemeinschaftsplattform zu verwandeln, und dies ist perfekt gelungen. Die SXSW war hierfür der ideale Partner, und ich bin zuversichtlich, dass dies nicht die letzte me Convention gewesen ist.”

Das neue Format von Mercedes-Benz und SXSW präsentierte sich als inspirierende Plattform, die Persönlichkeiten aus der Technologie-, Design- und Kreativbranche zu einem Diskurs über die Zukunft zusammenbrachte. Unter dem Motto #createthenew tauschten sich internationale Experten und Vordenker über die Themen New Creation, New Urbanism, New Leadership, New Realities und New Velocity aus. In 16 Workshops wurden Zukunftsthemen erforscht, 150 internationale Speaker begeisterten die Gäste in 52 Talks, Interviews, Panels und Keynotes, 24 Städte präsentierten sich vor Start-ups, es haben zwei Yoga Klassen und eine Meditationssession stattgefunden. Im festivalähnlichen Ambiente in der Festhalle Frankfurt konsumierten die Teilnehmer 7.500 Glückskekse, 7.000 Tüten Popcorn, 12.000 Flaschen Lemon Aid und 15.000 Flaschen Bier, verbrachten insgesamt 27 Stunden im Flugsimulator sowie 108 Stunden in der virtuellen Realität und schrieben handschriftliche Botschaften auf Blätter von 800 Blöcken Post-its.

Abends verlagerte sich die me Convention in das angesagte Bahnhofsviertel, wo in Kooperation mit den Szenegastronomen David und James Ardinast und Amin Fallaha eine Vielzahl an Konzerten, Partys und Events stattfand. Highlights waren die exklusiven Konzerte des Rappers Yung Hurn, der amerikanischen Sängerin Beth Ditto für She’s Mercedes, der Rapperin Iggy Azalea und der deutschen Hip-Hop Band Beginner.

Er betrat die Bühne mit einem Moonwalk: Der 87‑jährige Astronaut Buzz Aldrin, der als zweiter Mann auf dem Mond zur lebenden Legende wurde. Der Mann, der #newrealities weit vor allen anderen gesehen hat, machte auch das erste Selfie im All – mit einer an der Apollo 11 befestigten Kamera, “ dem teuersten Selfie-Stick der Welt”. Aldrins Bestrebungen heute reichen deutlich weiter als bis zum Mond: Er möchte die Menschheit in den nächsten zwei Dekaden auf den Mars bringen. “Don’t visit and go back. Visit and occupy”, sagte Aldrin, bevor er die Bühne mit einem klaren Statement verließ: “Explore or expire.”

Die zentrale Botschaft des mit Spannung erwarteten Gesprächs zwischen Sheryl Sandberg, COO von Facebook, und Dieter Zetsche, Vorstands­vorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars, war, den gemeinsamen Nenner zweier Industrien zu finden, die über die letzte Dekade kaum Berührungspunkte aufwiesen. Sandberg wie auch Zetsche zeigten auf, dass Facebook und Mercedes-Benz am Ende das gleiche Ziel verfolgen: Menschen zu verbinden, in der virtuellen wie auch in der realen Welt.

“Ich lebe mit einem Körperteil, das auch Insekten, ja alle Tiere mit Infrarotsensoren haben”, sagte Neil Harbisson über die Antenne, die fest mit seinem Schädel verbunden ist. “Als Cyborg fühle ich mich mit der Natur mehr verbunden als mit Maschinen.” Harbisson, der farbenblind geboren wurde, ließ sich vor über zehn Jahren als erster Mensch eine Antenne implantieren, überwand viele bürokratische Hürden und forderte das allgemeine Verständnis der Interaktion von Menschen und Technik heraus. Das Implantat, das von seinem Hinterkopf bis vor zur Stirn reicht, wandelt dominante Farben vor ihm in Töne um und ermöglicht es ihm, Mode, Essen und sogar menschliche Gesichter auf völlig neue Weise zu erkennen. Heute arbeitet er daran, die Technik in seinem Körper ständig weiterzuentwickeln und mit der “Cyborg Foundation” gesetzliche Grundlagen durchzusetzen. Sein Eindruck von der me Convention: “Ein hohes Cis, das einen aufhorchen lässt.”

Der Kurator und große Netzwerker der Kunstszene, Hans Ulrich Obrist, erzählte von seiner Entwicklung vom jungen Kunstenthusiasten, der die erste Ausstellung in seiner Küche organisierte (“es kamen 27 Gäste”, erinnerte er sich), zum global arbeitenden und denkenden Influencer. Um zu demonstrieren, wie sich sein Beruf vom Konservieren lebloser Objekte zum aktiven Schaffen von Kunsträumen gewandelt hat, zeigte Obrist seinen Instagram Account. “Anfangs wusste ich nicht, was ich posten soll. Ich wollte keine Selfies posten, oder Essen, oder Künstlerateliers.” Dann fand er in Handgeschriebenem von befreundeten Künstlern seinen Weg, seinen Feed zu füllen und gleichzeitig eine Botschaft zu verbreiten: dem Verschwinden des Handschriftlichen im digitalen Zeitalter entgegenzutreten.

Das große Finale nach dem dreitägigen Programm auf der me Convention war das Gespräch zwischen dem amerikanischen Rapper und Unternehmer A$AP Rocky und Josh Rubin, dem Mitbegründer und Chefredakteur des Onlinemagazins Cool Hunting, über kreative Wege in Unternehmertum und Kunst. “Dem Hip-Hop von heute fehlen häufig die Werte”, sagte A$AP Rocky. “Es gibt zu viele Nachahmer und Möchtegerne.” Er erklärte, dass die Aufnahmemöglichkeiten und die Musikverbreitung über Telefone und Laptops zwar viele Vorteile hat, auf der anderen Seite jedoch Künstlern hochbezahlte Deals in einem Alter beschert, in dem sie sich ihrer Verantwortung noch gar nicht bewusst sind. “ Wir (die Rapper) beeinflussen maßgeblich, wie die Kids sich kleiden, was sie gut finden, was sie essen und was für Musik sie hören”, erläuterte er dem Publikum. “Wir müssen hier mehr Authentizität zeigen.”

Auf die Frage, warum Unabhängigkeit bei ihm höchste Priorität hat, er aber dennoch mit verschiedenen großen Marken kooperiert, erklärte Rocky, dass er bei der Zusammenarbeit mit den Marken immer die Unterprivilegierten im Blick habe. Die meisten seiner Kooperationen haben pädagogische Ziele. “Ich bin hier, um Gemeinschaften zu verändern, nicht um Verträge zu unterzeichnen.” Sein jüngstes Projekt befasst sich mit dem Design von College Bekleidung. “Wenn Kanye West damals meine Schuluniform designt hätte, wäre ich jeden Tag in die Schule gegangen!”

Als das Publikum schließlich eine Performance forderte, rappte A$AP Rocky spontan über die Zukunft. Die Modeikone, ganz in Schwarz und Weiß gekleidet, erhielt Standing Ovations und verließ die Bühne mit einem Statement, das die Kernaussage der Konferenz auf den Punkt brachte: “I encourage you all to be a better you.”

Quelle: Daimler AG