Die Bewohner Finnlands stehen bekanntlich im Ruf, ein etwas eigenwilliges Volk am nördlichen Rand Europas zu sein, das unge­wöhnliche Bräuche pflegt. Saunameisterschaften oder Beerenpflück-Wett­bewerbe sind einige der Disziplinen, die dort mit viel Engagement betrieben werden. Dort, in Nordeuropa, hat auch Sami Repo seinen Food-Truck gebaut, der bestens zu den endlosen finnischen Wäldern passt. Was zum einem am geländegängigen Trägerfahrzeug, einem Unimog U 318 liegt, und zum anderen am rustikalen „Do it yourself“-Aufbau, fraglos ein Unikat mit individueller Note.

Unimog Food Truck

Für Sami Repo war der Kauf eines Unimogs eine Herzensangelegenheit. Schon vor ungefähr sieben Jahren, erzählt der Finne, habe er mit dem Kauf eines Unimog U 20 geliebäugelt. „Das war rein privat, aber eine genaue Vorstellung, was ich mit dem Fahrzeug eigentlich anfangen wollte, hatte ich nicht.” Repo – übersetzt bedeutet der Familienname “Fuchs” – lebte dann einige Zeit in den USA, und dort kam ihm auch die Idee zu seinem Food-Mobil. „Das war in Austin. Die Stadt ist ja bekannt als Mekka für Street-Food. So etwas wollte ich auch machen.” Der Aufbau entstand dann nach seinen persönlichen Vor­stellungen in mehrmonatiger Arbeit. “Jedes einzelne Loch habe ich selber gebohrt”, berichtet Repo. Sein Problem: “Der Truck ist jetzt alles auf einmal, Blaupause, Testfahrzeug und fertiges Modell.”

Kernstück ist ein 400 kg schwerer Spezial-Barbecue-Ofen aus Spanien. Rund um den BBQ-Ofen hat der Bastler ein Waschbecken, einen Gasherd, Arbeits­flächen, einen kupfernen Wasserkessel und diverse Kochutensilien eingebaut. Die Rückwand des Food-Mobils ist innen wie außen sehr finnisch: In der Küche hängt eine alte Schul-Schautafel mit verschiedenen Walfischen. Die Außenhaut des Aufbaus besteht aus alten Holzpaneelen, die Repo mit “tarvia” (Naturteer) imprägniert hat. Der Stoff ist in Finnland übrigens auch als Sauna-Aufguss beliebt.

Unimog Food Truck

“Der Unimog ist ein Truck für’s Leben!”
Die Verbindung des Finnen zum Essen kommt nicht von ungefähr. Repo arbeitet seit vielen Jahren in seinem Hauptberuf als Fotograf mit dem Schwer­punkt Food-Fotografie. Er lebt ungefähr die Hälfte des Jahres in Helsinki, etwa vier Monate im über einhundert Jahre alten Wohnhaus auf seiner kleinen Farm in Simpele (Karelien, Ostfinnland) und zur Abwechslung immer wieder einige Wochen lang in den USA. Das „Food-Mobil“ setzt er bei Firmenevents, Geburtstagsfeiern oder öffent­lichen Veranstaltungen ein. Diese finden auch „off road“ und im tiefen Winter statt, wie zuletzt auf einer Food-Messe in Rovaniemi.

Möglicherweise bleibt die mobile Küche nicht der einzige Verwendungszweck des Trägerfahrzeugs. Wie schon bei seinem ersten Kontakt mit dem Alles­könner Unimog ist Sami Repo begeistert von den schier unbegrenzten Mög­lichkeiten, die sich ihm mit diesem Fahrzeug auftun: “Ein Unimog ist ein Truck fürs Leben! Ich habe den U 318 mit allen Hydraulikanschlüssen und vielen Extras gekauft. Im Moment träume ich davon, einen Kran für die Waldarbeit auf meiner Farm anzuschaffen. Und einen Wohnaufbau werde ich mir wohl auch noch konstruieren.”

Quelle/Bilder: Daimler AG