Die weltweit erste grenzübergreifende Initiative rund um Truck Platooning ist heute in Rotterdam offiziell beendet worden. 6 Platoons verschiedener LKW-Hersteller in Europa sind im Rahmen der European Truck Platooning Challenge 2016 dazu an unterschiedlichen europäischen Stadten Europa gestartet und haben das Ziel im Hafen von Rotterdam erreicht.

EU Truck Platooning Challenge

Chancenpotential von Truck Platooning bewiesen
An der Veranstaltung nahmen kommerzielle Lastkraftwagen der Marken DAF Trucks, Daimler Trucks, Iveco, MAN Truck & Bus, sowie Scania und der Volvo Group teil, die jeweils ein autonom fahrendes Lkw-Platoon von dessen Firmensitz auf die Strecke schickte. Dabei ist Daimler Trucks aktuell der einzige Hersteller weltweit mit autonom fahrenden Lkw mit Straßenzulassung. Mit der European Truck Platooning Challenge – unter der Schirmherrschaft der Niederländischen Ministerin für Instrastruktur – Melanie van Haegen – adressieren die europäischen Nutzfahrzeug-Hersteller gemeinsam mit der niederländischen Regierung das Chancenpotential von Truck Platooning und die Notwendigkeit einer harmonisierten, grenzüber­schreitenden Regulierung, um effizienten Straßengüterverkehr EU-weit zu erleichtern.

EU Truck Platooning Challenge

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Highway Pilot Connect ist aktuell noch in der Entwicklung
Die intelligenten Trucks von Daimler haben das Potenzial, den Transport von Waren in den kom­menden Jahren noch effizienter, nachhaltiger und sicherer zu machen. Der Schlüssel dazu ist die Vernetzung des Lkw mit anderen Lkw und Logistik­beteiligten. Mit der Teilnahme an der European Truck Platooning Challenge 2016 unterstrich Daimler Trucks nun bereits rund zwei Wochen nach der Weltpremie­re seines Systems Highway Pilot Connect auf der A52 bei Düsseldorf erneut seine Technologieführerschaft auf dem Feld des vernetzten Fahrens.

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Der Highway Pilot Connect ist eine Weiterentwicklung des Highway Pilot, das weltweit einzige System für automatisiertes Fahren von schweren Lkw. Das System selbst ist hierzu aktuell noch in der Entwicklung, eine Serienreife besteht dazu aktuell noch nicht.

Damit demonstriert Daimler Trucks diesmal grenzüberschreitend auf der Fahrt nach Rotterdam die Vorteile elektronischer Vehicle-to-Vehicle-Ver­netzung (V2V): Die Technologie ermöglicht das elektronische Ankoppeln von Lkw auf Autobahnen und Fernstraßen, auch bekannt unter der Bezeichnung Platooning. Miteinander vernetzte Lkw im Platoon benötigen nur 15 statt 50 Meter Abstand. Durch diesen deutlich geringeren Abstand verringert sich der Luftwiderstand erheblich. Auf diese Weise spart ein Truck-Platoon dreier Lkw bis zu zehn Prozent Kraftstoffverbrauch und reduziert den CO2-Ausstoß gleichermaßen.

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EU Truck Platooning Challenge: Drei Actros fahren teil-autonom im Platoon von Stuttgart nach Rotterdam

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EU Truck Platooning Challenge: Drei Actros fahren teil-autonom im Platoon von Stuttgart nach Rotterdam

Effizientere Nutzung der Fahrbahn
Parallel dazu ermöglicht das Platooning eine deutlich effizientere Nutzung der Straße: Durch den geringeren Abstand der Fahrzeuge verkürzt sich ein Verbund aus drei gekoppelten Lkw auf nur noch 80 Meter. Im Gegensatz dazu benötigen drei nicht elektronisch miteinander gekoppelte Lkw 150 Meter Fahrbahnfläche. Gleichzeitig macht Platooning den Straßenver­kehr deutlich sicherer: Während der Mensch am Steuer eine Reaktionszeit von 1,4 Sekunden hat, gibt der Highway Pilot Connect die Bremssignale in weniger als 0,1 Sekunden an die Folgefahrzeuge weiter. Diese deutlich ver­kürzte Reaktionszeit kann maßgeblich dazu beitragen, Auffahrunfälle wie beispielsweise an Stauenden auf Autobahnen deutlich zu verringern. Bei allen technischen Möglichkeiten des vernetzten Fahrens bleibt stets der Fahrer verantwortlich für die Überwachung aller Assistenzsysteme.

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Vernetztes Fahren: Baustein für die Zukunft
Das vernetzte Fahren in der Form eines Lkw-Platoons kann als ein Baustein des sogenannten integrierten Ansatzes dazu beitragen, alle Akteure des Straßengüterverkehrs an der Erreichung von CO2-Einsparzielen (30 Prozent bis 2030 gegenüber 2005) der EU zu beteiligen: Nutzfahrzeughersteller, Aufbau- und Reifenanbieter, die Logistikunternehmen und schließlich die politischen Instanzen. Der integrierte Ansatz hat zum Ziel, das Gesamt­system Lkw-Transport zu optimieren.

Bilder: MBpassion.de / Philipp Deppe


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