Aufgrund der notwendigen Barrierefreiheit im Reiseverkehr aufgrund der Rechte von Behinderten in der EU-Gesetzgebung sind ab 01. Januar 2016 die Bestimmungen hinsichtlich des Fernbuslinienverkehrs geändert worden.

Modifizierte Bestimmungen für Fernbuslinienverkehr
Neu zugelassene Busse auf Fernlinien müssen nach § 42b PBefG in Verbindung mit § 62 Abs. 3 PBefG deshalb den Vorgaben des Anhangs VII der Richtlinie 2001/85/EG (§ 3 Abs 3) vom 20. November 2001 über die besonderen Vorschriften für Fahrzeuge zur Personalbeförderung mit mehr als 8 Sitzplätzen entsprechen. Pflicht sind demnach mindestens 2 Rollstuhlplätze und ein Hublift mit einer Traglastfähigkeit von mindestens 300 kg. Spätestens ab dem 1. Januar 2020 müssen auch Bestandsfahrzeuge diese Ausstattung aufweisen.

Integrierte Hublift-Lösung bereits ab Werk möglich
Werkseitige Lösungen boten bislang nur wenige Busproduzenten an, einer der wenigen ist hier Setra (übrigens die Abkürzung für SElbst TRAgend) sowie Mercedes-Benz. Für den Reisebereich setzen diese Marken u.a. Hublifte des spanischen Herstellers Hedral Gobel ein, der bereits ab Werk – auf Wunsch – verbaut werden kann.

Kassettenlösung als Faltlift im Kofferraum
Der Hublift wird als Kassettenlösung als handelsüblicher Faltlift im Kofferraum des Busses verbaut, was hier jedoch den Stauraum reduziert. Neben einer Liftür sind zudem Klappsitze montiert, die bei Bedarf den Weg ins Businnere freigeben. Mercedes-Benz und Setra berechnet vor dem Einbau der Tür im Werk u.a. speziell den Gerippeaufbau neu.

Spanischer Hersteller Hidral Gobel
Entsprechende Funktionsweise des Lifts haben wir im Bild + im Video festgehalten. Die Bedienung erfolgt dabei jederzeit über eine zweite Person mittels Handbediengerät, der Rollstuhlfahrer kann hierzu lediglich die Hilfe mittels Taste auf der Fahrzeugseite oder im Innenraum anfordern, was beim Fahrer angezeigt bzw. akustisch bemerkbar ist. Die Außentür wird manuell geöffnet, während der Lift vollständig automatisch in der Funktion ist.

Bilder: MBpassion.de