Im April rollt die neue Generation des smart fortwo Cabriolets zum Händler, mit den smart das Modell neu startet. Auch wenn das Design des urbanen Fahrzeuges neu ist, bleibt eines beim Alten: das bisher bewährte Dach, das weiterhin mit abnehmbaren Dachholmen ausgestattet ist.

Nachdem man bereits das normalen smart coupé der Baureihe 453 kennt, erscheint der offene smart keine großartige Überraschung mehr zu sein, – selbst das Dachsystem vom Zulieferer Webesto bleibt gleich wie in der Vorgänger-Baureihe – zumindest auf den ersten Blick so auch richtig. Ein zweiter Blick lohnt sich jedoch, den wir letzte Woche im spanischen Valencia unternommen haben.

Das Fahrzeug für die Innenstadt
Eines vorab: das smart cabriolet fährt sich genauso, wie die geschlossene Variante – und selbst die Abmessungen oder der Wendekreis bleiben gleich kompakt. 2.69 Meter Fahrzeuglänge bleiben somit für die Innenstadt als Vorteil vorhanden – und genau in das urbane Umfeld passt der offene smart mit passender Getriebeübersetzung auch hin.

Schnellstraße oder Autobahn absolviert der smart in der von uns getesteten 90 PS Variante mit DCT-Automatikgetriebe problemlos, aufgrund der Getriebeübersetzung ist das Fahrzeug aber entsprechend mehr für den Innenstadtverkehr und Beschleunigungen unterhalb der 100 km/h-Marke ausgelegt und spielt genau hier seinen Vorteil aus.

Beim Blick auf die wichtigsten Daten des smart fortwo cabrio mit 66 kw turbo (135 Nm, M281 / E09LA Motorisierung, 82.2 mm Bohrung, 73.1 mm Hub) und twinamic sprintet der smart durchaus flotten 11.7 Sekunden auf 100 km/h, erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei 155 km/h – was durchaus ein wenig länger dauert – und wird mit 4.2 Liter im Mix auf 100 km (97 g/km CO2-Emission, cw-Wert von 0,36, Stirnfläche 2,25 m2, Luftwiderstandsfläche 0,81 m2) vom Werk angegeben.

Beim Gewicht beträgt das Leergewicht unseres Testwagens gemäß Datenblatt 995 kg, die Zuladung liegt bei 230 kg (zulässiges Gesamtgewicht 1.225 kg). Das vergleichbare Coupé – mit gleicher Motorisierung und DCT-Getriebe hat dabei ein Leergewicht von 940 kg sowie eine Zuladung von 255 kg. Die Verstärkungen an der Karosserie der offenen Variante machen das Fahrzeug übrigens genauso stabil und verwindungssteif, wie das Coupé. Das Fahrwerk zeigt sich straff, aber durchaus komfortabl – mehr als beim Vorgänger.

Dünnere C-Säule als beim Coupé
Die C-Säule des smart cabriolets zeigt sich optisch dünner, als beim geschlossenen Coupé. Die Verstärkungen an der A-Säule bleiben jedoch optisch unbemerkt.

Beim Stoff-Verdeck müssen sich der Fahrer der bisherigen offenen Variante aus Hambach keinesfalls umstellen, – egal ob geschlossen oder geöffnet. In der ersten Stufe lässt sich das Dach somit weiterhin stufenlos verstellen, wie in der 2. Stufe automatisch hoch- oder absenken. Der Schalter in der Mittelkonsole lässt das Dach übrigens innerhalb von 12 Sekunden öffnen.

Holme weiterhin abnehmbar und verstaubar
Eine Änderung gibt es bei den Dachholmen, die nicht nur aufgrund des Außendesigns des Fahrzeuges nicht nun dicker, sondern auch leicht schwerer ausfallen. Aufgrund der vorhandenen „Biegung“ der Karosserie – was auch dem cw-Wert geschuldet ist – sind die Holme in der Kofferraumklappe nun nicht mehr komplett versenkbar, sondern benötigen hierzu nun plötzlich auch zusätzlich noch mehr Platz. Unschön und gewöhnungsgedürftig – aber nun dem besseren cw-Wert geschuldet (Fahrzeug wird nach hinten deutlich schmäler), – dafür erhalten die Frischluftfanatiker jedoch im smart cabrio auch weiterhin ein weitaus besseres Open-Air-Feeling und haben hier den Coupé-Fahrern der Marke smart weiterhin etwas voraus. Die bisher bekannte “Hochklappfunktion” des Verdecks – solange dieses geschlossen ist – ist übrigens weiterhin vorhanden und ermöglicht einen angenehmeren Zugang zum Kofferraum.

Schwerere Heckklappe
Beim Öffnen und Schließen der Heckklappe – mit verstauten Holmen – fällt schnell das spürbare Mehrgewicht der Klappe auf, was die Bedienung minimal erschwert. Sind die Dachholme verstaut, ist zusätzlich kein Belasten der Heckklappe mehr möglich, was früher noch möglich war. Die oft genutzte „mobile Bühne“ für manche bis zu 100 kg schwere smart-Fans bleibt also nur noch mit geschlossenen Dach erhalten.

In der Summe bleibt der smart als cabriolet-Variante (A453) aber das ideale Stadtmobil, das auch problemlos einen durchaus längeren Ausflug über die Autobahn erlaubt. Offen in der City gibt es wohl kein besseres Fahrzeug, das wendig genug auch in der kleinsten Lücke meist noch einen Parkplatz finden kann. Kleinster Wendekreis von 6,95 Meter, gut schaltende Automatikgetriebe sowie innerhalb von Sekunden freier Blick nach oben für bis zu 2 Personen sorgen für entsprechenden Fun-Faktor. Geschlossen bietet das Fahrzeug übrigens einen maximalen Kopfraum von 1.010 mm für den Fahrer.

Die Zielgruppe für den smart bleibt übrigens alters- und klassenlos, wie bereits beim Vorgänger.

Fazit
Die Vorteile überwiegen, auch wenn dem Design und dem cw-Wert einige Nachteile – wie die nun schwerere Heckklappe oder bei offenen Dach kleiner gewordene Kofferraum – geschuldet werden musste. Bei der Wahl bleibt uns die Entscheidung jedoch weiterhin einfach: wenn smart fortwo, dann nur mit Stoffverdeck als Cabriolet-Variante, auch wenn der Grundpreis selbst uns noch ein wenig überlegen lässt.

Ausblick auf weiteres smart-Modelle im Jahr 2016
Im Laufe des Jahres 2016 folgen übrigens noch die smart BRABUS-Variante, dessen Weltpremiere auf der Auto China in Peking 2016 erfolgt, sowie die electric-Drive-Varianten des smart fortwo sowie smart forfour. Weitere Modelle plant smart ja aktuell nicht (zuletzt wurde bekanntlich ja der Neuauflage eines smart roadsters sowie eines SUV ebenso eine Absage erteilt, wie dem e-scooters Roller).

Die Ausstattung unseres Testfahrzeuges:

Grundpreis: smart fortwo cabrio prime, 66 kW turbo twinamic Reihenmotor 898 cm3, 18.265,00 Euro Grundpreis

  • tridion cool silver 250,00 Euro, bodypanels black-to-yellow 360,- Euro
  • Verdeck black, 15″ Felgen 8-Speichen Design Silber auf 165/65R15 5Jx15ET32 bztw. 185/60R15 auf 5.5Jx15 ET 42, 95,00 Euro, Interieur Leder schwarz
  • Nebelscheinwerfer 0,00 Euro
  • Ablage Paket 60,00 Euro
  • Cool & Media Paket mit smart Media System und Klimaautomatik 1.750 Euro
  • DAB Digitales Radio 300,00 Euro
  • Einparkhilfe hinten mit akustischer Warnung 300,00 Euro
  • Rückfahrkamera 345,00 Euro
  • Verbandtasche 20,00 Euro
  • Warndreieck 13,00 Euro
  • Kraftstoffbehälter 35 Liter (Serie: 28) 60,00 Euro
  • LED & Sensor Paket 515,00 Euro
  • Außenspiegel elektrisch 190,00 Euro

Testwagen-Gesamtpreis: 22.518,00 Euro inkl. MwSt (3.548,00 Euro Extra)

Weitere Links anderer Blogger und Medien:
www.autophorie.de
www.autogefuehl.de
www.smartpit.de

Bilder: MBpassion.de / Daimler AG