Der Mercedes-Benz Sprinter ist ein Multitalent, der bereits ab Werk schon vielfältig einsatzbereit ist. Durch Aus- und Umbauten wird der Sprinter jedoch noch vielseitiger und individueller. An dieser Stelle wollen wir drei ganz spezielle Modelle des Sprinters vorstellen: als mobiler Röntgenscanner, als Kabelmessfahrzeug sowie als Steiger.

Der Sprinter als mobiler Fahrzeug-Röntgenscanner
Dieser Mercedes-Benz Sprinter hat im wahrsten Sinn des Wortes einen Röntgenblick. Die Kontrolle verdächtiger, verschlossen abgestellter Container und Fahrzeuge in Häfen oder Industriegebieten, bei Grenzkontrollen sowie zur Fahndung nach Schmugglern ist in der heutigen Zeit unabdingbar.

Für diese mobilen Sicherheitsüberprüfungen – die gerade aktuell immer wichtig werden – braucht es selbstverständlich auch ganz spezielles Equipment – wie beispielsweise ein Fahrzeug-Röntgenscanner.

Optimal dafür eignet sich der Sprinter und eine intelligente Umbaulösung durch die Firma American Science Engineering (AS & E), die für die notwendige Röntgentechnik sorgt. Die Firma baut den Sprinter in zwei Varianten um: als ZBV S-Class auf Basis des Sprinter Kastenwagens und als ZBV C-Class auf Basis vom Sprinter mit Kofferaufbau.

Das von uns gezeigte 6,65 m lange Fahrzeug ZBV C-Class mit fünf Tonnen Gesamtgewicht ist komplett autark einsatzbereit. Die Energieversorgung der Einbauten erfolgt über einen Generator im Heck des Fahrzeugs.

Im vorderen Teil des Laderaums des Sprinters von Mercedes-Benz ist ein Röntgensystem mit hochauflösender Sensortechnik installiert. Der Strahlenaustritt der Röntgenquelle ist auf einen, nur wenige Millimeter breiten,  Fächerstrahl begrenzt und die verwendete Strahlendosis ist zusätzlich extrem gering.

Das Detektionsprinzip beruht auf der Auswertung der reflektierten Signale. Während der Vorbeifahrt mit langsamer Geschwindigkeit werden die Signale dabei erfasst und in ein Röntgenbild umgewandelt, die auf einen Kontrollbildschirm dargestellt werden. Der Operator an Bord kann das Bild bereits während der Fahrt beurteilen. Der Umbau – oder besser gesagt die Röntgentechnik – kostet rund 1,5 Millionen Euro und macht damit den Sprinter wohl zu einem der teuersten Modell seiner Art.

Der Sprinter als Kabelmessfahrzeug
Bei diesem zweiten Sprinter-Fahrzeug handelt sich ebenfalls um ein ganz besonderes Modell mit viel Durchblick. Hochspezialisiert für die Fehlerortung im Bereich Kabel- und Wasserleitungen, sowie zur Leistungsortung und Terrainsondierung kommt der Umbau des Sprinters zum Einsatz. Möglich macht der Umbau die Hagenur KMT Kabelmesstechnik GmbH (SebaKMT) aus Radeburg in Sachsen, welche den Sprinter mit der dafür notwendigen Messtechnik ausrüstet.


Wir zeigen hier einen Sprinter 316 CDI als Kastenwagen mit mittlerem Radstand und Hochdach. Der Kabelmesswagen des Typs Centrix 1-80 dient dabei der Diagnose für Energieversorger. Die Technik spürt mittels Ortungssystemen Fehler an Energie-Übertragungsleitungen in der Erde auf, um darauffolgend entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.

Der Laderaum des Sprinters ist dazu zweigeteilt: während im vorderen Bereich der Arbeitsplatz für einen Messtechniker eingerichtet ist, findet im hinteren Bereich die Ortungstechnik seinen Platz. Die verbaute Technik  misst per Reflexion sowie mittels elektronischer und akustischer Verfahren die Isolation, Kapazität und den Mantel von Energieleitungen.

Der Fahrzeugausbau einschließlich Wärmeisolierung, Fußboden und Beleuchtung sowie Eigenstromversorgung und Möbelausstattung liegt bei etwa 25.000 Euro. Die Ortungs- und Diagnosetechnik ist – je nach Kundenwunsch – zwischen 120.000 und 350.000 Euro angesiedelt.

Der Sprinter als Steiger
Mit diesem Mercedes-Benz Sprinter geht es als “Steiger” hoch hinaus. Mit einem Umbau vom Unternehmen Ruthmann aus dem Münsterland zum Steiger werden auch Arbeiten an sonst eher schwer zugänglichen Bereichen möglich. Typische Aufgabengebiete sind dabei Montagen, Fassaden- und Fensterreinigung, Dachinspektionen, Baumschnitt und noch vieles mehr.

Der vorgestellte Ruthmann Steiger des Typs TB 270+ basiert auf einem Sprinter 313 BlueTEC mit Fahrerhaus und einem Fahrgestell mit mittlerem Radstand. Der Hubarm erreicht hier eine maximale Arbeitshöhe von 27 m und erzielt eine Reichweite von 16,4 m. Die Korblast beträgt 230 kg. Der typische Kunde von so einem Sprinter sind Vermieter von Baumaschinen, Kommunen und Betriebe für Gartenbau sowie Gewerke des Handwerks.

Bilder: Philipp Deppe / MBpassion.de


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