Im Rahmen des #MBPolarSun Roadtrip waren wir mit dem GLE 400 4MATIC Coupé und mit dessen schärferem Bruder GLE 450 AMG 4MATIC Coupé ausgiebig unterwegs, um uns u.a. einen Eindruck auf der Straße mit beiden SUV Coupés zu verschaffen. Waren wir im März 2015 beim US-Roadtrip in Tuscaloosa mit “groß und wuchtig” noch recht steptisch, drängte uns bereits hier eine Frage auf: “Muss man ein Coupé höherlegen?” – Mercedes macht genau das,..und das nicht schlecht!

Nun – 5 Monate später – und durch einige Kilometer hinter dem Lenkrad des GLE Coupés selbst hat sich unser Bild nun mit Erstaunen geändert, auch wenn das Fahrzeug in Deutschland weiter polarisieren wird. Optisch bleibt das GLE Coupé zweifelsohne ein “dickes Ding”, doch nach länger Betrachtung passt für uns das Gesamtbild nun doch, die Mischung aus SUV und Coupé. Groß, elegant – wenn auch mit leichten Abstrichen im Detail. Mit üppigen 21 Zoll Bereifung unserer Testwagen stand ein kräftiges Fahrzeug vor uns, aber genau in der Kombination mit gefüllten Radhäusern notwendig. Alles muss nicht gleich beim ersten Blick gefallen, …. das muss man wirken lassen – und für einen fairen Gesamteindruck muss man das neue Fahrzeugmodell auch gefahren haben!

Das GLE 400 4MATIC Coupé
Unser erster Kanditat, der GLE 400 4MATIC Coupé macht auf der Testfahrt mit dessen V6 Biturbo-Benziner (M276) einen guten Eindruck, wobei die 333 PS mit den knapp 2.2 Tonnen gut zurechtkommt. Im Fahrgefühl können wir hier durchaus Spritzigkeit attestieren. Selbst im Comfort-Modus des DYNAMIC-SELECT hängt das GLE-Coupé bereits gut am Gas. Kleine Überraschung dabei: im Sport+ Modus regiert der 400er bei Rückschaltungen bereits mit dezenten Gasstößen als Sound-Untermalung, was wir so nicht erwartet hatten. Mit verantwortlich für das gute Fahrgefühl war auch das satte Drehmoment von 480 Newtonmetern, was beim GLE beim Spurt auf 100 km/h – auch zusammen mit dem unauffällig arbeitenden 9-stufigen Automatikgetriebe 9G-TRONIC – von Vorteil ist.

Das Getriebe schaltet in “Comfort”-Modus bereits sehr früh (hoch) und nutzt im Rahmen der Fahrbedingungen das Drehmoment bei gleichzeitig niedriger Motordrehzahl sehr gut aus. Die Schaltvorgänge erfolgen dabei sanft und kaum bemerkbar, was man vom Getriebe aus anderen Baureihen bereits kennt. Wird über das DYNAMIC-SELECT Wahlrad in der Mittelkonsole in den Modi “Sport” oder “Sport+” gewechselt, kann das GLE 400 Coupé aber auch anders zur Sache gehen: die Gangwechsel sind merklich schneller und knackiger. Passend dazu reagiert das Gaspedal direkter auf Lastanforderungen und die neun Gänge werden deutlich mehr ausgefahren.

Im Fahreindruck zeigt sich der V6-Benziner des GLE 400 4MATIC Coupé (C 292) mit einer durchweg positiv und ansprechenden Soundkulisse. Im unteren Drehzahlband präsentiert sich das Ganze noch eher zurückhaltend bzw. ruhig und unauffällig, fordert man das Fahrzeug mit höheren Motordrehzahlen, wandelt sich der Eindruck zu einem richtig stimmigen, gut zu hörenden kernigen, gar satten Sound. Für unseren Geschmack ein sportlicher Ton.

Das GLE 400 4MATIC Coupé präsentiert sich uns im Fahrbetrieb für ein SUV erstaunlich sportlich und direkt. Ausgestattet mit der optionalen AIRMATIC liegt das wuchtige Crossmodell gut auf der Straße, der bauartbedingt hohe Schwerpunkt und die so entstehende Wankneigung ist nicht negativ fühlbar und wird durch die Luftfederung – genau wie unangenehme Aufbaubewegungen durch Fahrbahnstöße – gut gefiltert.

In allen Modi des DYNAMIC SELECT fährt sich der GLE 400 sehr harmonisch und gefühlt sehr angenehm. Auf der Autobahn konnte er uns mit gutem Abrollverhalten und Spurtreue überzeugen. Richtig gut zeigt sich das GLE Coupé zumal in Kurven. In den Sport oder Sport+ Modus gewechselt, bemerkt man im Gegensatz zum Comfort-Modus, vor allem auf der Lenkungsseite aber auch beim Fahrwerk eine spürbare Straffung des Fahrzeuges. Alles wirkt jetzt etwas direkter – und die zielgenaue Lenkung bringt den 400er zügig durch die Kurven der Landstraßen. Das leicht strammere Fahrwerk zeigt sich sehr neutral und gibt eine gute Rückmeldung von der Straße, was dem Fahrer einen sicheren Eindruck vermittelt.

Das GLE 450 AMG 4MATIC Coupé
Die Fahreindrücke zur zweiten Motorisierung, dem GLE 450 AMG 4MATIC Coupé, scheinen von dessen 367 PS nicht großartig anders zu sein – zumindest auf dem Papier. Beide Fahrzeuge haben einen V6 Benziner unter der Haube, wobei der Unterschied von 333 auf 367 PS mit der Unterstützung aus Affalterbach – und der Mehrleistung von 34 PS – wohl keinen Unterschied machen würde. Nicht so ganz: bereits das Drehmoment wurde auf 520 Nm gesteigert (+40 Nm), und schon beim Motorstart hat man für eine deutlich kräftigere und härtere Sounduntermalung nachgesorgt. Brabbeln aus den 4 angedeuteten Endrohren.

Optisch kommt der GLE 450 AMG mit einer deutlich sportlicheren Ansage daher, die Frontschürze des Coupés ist ganz im AMG-Style mit großen Lufteinlässen gehalten und auch die Kühlermaske mit Doppelstrebe lassen gewisse parallelen zum Topmodell AMG GLE 63 erkennen. Der Spoiler auf der Heckklappe signalisiert ebenfalls das es hier schon etwas mehr zur Sache gehen soll.

Bereits nach kurzer Zeit auf der Straße mit dem Sportmodell des GLE Coupé zeigt sich, das der von AMG optimierte 3-Liter V6-Biturbo gänzlich anders als die 333PS-Variante des GLE Coupés ausgelegt ist. In allen Fahrmodi von DYNAMIC SELECT spricht der Motor schneller und direkter an. Das SUV Coupé wird mit spürbarem Nachdruck beschleunigt und erst nach der 200 km/h Grenze lässt der Schub ein wenig nach und der GLE rennt nicht mehr ganz so energisch bis zur Topspeed-Marke von 250 km/h. Der 450er will ausgefahren werden und man spürt mit jedem Meter seine sportliche Orientierung und die Agilität des immerhin fast 2,3 Tonnen schweren GLE Coupés.

Zu den perfekten Fahrleistungen den V6-Sportmodells kommt ein weiteres Highlight: der GLE 450 untermalt akustisch die Fahrt mit dem sonst nur vom AMG-V8 bekannten typischen “rotzen und protzen”. Im Sport+ Modus wird jedes kurzes Verlassen des Gaspedals sowie jeder Gangwechsel mit einem satten rotzen aus den Endrohren umspielt. Das klingt nicht nur gut, es fordert nahezu auf, das Fenster dauerhaft unten zu lassen. War der Fahrer nicht schon vorher vom GLE 450 AMG 4MATIC Coupé begeistert, so ist er es spätestens jetzt!

Die Soundcharakteristik unterscheidet sich zum „echten“ AMG zwar hörbar und klingt etwas weniger aufgeregt und ist nicht so extrem auf super-sportlichkeit getrimmt, kurzum es stimmt einfach und passt zum Fahrzeug perfekt. Mit dieser Soundkulisse braucht sich der kleine hinter dem großen – also dem Topmodell AMG GLE 63 – auf keinen Fall zu verstecken und steht trotz zwei Zylindern weniger ebenso gut da.

Das GLE Coupés täuscht schnell darüber hinweg, das man vergisst, eigentlich einen Cross-Offroader zu bewegen. Die Fahrleistungen überzeugen, die angekündigte “Fahrmaschine” war keine Übertreibung. Die konsequente Auslegung auf die sportliche Fahrbarkeit ist ein generelles Merkmal des GLE Coupé (C292) – im Vergleich zum normalen GLE SUV Offroader (W166). Betrachtet man den ersten Kandidaten – das GLE 400 4MATIC Coupé-, ist rasch klar, wer das deutlich fahraktive Fahrzeug ist. Der GLE 450 AMG punktet auf ganzer Linie, er zeigt in Kombination mit AIRMATIC und ACTIVE CURVE SYSTEM mit aktiver Wankstabilisierung, ein nochmals direkteres und schärferes Handling, – das wird insbesondere im Sport-Modus deutlich. Der 450er lässt sich noch präziser und spielerischer durch die Kurven bewegen und wer ein bisschen mit dem Gasfuß spielt und schnell am Lenkrad ist, kann mit dem permanenten Allradantrieb in der Auslegung von 40 zu 60 durchaus den ein oder anderen kleinen Tanz des Hecks rauskitzeln. Auch für Geradeausfahrten auf der Autobahn ist der “kleine AMG” in der gefühlten Leistungsentfalung ebenso in unserer Gunst vorne.

GLE Coupé Interieur zeigt sich sportlich und edel
Innen ist das Coupé – egal ob wir in den GLE 400 4MATIC oder den GLE 450 AMG 4MATIC blicken – sehr edel und hochwertig, aber zugleich auch sportlich ausgestattet. Das Platzangebot ist in der ersten Reihe gut, auch in der zweiten Reihe können Mitfahrer trotz knapp 2 Metern Körpergröße gut sitzen, ohne das die Gefahr besteht, mit der abfallenden an die Coupédachlinie in Kontakt zu kommen.

Bauartbedingt weniger optimal ist das Be- und Entladen des GLE Coupé im Kofferraum. Hinter der serienmäßig elektrischen Heckklappe stecken zwar groß dimensionierte 650 bis 1720 Liter Stauraum, doch die Ladekante ist bereits sehr hochgehalten und erschwert insbesondere mit großen und schweren Gepäckstücken das Beladen. Ob die Zielgruppe sich jedoch genau daran stört, ist fraglich – leichtes Golfgepäck oder Einkäufe der Ehefrau im Gepäckraum werden sicherlich problemlos verladen.

Im Testumfeld brauchte das GLE 400 4MATIC Coupé bei uns übrigens rund 12 Liter auf 100 km, das GLE 450 AMG 4MATIC Coupé zwischen 15 und 20 Liter auf 100 km (bei vielen schnellen Autobahnetappe).

Beim Tanken übrigens aufgepasst: benötigt der GLE 400 noch Super-Benzin, mag das Sportmodell bereits Super-Plus.

Beide Testfahrzeuge im Detail:
GLE 400 4MATIC 67.235,00 €
Diamantsilber metallic 1.047,20 €
Leder Nappa zweifarbig schwarz pearl/schwarz 2.023,00 €
21″ Leichtmetallräder im 5-Speichen-Design himalayagrau lackiert 1.428,00 €
AIRMATIC-Paket 2.034,90 €
Verkleidung in Ledernachbildung ARTICO 535,5 €
Memory-Paket 1.059,10 €
Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer 428,40 €
Sitzheizung im Fond 428,40 €
Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC 797,30 €
Ionisierung der Innenluft mit Luftfilter 339,15 €
Verbundsicherheitsglas 1. Sitzreihe 731,85 €
Spiegel-Paket 642,60 €
Umfeldbeleuchtung mit Projektion des Markenlogos 35,70 €
COMAND Online 3.510,50 €
Digitales Radio (DAB) 487,90 €
Bang & Olufsen BeoSound AMG 4.938,50 €
Komfort-Telefonie 476,00 €
Vorrüstung für Fond-Entertainment 196,35 €
Fahrassistenz-Paket Plus 2.677,50 €
Ambientebeleuchtung 416,50 €
MAGIC VISION CONTROL 464,10 €
Park-Paket mit 360°-Kamera 1.654,10 €
KEYLESS-GO 1.059,10 €
Servoschließen für Türen vorn und hinten 654,50 €
Multifunktionslenkrad beheizt 309,40 €
Sidebags im Fond 404,60 €
Fußmatten Velours in Ausstattungsfarbe 107,10 €
Gesamtpreis 96.122,25 €

GLE 450 AMG 4MATIC 75.803,00 €
designo hyazinthrot metallic 1.475,60 €
designo Exklusiv-Paket – Leder porzellan/schwarz 6.426,00 €
AMG Zierelemente Carbon schwarz 2.082,25 €
21″ AMG Leichtmetallräder im 5-Speichen-Design schwarz lackiert 0,00 €
AIRMATIC-Paket 2.034,90 €
ACTIVE CURVE SYSTEM 3.748,50 €
Innenhimmel designo Mikrofaser DINAMICA schwarz 0,00 €
Memory-Paket 1.059,10 €
Multikontursitze für Fahrer und Beifahrer 1.309,00 €
Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer 428,40 €
Sitzheizung im Fond 428,40 €
Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC 797,30 €
Ionisierung der Innenluft mit Luftfilter 339,15 €
Panorama-Schiebedach 2.106,30 €
Wärmedämmend dunkel getöntes Glas rundum ab B-Säule 464,10 €
Verbundsicherheitsglas 1. Sitzreihe 731,85 €
Spiegel-Paket 642,60 €
Umfeldbeleuchtung mit Projektion des Markenlogos 35,70 €
COMAND Online 3.510,50 €
Digitales Radio (DAB) 487,90 €
Bang & Olufsen BeoSound AMG 4.938,50 €
Komfort-Telefonie 476,00 €
TV-Tuner 1.178,10 €
Fahrassistenz-Paket Plus 2.677,50 €
Ambientebeleuchtung 416,50 €
MAGIC VISION CONTROL 464,10 €
Park-Paket mit 360°-Kamera 1.654,10 €
KEYLESS-GO 1.059,10 €
Servoschließen für Türen vorn und hinten 654,50 €
Sidebags im Fond 404,60 €
Doppelte Sonnenblende 113,05 €
Cupholder temperiert für Fahrer und Beifahrer 249,90 €
Gesamtpreis 118.196,50 €

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www.mein-auto-blog.de – GLE 450 AMG Coupé im Test
www.rad-ab.com – GLE 350 d Testfahrt

Bilder: ©Philipp Deppe / MBpassion.de


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