Der Unimog – das Universal-Motor-Gerät – ist ein Urgestein das nahezu jeder kennt. Er blickt inzwischen auf eine fast 70 Jahre dauernde Erfolgsgeschichte zurück, die im einzigartigen Unimog-Museum im badischen Gaggenau bestaunt werden kann. Wir sind nach Gaggenau gereist und möchten einen kleinen Einblick in das Museum und seine Ausstellung geben.

Auf über 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche erlebt der Besucher die Zeitgeschichte des Unimogs hautnah. Los geht es im Jahre 1945, dort fällt der Startschuss für die Entwicklung des motorgetriebenen Universalgerät für die Landwirtschaft. Das Ziel ist klar definiert: der Arbeitseinsatz im schwersten Gelände.

Nach einigen Jahren der Entwicklung beginnt die Serienfertigung 1948 beim Maschinenbauunternehmen Boehringer in Göppingen. Im Herbst 1950 übernimmt die Daimler-Benz AG das Projekt und lässt das inzwischen nur noch als „Unimog“ bezeichnete Fahrzeug ab 1951 im Werk Gaggenau fertigen. Ab 1953 trägt der Unimog dann auch den Mercedes-Stern. Nahezu alle Abschnitte der Historie des Unimogs bis hin zum neusten Unimog-Modell können in der Ausstellung betrachtet werden – zu den Dauer-Exponaten kommen außerdem immer wieder wechselnde Sonderausstellungen.

Gaggenau ist eng mit dem Unimog verbunden, aus dieser Tatsache wurde als 2002 die Entscheidung fällt, die Unimog-Produktion in das Mercedes-Werk in Wörth am Rhein zu verlagern, die Idee eines Museums am traditionellen Produktionsstandort in Gaggenau geboren. Aus der Idee wurde schnell Realität und man gründete einen privaten Trägerverein mit dem Ziel das Museum zu errichten. Im März 2005 begannen, die Bauarbeiten für das Museum an der Bundesstraße 462.

Nach gute einem Jahr Bauzeit, viel Organisationsarbeit und Eigenleistung der Vereinsmitglieder, eröffnete das Museum an einem historischen Tag: am 3. Juni 2006. Genau 55 Jahre zuvor, verließ der erste Unimog U 2010 das Werk in Gaggenau. Mit der Eröffnung des Museum lebt bis heute die Tradition des Unimogs in Gaggenau weiter. Das Unimog-Museum lädt zum Staunen und Erleben ein und ist eine Hommage an den Unimog von damals bis heute.

Zudem bietet das Museum auch noch ein ganz besonderes Erlebnis an, wer will kann die herausragenden Fähigkeiten des Unimog auch als Beifahrer auf einem rund 4000 Quadratmeter großen Außenparcours hautnah und live selbst erleben. Der Parcours ist in Teilen der damaligen Teststrecke der Daimler-Benz AG für den Unimog nachempfunden.

Bei der Mitfahrt geht es ordentlich zur Sache: über Stock und Stein samt Schräglagen und der Höhepunkt im wahrsten Sinn des Wortes sind zwei steile Hügel, an denen der Unimog seine beeindruckenden Fahrleistungen sowohl Bergauf als auch Bergab unter beweis stellt. Der Außenparcours ist eine ganz klare Empfehlung für jeden Museums-Besuch, wir haben ihn selbst getestet und waren schwer beeindruckt was der Unimog packt – und der Spaßfaktor kommt definitiv auch nicht zu kurz wenn man im Parcours so richtig durchgeschüttelt wird oder an der Steilstrecke nur noch den Himmel aus der Frontscheibe sehen kann.

Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 4,90 Euro pro Person. Für den Außenparcours kommen 6,50 Euro pro Person zum Eintrittspreis hinzu.

Bilder: ©Philipp Deppe / MBpassion.de


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