Heute ging am Daimler Standort Sindelfingen eine hochmoderne, umweltfreundliche Heizkraftanlage in Betrieb.

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Daimler investierte für die neue Heizkraftanlage rund 41 Millionen Euro. Andreas Renschler, Vorstandsmitglied der Daimler AG, Produktion und Einkauf Mercedes-Benz Cars & Mercedes-Benz Vans und Dr. Willi Reiss, Leiter Mercedes-Benz Werk Sindelfingen, übergaben in Anwesenheit von Vertretern aus Politik und Wirtschaft die neue Gasturbine mit Abhitzekessel des Heizkraftwerkes feierlich ihrer Bestimmung.

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Andreas Renschler: „Mit dieser Investition setzen wir ein Zeichen für gelebten Umweltschutz am Standort Sindelfingen. Dies ist ein weiteres Bekenntnis für unser Engagement in der Region. Mit der neuen Technologie steigern wir zudem die Eigenerzeugung elektrischer Energie, was zu einer erheblichen Steigerung der Effizienz beiträgt.“

Das seit 50 Jahren bestehende Heizkraftwerk konnte durch den Einbau der Gasturbine mit Abhitzekessel zu einem kombinierten Gas-Dampfturbinen-Heizkraftwerk ausgebaut werden. In der Gasturbine wird mechanische Energie erzeugt, die im angeschlossenen Generator zu elektrischer Energie umgewandelt wird. Dort wird der Wärmeabgasstrom zur weiteren Erzeugung von elektrischer Energie sowie zur Dampflieferung für die am Standort benötigten Produktionsprozesse und zur Raumheizung genutzt. Außerdem wird Wärmeenergie aus dem Daimler Heizkraftwerk in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Sindelfingen eingespeist.

Die Gasturbine hat ca. 31 Megawatt elektrische und 48 Megawatt thermische Leistung. Die Turbine wird in Grundlast mit 7.500 Stunden pro Jahr betrieben und erzeugt so zusätzlich zur bestehenden Energieerzeugung weitere 230.000 Megawattstunden. „Mit dem modernisierten Heizkraftwerk steigern wir die Stromerzeugung um 44 Prozent. Der in der Neuanlage zusätzlich erzeugte Strom verringert unsere Abhängigkeit vom externen Energieversorger. Wir erhöhen dadurch unsere Versorgungs- und Kostensicherheit“, erläutert Dr. Willi Reiss, Standortverantwortlicher und Leiter Mercedes-Benz Werk Sindelfingen.

Durch die Kopplung der Strom- und Wärmeerzeugung in der Gasturbine und die Nutzung der Abwärme der Anlage zur Versorgung des Wärmebedarfs im Werk wird der eingesetzte Brennstoff zu über 80 Prozent ausgenutzt. Bei konventionellen Kraftwerken liegt dieser Wert bei rund 40 Prozent. Bei gleicher Wärmeabnahme des Werkes wird sich die Stromerzeugung mehr als verdoppeln. Damit erreicht das Heizkraftwerk einen Wirkungsgrad, der 100 Prozent höher ist als der eines konventionellen Kraftwerks. Durch den niedrigen Kohlenstoffgehalt von Erdgas werden die niedrigsten Treibhausgasemissionen einer fossilen Erzeugung erreicht.

Die Gesamtanlage hat eine Höhe von ca. 44 Meter. Der Kamin hat eine Mündungshöhe von 54 Meter und überragt somit das Kesselhaus nur um wenige Meter. Den Auftrag zur Lieferung der Gasturbine erhielt der Antriebs- und Energieanlagenspezialist Tognum aus Friedrichshafen, an dem die Daimler AG und Rolls-Royce Group plc über ihr gemeinsames Joint Venture Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH 100 Prozent der Anteile halten.

Die Daimler AG betreibt seit 1960 am Standort Sindelfingen das unternehmenseigene Heizkraftwerk, das in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) die gesamte Wärme und ein Drittel des Stroms für den Standort bereitstellt. Das Unternehmen sorgt so seit mehr als 50 Jahren für Energiesicherheit bei geringsten Kosten und geringen Umweltbelastungen. Seit Mitte der 80er Jahre wird das Heizkraftwerk zu über 99 Prozent mit Erdgas befeuert.

Quelle: Daimler AG