Der vom 8. bis 10. März 2013 zum 18. Mal stattfindende jährliche Amelia Island Concours d’Elegance bildet den Rahmen für ein wahrhaft historisches Ereignis: Erstmals begegnen sich zwei äußerst seltene, noch erhaltene Benz „Prinz-Heinrich-Wagen“ auf einer Veranstaltung in den USA.

Der Benz Spezial-Tourenwagen aus dem Jahr 1910 in dunkelgrüner Lackierung und mit der Startnummer 38 auf der Motorhaube kommt direkt aus der Sammlung von Mercedes-Benz Classic in Stuttgart. Das andere Fahrzeug stammt aus der Privatsammlung von Bruce McCaw in den USA.

Der vor Kurzem von Mercedes-Benz Classic in den Originalzustand restaurierte dunkelgrüne Benz Spezial-Tourenwagen mit der Rennnummer 38 wird von vielen Automobilhistorikern als der erste echte Sportwagen eingeordnet.

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In den frühen 1900er-Jahren, als das Zeitalter des automobilen Motorsports gerade erst begann, war die Prinz-Heinrich-Fahrt eines der bedeutendsten Rennen. Sie war nach Prinz Albert Wilhelm Heinrich von Preußen benannt – einem begeisterten Automobilisten und Bruder des deutschen Kaisers Wilhelm II.
1907 organisierte der Kaiserliche Automobil-Club zum ersten Mal die Prinz-Heinrich-Fahrt, die oft als Vorläufer dessen gilt, was später der Große Preis von Deutschland werden sollte. Anders als bei Veranstaltungen wie dem Großen Preis von Frankreich, zu dem eigens dafür gebaute Rennwagen kamen, durften bei der Prinz-Heinrich-Fahrt nur viersitzige Serienwagen an den Start gehen.

Zu den namhaftesten Gewinnern der Prinz-Heinrich-Fahrten gehörten Fritz Erle, der die Fahrt 1908 in einem Benz 50 PS gewann, und Ferdinand Porsche, der 1910 in diesem Ausdauerturnier in einem Austro-Daimler erfolgreich war. Benz baute die „Prinz-Heinrich-Wagen“ von 1908 bis 1910 in verschiedenen Motorkonfigurationen. Zwei der Wagen werden am Sonntag, den 10. März 2013, beim 18. Amelia Island Concours d’Elegance im Feld mitfahren.

Wenn ein Fahrzeug in Vergessenheit gerät und nach einem mehr als 100-jährigen Schlaf wieder gerettet und restauriert werden kann, dann wird damit Geschichte geschrieben. Die Präsentation der beiden „Prinz-Heinrich-Wagen“ auf dem Amelia Island Concours d’Elegance vereint nicht nur zwei historische Benz-Fahrzeuge aus den frühen 1900er-Jahren, sondern lässt auch einen der großen Höhepunkte aus den Anfängen der Renngeschichte wiederauferstehen.

Der „Prinz-Heinrich-Wagen“ von Bruce McCaw ist ebenfalls ein reinrassiger Rennwagen aus dem Hause Benz mit einer belegten Historie. Das Fahrzeug aus dem Jahr 1908 war so schnell und fortschrittlich, dass es zu den Rennen des Vanderbilt Cup im Jahr 1911 in die Vereinigten Staaten geschickt wurde. Außerdem wurde es am 30. Mai 1911 von Billy Knipper beim Eröffnungsrennen der Indy 500 gefahren.

Quelle: Daimler AG