Die neue S-Klasse kommt bereits im Frühjahr 2013 zur Weltpremiere – und kommt mit einem völlig neuen Lichtsystem in LED-Technik.

Die Entwickler im Mercedes-Benz Technology Center (MTC) in Sindelfingen sind durchaus stolz auf Ihre Arbeit, die sie mit der kommenden S-Klasse hatten. Das neue Flagschiff aus Sindelfingen ist durchaus ein Schlag in die Richtung der Konkurrenz nach Ingolstadt und München – und wird wohl, nicht nur von der technologischen Seite aus, einige Zeit die Führung übernommen.

Wir konnten uns in der vergangenen Woche ein eigenes Bild von der neuen S-Klasse bzw. dessen “Intelligent Drive”-Technik im Werk Sindelfingen verschaffen, so wurde uns die neue Lichttechnik mit den adaptiven Fernlicht-Assistenten PLUS und der neue Nachtsicht-Assistent-PLUS vorgeführt. Eine Betrachtung des Gesamtfahrzeuges spart sich der Hersteller noch auf, – die Markteinführung ist jedoch bereits nun Mitte Juli 2013.

Vorreiter ist die neue S-Klasse auf alle Fälle, serienmäßig kommt die neue S-Klasse serienmäßig ohne Glühlampen aus. Der W222 ist komplett in LED-Technik ausgestattet, der Energieverbrauch konnte so auf ein Viertel verringert werden (parallel sprechen lange Lebensdauer und tageslichtähnliche Farbtemperatur für die Umstellung).

“Selbst in der Serienversion werden Sie keine Glühlampe mehr im Exterieur oder Interieur finden”, – so ein Techniker zu uns. Über 190 LEDs übernehmen nun die Beleuchtung des Fahrzeuges. Eine Weltpremiere ist auch die “Mehrpegelfunktionalität” der Heckleuchten, mit dessen das Bremslicht bei Nacht oder beim Warten an roten Ampeln zurückgeregelt werden kann.

Energieverbrauch gesenkt: Beleuchtung effizienter
Das energiesparende LED-Abblendlicht verbraucht im Vergleich bei gleicher Lichtleistung 34 Watt, statt 84 Watt mit Xenonlicht oder 120 Watt bei Halogenbeleuchtung. Die Kraftstoffersparnis liegt, so Mercedes, bei 0.05 Liter pro 100 km bzw. 2,1 Gramm Co2 auf den Kilometer. Sicherlich ein, auf den ersten Blick, kleiner Wert – doch durchaus ein Teil zur Gesamtersparnis beim neuen Modell.

Serienmäßig gibt es in der neuen S-Klasse zwar bereits Voll-LED-Licht, jedoch kommt der richtige Technologiesprung erst mit den optionalen Intelligent Light System sowie Adaptiven Fernlicht-Assistent PLUS.

Adaptiver Fernlicht-Assistent PLUS
Die Entwickler sprechen von “…mit Dauerfernlicht fahren” -, was wir zuerst kritisch sahen. Der Adaptive Fernlicht-Assistent PLUS, der dies nun ermöglicht, erkennt jedoch andere Verkehrsteilnehmer im Lichtkegel (sowohl Gegenverkehr oder vorausfahrende Fahrzeuge) und passt die Lichtverteilung tatsächlich entsprechend der Situation an.

Der Fahrer hat dadurch einen Nutzen: die maximale Beleuchtung und die Vorteile der Reichweite des Fernlichtes. Der Fahrer wird weder durch Ein/Ausschaltvorgänge des Fernlicht belästigt, noch sollen andere Verkehrsteilnehmer damit gefährdet oder geblendet werden.

Im Simulator und an einer Demonstrationswand wurde uns das System bereits erfolgreich vorgeführt, wenn auch das Demonstrationsfahrzeug noch eine C-Klasse war. Wie fein das System dann in der Realität funktioniert, werden wir erst später sehen – Mercedes hingegen hat das System jedoch bereits weltweit mehrere tausende Kilometer getestet und bringt es ab Marktstart in die Serienproduktion.

Der Assistent nutzt die neue Stereokamera, welche auch von anderen Assistenzsysteme verwendet wird, und erkennt durch einen Bilderkennungs-Algorithmus entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge und steuert die Mechanik im Scheinwerfermodul an.

Die Mechanik blendet den Bereich im Lichtkegel des LED-Scheinwerfers aus, in dem sich andere Fahrzeuge befinden. Solange sich andere Fahrzeug, z.B. bei Kurvenfahrten, außerhalb von der Mechanik ausblendbaren Bereiches befinden, nutzt das System die Leuchtweitenregulierung im Abblendlicht.

Eventuelle mögliche Eigenblendungen durch stark reflektierende Schilder am Straßenrand werden dabei vom neuen adaptiven Fernlicht-Assistenten PLUS erkannt und durch gezieltes Dimmen der LED-Scheinwerfer vermieden.

Erweiterter Nachtsicht-Assistent PLUS
Der erweiterte Nachtsicht-Assistent kann neben Gefahren durch Fußgänger nun erstmals auch Tiere im relavanten Bereich erkennen. In der neuen S-Klasse (W222) schaltet das System das Display des Kombiinstruments von Tacho auf Nachtsichtbild um, wobei Fußgänger und Tiere farbig markiert werden.

Eine Anzeige per HUD (Head-Up-Display) findet später statt, ein solches System wird scheinbar erst später angeboten. Bei Personen im Warnbereich werden erkannte Personen parallel mittels neuer Spotlight-Funktion angeblinkt, wobei nicht nur die Aufmerksamkeit des Fahrers auf die mögliche Gefahr gerichtet wird, sondern die Personen am Fahrbahnrand parallel gewarnt wird. Die Personenerkennung ist nun (bei dauerhaft aktiviertem Graustufenbild), im Gegensatz zum Vorgängersystem, nun auch innerorts verfügbar.

Tiere und Personen werden mittels Fern-Infrarotsensor in der Kühlermaske erkannt -Fußgänger bis 160 Meter, Tiere (wie Rotwild, Pferde, Kühe) bis 100 Meter.

Zwei separate Lichtquellen in den Scheinwerfern beleuchten die Umgebung vor dem Fahrzeug mit unsichtbarem Infrarotlicht, eine Nah-Infrarotkamera hinter der Windschutzscheibe im Bereich des Innenspiegels kann das Graustufenbild im Display des Kombiinstruments darstellen, welches auch manuell über eine Direktwahltaste permanent einblendbar ist.

Die neue S-Klasse bleibt wohl der Schrittmacher der Sicherheitstechnologie, die Neuerungen bringt der W222 und wird dann später auch in den anderen Baureihen Einzug finden, so hieß es vor Ort.

Bilder: MBpassion.de