Sie heißen Winterreifen – aber eigentlich müssten sie Kaltreifen heißen. Denn schon bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius bieten die Gummimischungen der Winterreifen bessere Haftung als Sommerreifen. Außerdem gilt in immer mehr Ländern eine Winterreifenpflicht.

Die Mercedes-Benz Partner bieten speziell auf die jeweiligen Fahrzeugmodelle abgestimmte Winterreifen und –kompletträder, zu erkennen an der MO-Markierung (Mercedes-Original) auf der Reifenflanke. Außerdem übernehmen sie die Montage und lagern die nicht benutzten Räder ein.

Warum Winterreifen in der kalten Jahreszeit unverzichtbar sind
Kürzerer Bremsweg, bessere Beschleunigung, stabilere Kurvenfahrt: Winterreifen können bei Kälte, Schnee und Eis einfach alles besser. Nur Winterreifen verfügen über spezielle, kältetaugliche Gummimischungen mit einem hohen Silica- oder Naturkautschuk-Anteil, der den Reifen auch bei tiefen Temperaturen geschmeidig hält. Je weicher das Gummi, desto besser passt es sich der Straßenoberfläche an. Die Folge: mehr Grip beim Bremsen, Beschleunigen und Kurvenfahren. Sommerreifen dagegen verhärten bei Kälte, wodurch die Fahrbahnhaftung schlechter wird. Auch modernste Fahrerassistenzsysteme sind dann machtlos.

Besonders eindrucksvoll sind die Sicherheitsvorteile von Winterreifen beim Bremsen: Ein durchschnittlicher Pkw benötigt mit Winterreifen rund 35 Meter, um auf schneebedeckter Fahrbahn aus 50 km/h zum Stillstand zu kommen. Mit Sommerreifen wächst der Bremsweg auf 43 Meter. Das hat schwerwiegende Folgen: Im Ernstfall träfe in diesem Vergleich der Wagen mit Sommerreifen noch mit 22 km/h auf ein Hindernis, wenn das Fahrzeug mit Winterreifen schon steht. Deshalb benötigen natürlich auch allradgetriebene Fahrzeuge wie SUV unbedingt Winterreifen.

Beim Beschleunigen ist der Winterreifen auf Schnee noch weitaus überlegener, das heißt: eine um bis zu 80 Prozent bessere Traktion, unabhängig von der Antriebsart. Das hilft nicht nur beim zügigen Ampelstart, sondern auch bei einem schnellen Ausweichmanöver, um aus einer gefährlichen Situation zu flüchten – beispielsweise an einem Stauende. Der bessere Grip in Kurven kann verhindern, von der Strecke abzukommen oder in den Gegenverkehr zu rutschen.

Die spezielle Profilgestaltung verzahnt den Winterreifen mit der schnee- oder eisbedeckten Fahrbahn und erzeugt eine hohe Scherwirkung, welche die Haftung weiter erhöht. Zahlreiche Lamellen in den Profilblöcken steigern die wirksame Querkantenlänge und damit ebenfalls den Grip. Geräuschentwicklung und Abrollkomfort bewegen sich auf dem Niveau von Sommerreifen.

Welchen Winterreifen kaufen? Die Schneeflocke weist den Weg
Zunächst sind nahezu alle Winterreifen am „M+S“-Symbol zu erkennen (Matsch und Schnee). Doch dieses Kennzeichen ist für hiesige Verkehrsverhältnisse nicht ausreichend: M+S unterliegt keiner gesetzlichen Prüfung und kann von den Herstellern nach eigenem Gutdünken vergeben werden. Deshalb wurde 1996 das Schneeflockensymbol eingeführt, eine von einem Berg mit drei Gipfeln eingerahmte Schneeflocke. Ein Reifen mit diesem Gütesiegel muss zuvor eine genormte Prüfung mit definierten Kriterien bestehen. Dabei wird der Testpneu mit einem standardisierten Exemplar verglichen. Schafft er sieben Prozent bessere Werte als der Vergleichsreifen, dann erhält er das Schneeflockensymbol und liegt damit, wie Zeitschriftentests belegen, meist im oberen Drittel des Leistungsspektrums von Winterreifen.

Ab 2012 gilt die Winterreifenpflicht in weiteren Ländern
In vielen Ländern Europas gilt eine absolute oder situative Winterreifenpflicht. 2012 wird sie auch in Luxemburg und Rumänien eingeführt. Die Übersicht informiert, wo und wann entsprechende Reifen sowie Schneeketten montiert werden müssen:

EU-Reifenlabel bildet drei wichtige Kriterien ab
Seit dem 1. November 2012 ist das Reifenlabel EU-weit gesetzlich vorgeschrieben. Ziel ist es, mehr Transparenz zu schaffen und dem Endverbraucher Auskunft über Nassgrip, Energieeffizienz und externes Rollgeräusch zu geben. Die Reifenhersteller prüfen Sommerreifen, Ganzjahresreifen und Winterreifen für die Labeleinstufung nach den gleichen Kriterien und stufen sie entsprechend ein. Mercedes-Benz überwacht die Label-Vergabe durch Stichproben-Kontrolle der Werte während des Reifenentwicklungs- und Serienprozesses.

Die Prüfkriterien bilden vor allem bei Sommerreifen wichtige Eigenschaften ab. Die für Winterreifen wichtigen Disziplinen wie Bremsen, Traktion sowie Kurvenhaftung auf Schnee und Eis erfasst das Label bisher nicht. Um die Sicherheit bei unterschiedlichsten Fahrbahnsituationen zu gewährleisten, ist neben einer speziellen Profilgestaltung und Gummimischung für Winterreifen auch eine große Profiltiefe erforderlich. Das wirkt sich negativ auf den Rollwiderstand aus und verschlechtert die Bewertung der Energieeffizienz der Winterreifen im Reifenlabel. Auch sehr gute Winterreifen weisen deshalb Reifenlabelwerte auf, die gegenüber Sommerreifen erheblich abweichen können.

Quelle: Daimler AG


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