Geschafft! Am letzten Freitag rollten um 14 Uhr, nach 18.000 Kilometern Fahrstrecke alle fünf Omnibusse des Record Run Buses 2012 in Wiesbaden über die Ziellinie. Die Reise­busse legten bis dahin je rund 7000 km, die Stadtlinienbusse etwa 1400 km zurück.

Die Vorgabe des Record Run Buses 2012 schien unerfüllbar: weniger Kraftstoffverbrauch und geringere Abgasemissionen bei gleichzeitiger Erfüllung der Abgasstufe Euro VI. Doch der neue Stadtlinienbus Citaro und der neue Reise­bus Setra ComfortClass 500 nach Euro VI bewiesen, dass es durchaus möglich ist die beiden scheinbar unvereinbaren Ziele gleichzeitig zu erreichen. Die fünf Omnibusse des Record Run Buses 2012 legten in fünf Tagen unter neutraler Aufsicht insgesamt knapp 18 000 Kilometer zurück. Mit großem Erfolg! Die zuvor versprochene Verbrauchseinsparung von 4-6 Prozent (Citaro) und 5-6 Prozent (Setra) wird nicht nur erfüllt, sie kann sogar spürbar übertroffen werden. Buses nach Abgasstufe Euro VI sind also nicht nur gut für die Umwelt sondern auch gut für den Geldbeutel und sorgt für geringe Betriebskosten.

Record Run Buses 2012: fünf Omnibusse, fünf Tage, 18 000 km
Rund um die Uhr spulten die fünf Omnibusse vom 22. bis 26. Oktober 2012 ein schweres Programm ab. Realistisch mit 3,2 t Ballast auf 50 Prozent der Nutzlast beladen, legten drei Mercedes-Benz Citaro im harten Stadtverkehr jeweils rund 1400 km zurück. Im anspruchsvollen Fernverkehrseinsatz ab­solvierte jeder der beiden Reisehochdecker der Setra ComfortClass 500 cirka 7000 km auf öffentlichen Straßen. Mit Stadtverkehr in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden (Citaro) und Fahrten zwischen Leipzig und Hamburg bzw. im Städte-Viereck Leipzig/Sangershausen, Schweinfurt, Hof und Bautzen (Setra) waren die Strecken der fünf Omnibusse auf hohem Niveau.

Citaro Euro VI: im Record Run 8,5 Prozent sparsamer
Der Mercedes-Benz Citaro trat gleich in drei Varianten an: Das neue Modell nach Abgasstufe Euro VI mit dem ebenfalls neuen Motor Mercedes-Benz OM 936 h mit 7,7 l Hubraum und einer Leistung von 220 kW (299 PS) stand den unmittelbar vergleichbaren Vorgänger­modellen nach Euro V mit OM 906 hLA (6,4 Liter Hubraum, Leistung 210 kW/286 PS) sowie OM 457 hLA (220 kW/299 PS) gegenüber. Getriebe, Achsübersetzung und Reifen waren jeweils identisch.

Mit einem Kraftstoffverbrauch von 38,7 l/100 km schnitt der neue Citaro nach Euro VI beim Record Run Buses 2012 in Anbetracht der schweren Strecke hervorragend ab. Er distanzierte seine anerkannt sparsamen Vorgänger deutlich um 3,6 l/100 km oder 8,5 Prozent. Damit erfüllt der Citaro nach Euro VI das Versprechen seiner Marke nach einer Ver­brauchsminderung um 3-5 Prozent nicht nur, er kann sie sogar deutlich übertreffen. Bei einer jährlichen Laufleistung von 60 000 km entlastet er die Umwelt gleichzeitig um 5700 kg CO2-Emissionen.

Aus der Kraftstoff-Ersparnis lässt sich eine überraschende betriebs­wirtschaftliche Kalkulation ableiten: Der neue Citaro nach Euro VI spart bei 60 000 km im Jahr gegenüber einem Modell nach Euro V nach derzeitigen Kraftstoffpreisen von rund 1,25 Euro/Liter (ohne Mehrwertsteuer) rund 2700 Euro Diesel per anno. Damit rentiert sich die Mehrausgabe für den neuen Citaro nach Euro VI bereits nach rund vier Jahren sowie ein höherer prognostizierter Wiederkaufswert.

Die Schlussfolgerung aus dem Record Run Buses 2012: Der Schritt zu Euro VI senkt beim Mercedes-Benz Citaro nicht nur den Kraft­stoffverbrauch und die Schadstoffemissionen deutlich, Euro VI rechnet sich auch betriebswirtschaftlich.

Setra ComfortClass S 515 HD: 8,2 Prozent Diesel gespart
Ähnlich fällt das Ergebnis für die neue Setra ComfortClass 500 aus. Hier trat ein S 515 HD der ComfortClass 500 mit dem neuen Trieb­werk Mercedes-Benz OM 470 und 315 kW (428 PS) Leistung nach Euro VI an. Interner Gegner war das direkt vergleichbare Vorgängermodell S 415 GT-HD der ComfortClass 400 mit dem bisherigen Motor OM 457 LA und einer identischen Leistung von 315 kW (428 PS). Auch bei diesem Duell waren die Übersetzung von Getriebe und Antriebsachse sowie die Reifen identisch. Die Reisebusse wurden auf das zulässige Gesamtgewicht von 18 Tonnen voll ausgeladen.

Die neue ComfortClass vom Typ S 515 HD schnitt nach 7000 km mit einem Kraftstoffverbrauch von 21,0 l/100 km ebenfalls heraus­ragend günstig ab. Sie distanzierte das sparsame Vergleichsmodell um 1,9 l/100 km oder 8,2 Prozent. Angesichts der Vorhersage einer Verbrauchseinsparung um 5-6 Prozent gilt ebenfalls: Versprechen eingelöst und im Record Run Buses 2012 sogar übertroffen.

Nachrechnen lohnt sich ebenso bei der neuen Setra ComfortClass 500: Bei einer Laufleistung von 100 000 km im Jahr spart sie dem Betreiber nach derzeitigen Kraftstoffpreisen von rund 1,50 Euro 2850 Euro Kraftstoffkosten, bei 180 000 km sind es mehr als 5000 Euro im Jahr. Die Reduzierung an CO2-Emissionen beläuft sich auf cirka 5000 kg bzw. 9000 kg im Jahr. Auch hier trifft zu: Euro VI lohnt sich nicht nur mit Blick auf Umwelt- und Ressourcen­schonung, Euro VI rechnet sich auch betriebswirtschaftlich.
Fünf Omnibusse fünf Tage im großen Effizienztest

Start- und Zielpunkt des Record Run Buses 2012 mit drei Mercedes-Benz Citaro und zwei Setra der ComfortClass war die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden. Der Start erfolgte am 22. Oktober 2012 um 13 Uhr. Die fünf Omnibusse waren, abgesehen von zwei Tankpausen am Tag, fünf Tage lang rund um die Uhr im Einsatz.

Drei Citaro fuhren rund um die Uhr Stadtverkehr in Wiesbaden
Für den Stadtbus-Vergleich trat der neue Mercedes-Benz Citaro nach Abgasstufe Euro VI als Solobus gegen seine Vorgänger mit vergleichbarer Leistung an. Die Kraftübertragung übernahm jeweils das vollautomatische Wandlergetriebe ZF Ecolife. Identisch war auch die Übersetzung der angetriebenen Hinterachse von i=5,771.

Alle Citaro verkehrten in Wiesbaden auf der anspruchsvollen Linie 17 im Linienverkehr. Sie durchquert sowohl die Innenstadt der hessischen Landeshauptstadt einschließlich der Fußgängerzone als auch die Peripherie.

Um einen realistischen Fahrbetrieb zu gewährleisten, hielten die Testbusse nicht nur untereinander, sondern auch zu den vorausfahrenden Bussen im Linieneinsatz einen deutlichen Abstand ein. Auf der 18,6 km langen Linie 17 mit über 400 Höhenmeter Steigungen absolvierten die Omnibusse 17 Umläufe pro Tag. Alle Haltestellen wurden angefahren, die Omnibusse dabei per Kneeling abgesenkt und die Fahrgasttüren geöffnet.

Zwei Setra absolvierten täglich 1800 km Fernstraßen
Bei den Reisebussen maß sich die Setra ComfortClass vom Typ S 515 HD nach Abgasstufe Euro VI mit dem Vorgänger Setra S 415 GT-HD der ComfortClass 400 nach Euro V und identischer Motorleistung. Die zweiachsigen Reise-Hochdecker sind jeweils etwas über zwölf Meter lang. In den Reisebussen arbeitete das Getriebe Mercedes GO 250-8 PowerShift (ComfortClass 500) bzw. Mercedes GO 240-8 PowerShift. Ihre Übersetzungen waren ebenso identisch wie mit i=3,583 die Übersetzungen der Hinterachsen der beiden Hochdecker.

Die Reisebusse nutzten ebenfalls Wiesbaden als Startpunkt für eine Fahrt nach Leipzig. Von dort aus drehten sie tagsüber eine 881 km lange Schleife von Leipzig über Erfurt, Schweinfurt, Bayreuth, Dresden nach Bautzen und zurück. Nachts absolvierten die beiden Setra die 922 km lange Strecke Leipzig – Potsdam – Hamburg und zurück.

Die Reisebusse legten jeden Tag etwas mehr als 1800 km zurück. Rund 90 Prozent der Strecke fuhren sie auf Autobahnen, zehn Prozent auf Bundes- und Landstraßen. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h bzw. 80 km/h wurde, sofern es die Verkehrsbedingungen zugelassen haben, eingehalten.

Bedingungen identisch, Technik und Tankungen überwacht
Neben Getriebe und Achsübersetzung waren Beladung sowie Reifen und Profiltiefe der Reifen innerhalb der jeweiligen Baureihe identisch. Alle Omnibusse waren zu Beginn des Record Run Buses 2012 mit rund 10 000 km Laufleistung eingefahren. Am Steuer des Record Buses 2012 saßen geschulte Versuchsfahrer sowie Trainer des Ecotrainings von Omniplus. In jedem der fünf Omnibusse war pro Schicht eine Zwei-Fahrer-Besatzung unterwegs, die täglich den Omnibus wechselte. Gefahren wurde in zwei Schichten rund um die Uhr. Die Fahrer für den Record Run Buses 2012 auf der Linie 17 in Wiesbaden wurden zusätzlich durch Fahrlehrer des Verkehrsbetriebs eingewiesen.

Die Testwagen und ihre Einsätze wurden von der unabhängigen Sachverständigen-Organisation Dekra überwacht. Die Ingenieure plombierten alle für den Kraftstoffverbrauch wesentlichen Bauteile ebenso wie die Kraftstofftanks und kontrollierten alle Tankungen. Darüber hinaus wurde die Beladung kontrolliert und versiegelt. Sämtliche Tankungen erfolgten an den gleichen Tankstellen in Wiesbaden bzw. Leipzig und sogar an identischen Tanksäulen. Selbst die Position der Fahrzeuge an der Tanksäule war definiert.

Die Omnibusse waren außerdem mit Kraftstoff-Verbrauchs­messgeräten ausgerüstet. Jegliche Bewegungen der fünf Omnibusse des Record Run Buses 2012 ließen sich über das Telematiksystem FleetBoard überprüfen.

Quelle: Daimler AG


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