Auf der IAA Nutzfahrzeuge zeigte Daimler Trucks einen weiteren Baustein für die Gütermobilität der Zukunft.

In einem Econic NGT (Natural Gas Technology) wird als dritte Gas-Treibstoffvariante nach CNG (Compressed Natural Gas, Erdgas) und Biogas nun auch LNG als Energieträger genutzt. LNG steht für Liquefied Natural Gas und meint somit verflüssigtes Erdgas. Vorteil von LNG: Es hat nur einen Bruchteil des Volumens von gas­förmigem Erdgas (CNG). Daraus resultiert im Vergleich zu CNG bei überschaubarem Tankvolumen eine große Reichweite. Sie reicht an die von Dieselfahrzeugen heran.

Beim Econic LNG werden mehrwandige Isoliertanks aus Edelstahl verwendet. Eine Kühlanlage ist nicht notwendig, da sich das ver­flüssigte Gas in einem thermodynamischen Gleichgewicht befindet. Ein Pluspunkt von LNG ist außerdem seine leichte Betankbarkeit. Ein Tankvorgang für ein Vorratsvolumen, das im Lastzug für 1000 Kilometer ausreicht, ist nach fünf Minuten abgeschlossen.

Econic LNG: leise und emissionsarm wie die CNG-Version
Der Econic LNG mit Erdgasantrieb wird von einem aufgeladenen Reihensechszylinder (M 906 LAG) angetrieben. Die Maschine leistet kraftvolle 205 kW (279 PS). Sie wurde speziell für den Betrieb mit Erdgas als Ottomotor entwickelt.

Die 6,9 Liter-Maschine verfügt über eine Multipoint-Gasein­blasung. Diese Technik stellt sicher, dass dem Motor kontinuierlich ein immer gleich homogenes Gas-Luft-Gemisch zugeführt wird. Der aufgeladene und ladeluftgekühlte Motor erreicht seine Nennleistung bei 2500/min und kommt einem Dieseltriebwerk hinsichtlich der Fahrcharakteristik dank 1000 Newtonmeter maximalem Drehmoment (bei 1400/min) recht nahe.

Die Emissionen des Econic mit Gasantrieb enthalten weder Fein­staub noch Partikel. Ein weiterer Vorteil ist die Geräuscharmut des Gasantriebs. Er ermöglicht vielfach die Belieferung in dicht­besiedelten Gebieten auch nachts oder am Wochenende.

Bestehende Transport-Infrastruktur
Erdgasvorkommen stehen in vielen Regionen der Erde zur Verfügung, die globalen Ressourcen reichen um einiges länger als beispielsweise die Vorräte von Erdöl. Zahlreiche Länder können ihre Erdgasvorräte jedoch mangels Anschluss an das internationale Rohrleitungsnetz nur per Tankschiff in flüssiger Form transportieren. Die flüssige Phase von Erdgas wird durch Kühlung auf unter minus 163 Grad Celsius bei atmosphärischem Druck am Verschiffungshafen erreicht – aus CNG wird LNG.
Das verflüssigte Erdgas wird mit speziellen Tankschiffen transportiert. Beim Weitertransport von Erdgas am Entlade­terminal per Rohrleitung zum Verbraucher wird es beim Übergang zur Umgebungstemperatur wieder in den gasförmigen Zustand versetzt – aus LNG wird erneut CNG.

Dagegen erfolgt der Weitertransport des LNG ab Hafen gekühlt per Bahn oder Lkw zum Verbraucher bzw. zur Gastankstelle. Die Kapazität für LNG hat in den Förderländern in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen, ebenso die Transportkapazität und die der Entladeterminals.

Quelle: Daimler AG