Seit der Premiere der ersten Generation des CLS Coupé im Jahr 2004, setzt dieser Maßstäbe im Bereich Design und Formgebung. Jetzt acht Jahre später geht erneut ein einzigartiges Konzept an den Start: der CLS Shooting Brake.

Seit Juli bestellbar steht der CLS Shooting Brake nun auch endlich seit Samstag in den Showrooms der Händler. In seinem Segment steht der Shooting Brake zurzeit noch alleine dar – Mitbewerber Fehlanzeige! Mehr als ein Grund also, sich das jüngste Modell der Stuttgarter mal etwas genauer anzusehen. Wir haben den „neuen“ einer ersten Testfahrt in der Toskana unterzogen.

Coupé oder Kombi? Was ist der CLS Shooting Brake eigentlich? Wir finden der neue CLS Shooting Brake ist weder das eine noch das andere. Er ist mehr eine Mischung aus beiden – Coupé und Kombi. Die rundliche Dachlinie zeigt Ansätze eines Coupés, das langgezogene Heck spricht hingegen mehr für einen Kombi. Der neue CLS Shooting Brake vereint Form und Funktionalität. Auf der einen Seite stilvoll und luxuriös, auf der anderen Seite aber auch Lademeister für jede Menge Gepäck.

CLS Shooting Brake, irgendwie ein komischer Name für eine Modelbezeichnung oder? Woher kommt die Bezeichnung überhaupt? Break ist die englische Bezeichnung für leichte Pferde-Fuhrwerke mit variablen Aufbauten. Sie wurden damals vor allem zur Jagd eingesetzt. Da man mit dem „Brake“ zum Schießen – Shooting – fuhr, nannte man die Fuhrwerke „Shooting Brake“. Besonders in den 1960er und 1970er Jahren wurde speziell in Großbritannien mit motorisierten Shooting Brakes experimentiert – exklusive Crossover-Fahrzeuge, die den Luxus und Stil eines Coupés mit dem Gepäckraum eines Kombis verbanden.

Selbstbewusst so zeigt sich uns der CLS Shooting Brake in der Toskana. Die sportliche Front, hat er ganz mit seinem Bruder dem CLS Coupé gemeinsam. Es strahlt Souveränität und Eleganz aus, sorgt mit den optionalen Voll-LED-Scheinwerfern aber zugleich auch für einen außergewöhnlichen Auftritt. Gleich zum Coupé sind auch die Proportionen des Shooting Brake: lange Motorhaube, hohe Bordkante mit niedrigen, rahmenlosen Seitenscheiben sowie die nach hinten verlaufenden Dachlinie.

Der Blick auf die Heckansicht, zeigt dann ganz deutlich die Eigenständigkeit des CLS Shooting Brake. Kraftvoll und klar gezeichnet wie das Coupé aber doch komplett anders. Das Fließheck mit großer Heckklappe und die deutlich ausgeprägten Kotflügel verbreitern das Heck und lassen den Shooting Brake besonders athletisch wirken. Untermalt wird der breitenbetonte Auftritt durch die großen serienmäßigen Voll-LED-Heckleuchten die sich so auch beim Coupé wieder finden lassen.

Mit einer Länge von 4,956 Metern ist der Shooting Brake nur 1,6 Zentimeter länger als das Coupé. Optisch betrachtet wirkt der Shooting Brake aber durch das Fließheck länger/lang gezogener als sein Coupé-Bruder. In der Höhe und Breite gibt es mit jeweils 1,41 Metern bzw. 1,88 Metern bei beiden keine Unterschiede. Gleiches gilt für den Radstand, der mit 2,87 Meter ebenfalls identisch zwischen Coupé und Shooting Brake ist.

Von außen ein schickes Auto und von innen? Das Interieur steht dem Exterieur in nichts nach und versprüht dieselbe Exklusivität und Raffinesse wie das äußere. Vom Cockpit bis in den Laderaum überzeugt der Shooting Brake durch hochwertige und exklusive Materialien darunter je nach gewählter Ausstattung beispielsweise feinstes Leder oder edle Holzzierelemente. Fünf Interieur-Farben, fünf Zierelement-Ausführungen sowie drei Lederqualitäten stehen zur Wahl. Unser Testfahrzeug ist mit mandelbeigen Leder PASSION sowie dem hellbraunen und seidenmatten Pappel-Holz ausgestattet. Das Interieur passt perfekt zum Shooting Brake und lässt den Innenraum edel und geräumig wirken. Hier nimmt man gern auf den aktiven Multikontursitzen (Sonderausstattung) und kann sich dabei auch noch während der Fahrt mit einer Rückenmassage verwöhnen lassen. Kurzum der CLS bietet Wohnzimmeratmosphäre auf vier Rädern. Auch im Fond geht es geräumig zu. Im Vergleich zum Coupé wo es nur zwei Einzelsitze gibt, können im Shooting Brake können drei Fahrgäste im Fond Platz nehmen. Analog zum Coupé haben aber auch hier die beiden äußeren Plätze Einzelsitzcharakter.

Ein echtes Highlight des neuen CLS Shooting Brake ist zweifelsohne der optional erhältliche Laderaumboden aus hochwertigem offenporigem amerikanischem Kirschbaum (4.700,50 €). Bei dem designo Holzladeboden haben sich die Mercedes Designer von edlen Yachten inspirieren lassen. Er wird aus Furnierblättern in fünf Schichten von Hand verleimt und gepresst. Vier Aluminiumleisten mit gebürsteter Oberfläche sollen in Kombination mit Gummieinlegern die Holzoberfläche schützen und dienen zugleich auch als Anti-Rutsch-Schutz. Für weiteren Schutz liegt standardmäßig auch noch eine gepolsterte Einlegematte bereit. Den WOW und AHA-Effekt hat der edle Holzboden auf jeden Fall auf seiner Seite, ein klares Daumen hoch dafür. Ob das Kirschbaumholz aber im Alltag auch robust genug ist muss sich erst noch beweisen. Wir sind da aktuell noch etwas skeptisch und würden uns persönlich lieber für den normalen Ladeboden aus Teppich entscheiden – zumindest wenn man den Kofferraum regelmäßig mit Ladegut nutzt die unter Umständen Kratzer auf dem Holzboden verursachen könnten.

Nur ein gutes Aussehen reicht beim CLS Shooting Brake und in dieser Preisklasse natürlich nicht, da muss noch ein bisschen mehr kommen. Variabilität und ein großer Laderaum sind hier das Stichwort. Kann der neue Shooting Brake auch hier überzeugen? Er kann! Im normalen Zustand stehen hinter den Fondsitzen 590 Liter Kofferraumvolumen zur Beladung bereit. Reicht das nicht, können die Fondsitze außerdem mit Hilfe des serienmäßigen EASY-PACK-Quickfold System im Verhältnis 1/3 zu 2/3 oder auch komplett umgeklappt werden. Sind die Fondsitzlehnen umgeklappt schluckt der CLS Shooting Brake dann sogar bis zu 1.550 Liter. Da kann man dann auch schon mal einen größeren Einkauf im Möbelhaus mit erledigen. Die Entriegelung der Rückenlehne erfolgt dabei ganz komfortable über zwei Hebel an der D-Säule seitlich im Laderaum. Beim Entriegeln wird die Lehne automatisch umgeklappt und die Kopfstützen senken sich durch ihr Eigengewicht auf die Rückenlehne ab, so dass sie gemeinsam mit der Lehne umgeklappt werden können.

So einfach wie das umklappen der Fondsitze ist auch das Öffnen des Kofferraums. Serienmäßig ist der CLS Shooting Brake mit einer elektrischen Heckklappe ausgestattet. Soll das Fahrzeug von hinten beladen werden, kann die EASY-PACK Heckklappe automatisch mit dem Fahrzeugschlüssel, einer Taste in der Fahrertür oder einem Druck auf den Entriegelungsgriff unterhalb der Chromzierleiste der Heckklappe geöffnet werden. Ist alles verstaut im Kofferraum, genügt ein Druck auf die „Schließen“-Taste oben rechts an der Heckklappe und sie schließt ebenfalls ganz automatisch und komfortabel.

Der CLS Shooting Brake wird mit fünf Benzin- und Dieselmotoren sowie mit Allradantrieb 4MATIC angeboten. Bereits der Vierzylinder-Diesel CLS 250 CDI BlueEFFICIENCY mit 204 PS lässt Fahrspaß bei zugleich geringem Spritverbrauch aufkommen. Eine gute Mischung stellt der von uns gefahrene CLS 350 BlueEFFICIENCY dar. Der V6 Benziner passt zum Shooting Brake. Sein 3,5 Liter V6 Benzinmotor bietet eine gute Laufruhe und stemmt 306 PS sowie 370 Nm auf die Hinterachse. Die Fahrleistungen des CLS 350 BlueEFFICIENCY sind souverän und lassen eigentlich keinen Fragen offen. Wir waren mit dem Shooting Brake sehr agil und sportlich auf kurvigen Landstraßen in den Bergen rund um Florenz unterwegs. Im direkten Vergleich zum Coupé hatten wir dabei das ein oder andere Mal das Gefühl, dass die rund 100 Kilogramm Mehrgewicht des Shooting Brake doch ein bisschen zu spüren waren. Mangels Vergleichsmöglichkeit bleibt es vorerst aber nur unser subjektiver Eindruck, den wir an dieser Stelle auch nicht als negativen Punkt bewerten wollen.

Das Fahrwerk des Shooting Brakes ist komfortabel abgestimmt und schluckt Schlaglöcher sowie anderen Unebenheiten nahezu perfekt. Neben einem guten Langstreckenkomfort bewies auf unserer Testfahrt das Fahrwerk auch gute Kurvenqualitäten mit nur geringer Wankneigung. Insgesamt ist der CLS Shooting Brake ziemlich neutral abgestimmt, ist man doch einmal in der Kurve zu schnell unterwegs neigt der CLS eher zum Unter- als zum Übersteuern. An der Front des Shooting Brakes kommt die identische Vorderradaufhängung mit Drei-Lenker-Vorderachse und McPherson-Federbeinen wie beim CLS Coupé zum Einsatz. Die Hinterachse ist mit der aus dem E-Klasse T-Modell bewährten Raumlenkerhinterachse mit serienmäßiger Luftfederung und automatischem Niveauausgleich ausgestattet. Die elektronische Niveauregulierung überwacht das Hinterachsniveau und gleich die unterschiedlichen Beladungseinflüsse aus und sorgt auf diese Art für bestmöglichen Fahrkomfort unter allen Bedingungen. Ist die AIRMATIC als Sonderausstattung mit an Bord, bekommt der CLS auch an der Vorderachse eine Luftfederung und verwandelt den Shooting Brake fast schon zu einer Sänfte. Je nach aktuellem Straßen- oder Fahrzustand passt das System vollautomatisch die Dämpfkraft für jedes Rad einzeln an. Dieses bewirkt, dass selbst kleinste Fahrbahnunebenheiten fasst nicht mehr zu spüren sind. Dieses trifft insbesondere auf das Comfort-Programm der AIRMATIC zu – wahlweise kann auch die Einstellung Sport gewählt werden. Soll es mal etwas agiler zur Sache gehen, genügt ein Knopfdruck und das Sport-Programm mit strafferer Federungs- und Dämpfungsabstimmung ist aktiv.

Über jedem Zweifel erhaben ist das Top-Modell der CLS 63 AMG, den wir als weiteres Testfahrzeug durch die Toskana gefahren sind. Er bietet mit seinen 525 PS – in der Edition 1 sind sogar 557 PS möglich – eine unbändige Leistungsentfaltung, die fast das Zeug hat einem die Falten aus dem Gesicht zu treiben. Untermalt wird das Feuerwerk an Leistung von einem bollernden und grollenden V8-Motorsound der süchtig macht und nach mehr verlangt. Das AMG Modell zeichnet sich aber auch durch ein ausgesprochen direktes Fahrverhalten aus. Satt liegt der CLS 63 AMG Shooting Brake auf der Straße und giert förmlich nach der nächsten Kurve. Ebenso sportlich wie unter der Haube geht es auch im Interieur zur Sache. Hier dominieren in unserem Testfahrzeug Carbon Zierelemente und versprühen typischen Motorsportcharme und lassen klar die AMG Gene erkennen. Bereits im Januar 2011 überzeugte uns das Coupé des CLS 63 AMG beim Fahrtest und gleiches gilt jetzt auch für den Bruder Shooting Brake, der ebenfalls in keinster Weise enttäuscht.

Unser Fazit: Der neue CLS Shooting Brake macht Laune. Die Mischung aus Kombi und Coupé entwickelt einen ganz eigenen Charakter und zieht die Blicke auf sich. Der Shooting Brake wirkt frisch ohne dabei an Elegance zu verlieren. Das Design sowie seine Geräumigkeit und Variabilität machen unserer Meinung nach, den CLS Shooting Brake zu einem idealen Begleiter für sportlich ambitionierte Menschen, die es gern mal etwas exklusiver und ausgefallener haben. Mit dem „neuen“ fühlt man sich auf Anhieb sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn oder auf kurvigen Landstraßen wohl. Einziger wirklicher Kritikpunkt ist die Sicht nach Hinten. Das kleine Heckfenster und die doch recht wuchtige D-Säule nehmen einen Großteil der Sicht. Wer da ohne Kratzer und Beulen in Parklücken will sollte auf alle Fälle die optionale Rückfahrkamera und den aktiven Parkassistenten inklusive dem Parktronic-System bestellen.

CLS 350 BlueEFFICIENCY
Grundpreis 66.818,50 €
Diamantweiß metallic BRIGHT 1.963,50 €
Leder PASSION Mandelbeige 2.737,00 €
Sport-Paket Exterieur 1.547,00 €
AIRMATIC 1.344,70 €
18″ Leichtmetallräder 5-Speichen-Design/anthrazit 238,00 €
Reifendruckkontrolle (RDK) 362,95 €
Multikontursitz-Paket 618,80 €
Memory-Paket 833,00 €
Sitzklimatisierung für Fahrer und Beifahrer 1.285,20 €
Automatische Kindersitzerkennung (AKSE) 59,50 €
Zierelemente Holz Pappel hellbraun seidenmatt 0,00 €
Fußmatten Velours in Ausstattungsfarbe 107,10 €
Holz-Leder-Lenkrad in Leder Nappa 702,10 €
Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC 880,60 €
LED Intelligent Light System 1.773,10 €
LED-Tagfahrlicht 351,05 €
Spiegel-Paket 464,10 €
Wärmedämmend dunkel getöntes Glas 464,10 €
Ambientebeleuchtung 339,15 €
COMAND Online 3.117,80 €
Komfort-Telefonie 464,10 €
Media Interface 261,80 €
Fahrassistenz-Paket Plus 2.677,50 €
Fondsicherheits-Paket 452,20 €
Geschwindigkeitslimit-Assistent 351,05 €
Aktiver Park-Assistent 868,70 €
Rückfahrkamera 476,00 €
Cupholder vorne 77,35 €
Raucher-Paket 53,55 €
Gesamtpreis 91.689,50 €

CLS 63 AMG
Grundpreis 117.512,50 €
designo MAGNO Kaschmirweiß 4.403,00 €
designo Leder einfarbig Tiefschwarz 1.309,00 €
Exklusiv-Paket 3.213,00 €
AMG Performance Lenkrad 481,95 €
AMG Hinterachs-Sperrdifferenzial 3.034,50 €
AMG Carbon-Paket Exterieur 4.700,50 €
designo Holzladeboden 4.700,50
Reifendruckkontrolle (RDK) 362,95 €
Aktiv-Multikontursitz-Paket 904,40 €
Memory-Paket 0,00 €
Sitzklimatisierung für Fahrer und Beifahrer 838,95 €
Sitzheizung im Fond 446,25 €
AMG Zierelemente Carbon/Klavierlack 3.510,50 €
Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC 0,00 €
Schiebedach elektrisch in Glasausführung 1.380,40 €
LED Intelligent Light System 0,00 €
LED-Tagfahrlicht 0,00 €
Spiegel-Paket 464,10 €
Wärmedämmend dunkel getöntes Glas 464,10 €
Ambientebeleuchtung 339,15 €
COMAND Online mit 6-fach DVD-Wechsler 3.474,80 €
Komfort-Telefonie 464,10 €
Media Interface 261,80 €
Bang & Olufsen BeoSound AMG 4.938,50 €
Fahrassistenz-Paket Plus 2.677,50 €
Fondsicherheits-Paket 452,20 €
Geschwindigkeitslimit-Assistent 351,05 €
Nachtsicht-Assistent Plus 1.487,50 €
Aktiver Park-Assistent inkl. PARKTRONIC 868,70 €
Rückfahrkamera 476,00 €
Raucher-Paket 53,55 €
Brillenfach für Fahrer anstelle Haltegriff 29,75
Kraftstoffbehälter mit größerem Volumen 80 l 119,00 €
Gesamtpreis 163.720,20 €

Bilder: Philipp Deppe / MBpassion.de