Auf der IAA 2012 wurde der Daimler AG die erste Genehmigung in Europa zur internationalen Richtlinie “AEBS – Advanced Emergency Braking System” vom Kraftfahrbundesamt (KBA) überreicht.

Diese Auszeichung gilt für Mercedes Benz Lkw, genauer für den Neuen Actros und den auf der IAA 2012 vorgestellten Antos. Damit erfüllen diese Mercedes-Benz Lkw nachgewiesenermassen bereits heute die gesetzlichen Anforderungen, die erst ab 2018 mit der 2. Stufe der Vorschrift in Kraft treten. Überreicht wurde die Genehmigung vom Präsidenten des KBA, Ekhard Zinke an Jens Hamester (Leiter Gesamtfahrzeugentwicklung) und Dr. Rainer Müller-Finkeldei (Leiter Mechatronik-Entwicklung).

Mit dem ab jetzt zertifizierten ABA 3 – Notbremsassistenten ausgestatteten Mercedes-Benz Lkw sind die bisher einzigen Lkw, die die Anforderungen von AEBS Stufe 2 vorerfüllen, welches erst in 11/2018 für die Zulassung von Neufahrzeugen verpflichtend wird. Durch die Vorerfüllung der Stufe 2 wird bereits heute ein wesentlicher Sicherheitsgewinn geboten.

Der neue Mercedes-Benz Actros – und mit ihm auch der Verteiler-Bruder Mercedes-Benz Antos – ist nochmals sicherer geworden. Galt der Actros bisher schon als sicherster Lkw der Welt, kann der neue Actros mit der nächsten Generation des einzigartigen Active Brake Assist 3 noch mehr. Das auch Notbremsassistent genannte System leitet auf stehende Hindernisse nun auch selbständig eine Vollbremsung ein. Damit kann der Actros die Folgen von Auffahrunfällen nicht nur wie bisher mildern, er kann derartige Unfällesogar vermeiden – ein weiterer Meilenstein in der Sicherheitsentwicklung des Lkw.

Fahrerassistenzsysteme können erheblich zur Vermeidung von Verkehrsunfällen beitragen. Zur Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit hat die EU-Kommission 2009 mit der allgemeinen Sicherheitsverordnung 661/2009/EC mehrere Maßnahmen ergriffen. Unter anderem werden damit drei wichtige, verkehrssicherheitsrelevante Fahrerassistenzsysteme europaweit für neue Fahrzeuge zeitlich gestaffelt verpflichtend vorgeschrieben:
In einem ersten Schritt wird der Einbau von elektronischen Fahrstabilitätsregelsystemen (EVSC), bekannt als ESP oder ESC, für alle neuen Fahrzeuge vorhandender Typen (Pkw, Omnibusse, Lkw und Anhänger) ab 1. November 2014 Pflicht. Die positive Wirkung entsprechender Systeme ist im Markt und durch mehrere Untersuchungen nachgewiesen. Unstrittig ist der erhebliche Nutzen dieser Systeme gerade auch für schwere Reisebusse sowie Lastkraftwagen und deren Anhänger. Eine Ausrüstung aller neuen Fahrzeuge wäre deshalb bereits früher als nach der EU-Vorschrift vorgesehen möglich und wünschenswert.

In einem zweiten Schritt werden Spurverlassenswarner (LDWS, Lane Departure Warning Systems) sowie fortschrittliche Notbremssysteme (AEBS, Advanced Emergency Braking Systems) für neue Nutzfahrzeuge verpflichtend. Dies betrifft Busse mit mehr als 9 Sitzplätzen sowie Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 t mit neuer Typzulassung ab 1. November 2013 und alle neu zugelassenen Fahrzeuge ab 1. November 2015.
Fortschrittliche Notbremssysteme sollen eine Notsituation automatisch erkennen sowie durch eine Warnung dem Fahrer Gelegenheit geben, durch geeignete Brems- oder Lenkmanöver eine Kollision selbst zu verhindern, oder wenn keine Reaktion des Fahrers erfolgt, das Bremssystem des Fahrzeuges aktivieren, um eine Kollision zu vermeiden oder deren Auswirkungen zu minimieren.

Bisher auf dem Markt verfügbare Abstandsregeltempomaten und Notbremssysteme erkennen und reagieren auf bewegte Ziele, d.h. vorausfahrende oder anhaltende Fahrzeuge. Auf der IAA 2012 wurde der Mercedes-Benz ABA 3 vorgestellt, welcher ab jetzt zuverlässig auf stehende Ziele, z.B. Baustellensicherungsfahrzeuge oder liegengebliebene Fahrzeuge wirkt und das Fahrzeug autonom bis in den Stillstand abbremst und so einen Auffahrunfall vollständig vermeiden kann. Diese Systeme tragen in erheblichem Maße zur Reduzierung von Unfällen bei, auch weil sie einen unaufmerksamen Fahrer bei der Erkennung von kritischen Situationen unterstützen und durch autonomes Bremsen die kinetische Energie reduzieren.

Quelle: Daimler AG