Der Beltbag, ein Highlight des Experimental-Sicherheits-Fahrzeugs ESF 2009, geht in der nächsten Generation der S-Klasse, Baureihe W222, in Serie.

Das aufblasbare Gurtband kann das Verletzungs­risiko von Fondpassagieren beim Frontalaufprall reduzieren, indem es die Belastung auf den Brustkorb verringert. Erkennen die Crashsensoren einen schweren Frontalaufprall, löst das Airbagsteuergerät die Entfaltung und Befüllung des Beltbag aus. Bis auf die fast dreifache Breite bläst dann ein Gasgenerator das mehrlagige, mit Reißnähten versehene Gurtband auf. Durch die nun zur Verfügung stehende größere Fläche wird die Kraft, die auf die Insassen wirkt, besser verteilt. So sinkt das Verletzungsrisiko.

Der Beltbag kann wie ein klassischer Sicherheitsgurt genutzt werden. Die Ausführung des Gurtbandes unterscheidet sich jedoch vom Standardgurt und erhielt in Probandentests beste Bewertungen für sehr guten Tragekomfort und eine besonders weiche Gurtbandkante.

„Mit dem Beltbag setzt Mercedes-Benz seine Sicherheitsoffensive im Fahrzeug Fond fort“, betont Prof. Dr.-Ing. Rodolfo Schöneburg, Leiter Passive Sicherheit und Fahrzeugfunktionen Mercedes-Benz Cars. „Das hohe Sicherheitsniveau von Mercedes-Benz gilt schließlich nicht nur für alle Baureihen, sondern auch auf allen Sitzplätzen.“

Wie das kürzlich von Mercedes-Benz vorgestellte und ebenfalls für die S-Klasse (W222) vorgesehene Aktive Gurtschloss wurde auch der Beltbag mit besonderem Blick auf neue Märkte entwickelt. Dort liegt die Besetzungsrate im Fond bei bis zu 30 Prozent und damit deutlich höher als in Europa. Mit dem Beltbag baut Mercedes-Benz das Sicherheitssystem für Fondpassagiere weiter aus – schon heute verfügen die Gurte in der zweiten Reihe, anders als bei vielen anderen Herstellern, über Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer. Für Frontinsassen ist der Beltbag nicht vorgesehen, weil vorne grundsätzlich bereits Airbags als zusätzliches Rückhaltesystem zur Verfügung stehen.

Da die Dummy-Messtechnik nicht in der Lage ist, die Vorteile wie die geringere Insassenbelastung durch ein breiteres Gurtband darzustellen, haben die Mercedes-Sicherheitsexperten zusätzlich intensiv mit virtuellen Mensch-Modellen gearbeitet. Denn diese Computermodelle ermöglichen detaillierte Aussagen über die biomechanische Belastung während eines Unfalls.

Quelle: Daimler AG