Mercedes-Benz hat nun den durchaus attraktiven GLK aufgehübscht – und stellt die Modellpflege des Modells im Juni beim Händler vor. Wir haben das Fahrzeug vorab in den französischen Alpen getestet.

Mit der Modellpflege des GLK – oft auch “Mopf” genannt – verändert sich der GLK im wesentlichen, zumindest auf den ersten Blick, im Front- und Heckbereich: Neugezeichnete Frontscheinwerfer sowie geänderte Stoßfänger fallen schnell in das Auge, gleichzeitig wurden die Heckleuchten stärker geändert – auch die Leuchtengrafik ist nun eine andere.

Die Linien des Karosseriedesigns sind nun straffer gezogen, kurze Überhänge und eine aufrechte Front mit schlanken Dachsäulen – auf den ersten Blick dezent modellgepflegt. Die Ecken und Kanten des GLKs, die er von seinen “großen Bruder” der G-Klasse geerbt hat, hat er – leicht geglättet – behalten. Der Kühlergrill des SUV-Volumenmodells von Mercedes-Benz hat sich hingegen vergrössert.

Die leichte Überarbeitung des Fahrzeuges zeigt sich auch im Interieur – der Innenraum ist nun nicht nur wertiger, die Lüftungsdüsen sind nun auch in Form der turbinenartigen Lüftungsdüsen designt. Die größte Änderung jedoch: die Integration der Assistenzsysteme der E- und S-Klasse, die neben einem Müdigkeitswarner ATTENTION ASSIST u.a. auch eine Einparkautomatik (und Ausparkfunktion) bietet, – desweiteren DISTRONIC PLUS Abstandstempomat, Spurhalteassistent ist nun ebenso an Bord. Neu auch: das neue Lenkrad, das bereits aus anderen Baureihen bekannt ist. Die Schaltung findet sich bei den Automatik-Modellen nun mit einen Wählhebel am Lenkrad wieder, – und schafft (wie bei anderen Modellen auch) mehr Platz in der Mittelkonsole.

Technisch verfügt das Facelift des GLK nun auch über ein serienmäßige ECO Start-Stopp-System, ebenso ist die Diesel-Abgasreinigung BlueTEC und EU6-Abgasnorm verfügbar. Serienmäßig: LED-Tagfahrlicht in einer Chromspange. Intelligent Light System ILS ist im GLK ebenso verfügbar. Die Heckleuchten werden durch die Verwendung von Lichtleitern und LED einzigartig gezeichnet.

Neu im Sortiment sind nicht nur Alufelgen in 17, 19 und 20″-Zoll-Dimension, es gibt auch ein AMG-Sportpaket – aufbauend auf dem Chrom-Paket Exterieur – läßt das Fahrzeug noch edler erscheinen. Im Offroad-Modus gibt es zu den optionalen Bi-Xenon-Scheinwerfern nun ein 6 Grad breiter zur Seite strahlendes Offroad-Licht, zumal die Scheinwerfer dann auch noch um 3 Watt heller strahlen. Die Lenkung ist übrigens jetzt elektromechanisch.

Unser Fahrtest: GLK 250 CDI 4MATIC
Für unseren Fahrtest steht uns ein 250 BlueTEC 4MATIC mit den üblichen 204 PS und 500 Nm Drehmoment zur Verfügung. Die VMax des Fahrzeuges liegt, so die Werksangabe selbst, bei 232 km/h, der 4-Zylinder-Motor Selbstzünder verbraucht nach NEFZ zwischen 6.9-und 7.0 Liter Diesel. Der GLK mit 2143 cm3 verfügt hierbei über permanenten Allradantrieb und ist im Segment dabei der stärkste 4-Zylinder-Diesel, der parallel nicht nur die EURO-6-Norm erfüllt, sondern auch die strenge US-Norm BIN-5. Verbraucht haben wir im Test immer ein wenig mehr als 1 Liter von der Werksangabe, – jedoch mit ruhigen Gasfuß.

Unsere ersten paar Meter im Fahrtest zeigen bei einigen Unebenheiten in der französischen Schweiz gleich einen verbesserten Federungskomfort, die Dämpfer sprechen jetzt vor allen auf feinen Querfugen oder Wellen sensibler an, – ohne das Fahrzeug mit unnötigen Karosseriebewegungen zu erschrecken. Ebenso bemerkbar: Die Geräuschdämpfung von seiten des Motorraumes: der GLK 250 CDI läuft kultiviert, und schiebt mit seinen 204 PS das Fahrzeug kräftig an. Die Harnstoffeinspritzung BlueTEC ist beim 250 CDI serienmäßig an Bord, bei den 170 PS-Diesel 220CDI kostet dies noch 1.428 Euro Aufpreis, um Euro-6 zu erreichen. Im Innenraum ist vom Dieselantrieb wenig zu hören, – es bleibt ein Brummton, der nicht stört und im Alltag kaum wahrgenommen wird. Das hat Mercedes-Benz gut im GLK im Griff, – wo wir das in anderen Baureihen – wie den SLK – schon ein wenig anders wahrgenommen hatten.

Bei der Lenkung kommt uns das Fahrzeug agiler vor, – was wohl der variabablen Übersetzung der neuen Lenkung geschuldet ist. Die Lenkunterstützung bei Geradeausfahrten wird reduziert, was vom Fahrgefühl sehr beruhigend ist. Durch die bergigen Landstraßen der französischen Schweiz gleiten wir somit gemütlich, ohne uns großartig auf das Fahrzeug konzentrieren zu müssen.

Die Fahrassistenten selbst, die aus den größeren Baureihen übernommen worden sind – und in der Facelift-Variante des GLK nun Einzug halten, runden den Fahrkomfort für uns vollkommen ab: Zwar benötigen wir kaum einen Spurhalteassistenten, doch die DISTRONIC-PLUS ist eine Funktion, welche wohl in ein jedes Fahrzeug gehört: Tempomat mit Abstandsautomatik, die bis zum Stillstand des Fahrzeuges funktioniert, erleichtert so manche Fahrten auf längeren Strecken. Das gleiche gilt für das ILS- Intelligent Light System. Die aktuellste Elektronik fehlte bislang, – der GLK schließt nun technisch auf die anderen Baureihen auf. Das Kombi-Instrument des GLK ist übrigens ebenso mit einen Farbdisplay versehen (wie jetzt auch im ML mit neuen Baujahr verbaut), das COMAND ONLINE System kommt, statt im beigen Farbton, nun in schwarzer Farbe in den Menüs. Neu hier: Die Internet-Funktionen, wie Nachrichtenportal, etc. Online-Staudienste, wie bei der Konkurrenz, kommen erst Anfang 2013 bei Mercedes-Benz, dann jedoch erstmals bei der E-Klasse und dessen Facelift.

Was wir noch vermissen, ist die 360-Grad-Kamera, – eine Funktion die im Dezember 2012 im GLK (und GL) jedoch verfügbar ist, im Testfahrzeug aber noch nicht verbaut war (Details mit Bildern dazu in Kürze von uns). Hier schließt Mercedes an die bereits bestehenden Angebote der Konkurrenzhersteller auf.

Im Fazit:
Der GLK hat sich gemacht, – und gefällt uns im Gesamtkonzept nun besser, als der Vorgänger. Technische Details, die bislang uns aus anderen Fahrzeugen bekannt war, fehlten bislang hier einfach, wenn man auf die Optik auch verzichten konnte. Das Fahrwerk wurde verbessert, – spürbar sogar -, das Design des Fahrzeuges passt sich an die anderen aktuellen Optiken anderer Baureihen an. Trotzdessen, – das der GLK auch im Gelände sich gut behauptet – werden die Mehrzahl der Käufer wohl niemals erproben. Wir waren uns am Anfang nicht sicher, ob man die Optik überhaupt verändern hätte sollen – er kommt nun jedoch deutlich dynamischer und eleganter – wenn es den bisherigen GLK-Besitzern wohl weniger gefallen wird.

Übrigens: Auch wenn 85 Prozent der GLK bislang als Allradfahrzeuge geordert worden sind, die Hecktriebler GLK 200 CDI und GLK 220 CDI bleiben im Programm.

Die Ausstattung des Testfahrzeuges im Überblick:

GLK 250 BlueTEC 4MATIC 46.142,25

  • Lackierung Polarweiß 0,00
  • Leder Saharabeige 2.201,50
  • Sport-Paket Interieur 1.011,50
  • Chrom-Paket Exterieur 714,00
  • Leichtmetallräder 5-Speichen-Design 1.190,00
  • Aktiver Parkassistent 856,80
  • Fahrassistenz-Paket PLUS 2.552,55
  • Memory-Paket 1.487,50
  • Spiegel-Paket 511,70
  • Sidebag im Fond links und rechts 404,60
  • PRE-SAFE System 392,70
  • Ascherpaket 53,55
  • Sitzklimatisierung für Fahrer- und Beifahrersitz 1.285,20
  • Komfort-Telefonie 416,50
  • Komfort-Multifunktionslenkrad in Leder 273,70
  • COMAND Online mit DVD-Wechsler 3.474,80
  • Media Interface 261,80
  • Anhängevorrichtung 928,20
  • Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC 702,10
  • Intelligent Light System 1.660,05
  • Harman Kardon Logic7 Surround-Soundsystem 892,50
  • Glas dunkel getönt, Heck-/Seitenfenster hinten 440,30
  • Scheibenwaschanlage beheizt 202,30
  • Innenraum-Lichtpaket 0,00
  • EASY-PACK-Heckklappe 535,50
  • Kraftstofftank 66 l 59,50
  • Sicherheitsnetz für Gepäckraumabdeckung 130,90
  • Automatische Kindersitzerkennung (AKSE) 59,50

Gesamtpreis:  68.955,50 Euro incl. 19 % MwSt.

Bilder: Dirk Weyhenmeyer / MBpassion.de