Der smart fortwo electric drive in der dritten Generation bietet Elektromobilität für jedermann – und rollt seit dem 11. Juni in Hambach vom Band – Ziel ist ein fünfstelliger Absatz des neuen E-Flitzers.

Die Erfolgsgeschichte des smart fortwo electric drive erstreckt sich bereits über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren, mit dem Start der ersten elektrisch angetriebenen Testflotte im Jahr 2007 in London. Im Jahr 2009 startete der smart electric drive der zweiten Generation – mehr als 2.000 Exemplare sind davon auf den Straßen unterwegs. Positiver Nebeneffekt hierbei: es entstand die weltweit umfassendste Studie zu Alltagserfahrungen mit der Elektromobilität. Diese Erfahrungen sind in die Entwicklung des neuen smart fortwo electric drive eingeflossen.

Die dritte Generation steht mehr denn je für Fahrspaß. Anders als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, zaubert der smart fortwo electric drive dem Fahrer ein lächeln ins Gesicht, wenn er mal wieder im Großstädtischen Stop-and-Go Verkehr unterwegs ist. Im Vergleich zur zweiten Generation bietet der „neue“ deutlich attraktivere Fahrleistungen. Die neuste Generation des Elektro-Flitzers beschleunigt mit seinem 130 Newtonmetern Drehmoment spürbar besser (0-60 km/h in 4,8 Sekunden, 0 bis 100 km/h in 11,5 statt 26,7 Sekunden) und erreicht mit 125 km/h, sogar annähernd die Höchstgeschwindigkeit seiner konventionell angetriebenen Brüder.

Dank der neuen 17,6 kWh starken Hochvolt Lithium-Ionen Batterie aus der Produktion von „Deutsche ACCUmotive“, dem Joint Venture mit Evonik Industries, reicht eine Batterieladung für eine Reichweite von 145 Kilometern – das Kundenfeedback zeigt aber, das den meisten Fahrer eine Reichweite von 40 bis 60 Kilometern ausreicht. Die zwischen den Achsen verbaute Batterie wiegt 175 Kilogramm – das schwerste Bauteil im smart electric drive – und arbeitet mit einer Spannung von 339 bis 391 Volt. Die Hochvoltbatterie wurde bereits in der frühen Entwicklungsphase in vielen Crashtests, die Teils dem Preis eines Einfamilienhauses entsprechen, auf Sicherheit und Verhalten im Crashfall geprüft und ist somit sicher auch wenn es mal zum Unfall kommen sollte.

Angetrieben wird die dritte Generation des smart electric drive von einem 55 kW-Permanentmagnetmotor – dem ersten Produkt aus dem gemeinsam mit Bosch gegründeten Joint Venture „EM-motive“. Die Spitzenleistung kann allerdings nur für die Dauer von etwa 1 bis 2 Minuten bei Kick-down abgerufen werden. Die Dauerleistung beträgt 35 kW, womit der sich aber immer noch sehr dynamisch fahren lässt. Auf zwei Zusatzinstrumenten wird permanent der Ladezustand der Batterie sowie der Energiefluss (Fahrbereitschaft, Leistung, Rekuperation) in Prozent angezeigt. Bei 20% Ladestand erfolgt die erste Warnung an den Fahrer im Kombiinstrument. Eine zweite Warnung erfolgt bei 10% Ladestand – und der Fahrer sollte sich nun umgehend auf den Weg zur Steckdose aufmachen. Sollte dann doch weiter gefahren werden und die Anzeige bei null Prozent ankommen, stoppt der smart nicht sofort und abrupt, da immer noch wenige Prozent Restladung vorhanden sind.

Sollte man den smart dann doch einmal so leer fahren, das er stehen bleibt, gibt es eine Sicherheitsreserve um das Fahrzeug aus einer Gefahrensituation, beispielsweise mitten auf einer Kreuzung, bringen zu können. Die Sicherheitsreserve wird durch aus- und Wiedereinschalten der Zündung, bei komplett entleerter Batterie, aktiviert – und reicht für rund 100 Meter. Im Flottentest mit Kunden ist es aber noch zu keinem Fall gekommen, dass der smart stehen blieb, weil er komplett leer gefahren wurde.

Der Elektro-smart kann an jeder beliebigen Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Zusammengefasst braucht man an der normalen Steckdose mit 230 Volt rund 7 Stunden für eine komplette Batterieladung. Etwa 4 Stunden Ladezeit sorgen für rund 100 Kilometer Reichweite. Generell gilt beim Laden an der Haushaltsteckdose, dass die ersten 20 Prozent und der Ladebereich von 80 bis 100 Prozent deutlich langsamer laden , als der Ladebereich zwischen 20 und 80 Prozent.

Schneller laden ist mit sogenannten Wallboxen möglich, welche Daimler in Kooperation mit SPX, einem der weltweit führenden Anbieter von Technologielösungen im Bereich Energie und Automotive als globaler Installations- und Servicepartner und mit KEBA, einem Spezialisten für innovative E-Ladeinfrastruktur und Wallboxen, anbieten wird. Möchte ein Kunde eine Wallbox bei sich zu Hause oder in der Firma installieren, stellt der smart-Vertrieb den Kontakt zu SPX her, die die Gegebenheiten vor Ort prüfen, ein individuelles Angebot unterbreiten – und nach entsprechender Kaufentscheidung die Installation der Wallbox aus dem Hause KEBA sicherstellen.

Mit der Wallbox reduziert sich die Ladedauer ebenfalls – wir mit dem serienmäßigen 3,3 kW Bordlader – auf 6 Stunden – beziehungsweise in Verbindung mit 400 Volt Starkstrom auf unter 1 Stunde. Für die Schnellladung von 1 Stunde muss das Fahrzeug allerdings mit dem als Sonderausstattung (2.856 €) erhältlichen 22 kW-Bordlader ausgestattet sein.

Die Wallbox Basic – perfekte Lösung wenn man schnell und einfach laden will – kostet 845 €. Für die gehobene Variante „Connected“ sind 1.048 € fällig. Die Wallbox Connected bietet dann zusätzlich die Möglichkeit zur Anbindung an das Internet – und eröffnet so beispielsweise die Möglichkeit über das Webportal den aktuellen Ladestand abzufragen oder die Vorklimatisierung zu aktivieren. Beide Wallbox-Varianten können für das Schnellladen eines Fahrzeugs bzw. mehrerer Fahrzeuge hintereinander verwendet werden. Als Zusatzoption steht das Connectivity Plus-System für die Wallbox Connected zur Auswahl. Das System ist insbesondere für Firmen mit einer Elektroflotte gedacht und beinhaltet zusätzlich einen sogenannten Fleet Server, mit dem bis zu 16 Wallboxen verbunden werden können. Der Fleet Server ermöglicht es dann, den gleichzeitigen Ladevorgang mehrerer Fahrzeuge intelligent und automatisch zu steuern, zum Beispiel Fahrzeuge beim Laden zu priorisieren oder eine Lastbegrenzung festzulegen.

smart und elektrische Mobilität, das passt einfach zusammen und hat seine Wurzeln bereits im Ur-smart in den 90er Jahren: Bereits damals war technisch betrachtet, dass smart city coupé für den Elektro-Antrieb vorbereitet. Bis zur Umsetzung in der Praxis sollte es dann allerdings noch rund 10 Jahre dauern. Hinzu kommt, dass kaum ein anderes Fahrzeug wie der smart als DAS Stadtauto bezeichnet wird.

Der neue smart fortwo electric drive zeigt sich an der Front mit einem größeren Kühlergrill und integriertem smart-Logo, stylischen Tageslicht-LEDs unterhalb der Scheinwerfer. Hinzu kommen die verbreiterte Türschweller sowie einigen Modifikationen am Heck – diese lassen die dritte Generation des smart fortwo electric drive deutlich dynamischer als sein Vorgänger wirken. Serienmäßig gibt es den neuen E-smart in sämtlichen verfügbaren smart Farben und Farbzusammenstellungen, die auch für die Diesel- und Benziner-Modelle zur Verfügung stehen.

Quasi maßgeschneidert zum „grünen“ Image des E-smart kann das electric drive Designpaket ausgewählt und bestellt werden. Es beinhaltet kristallweiße body panels und weiße Alufelgen, die in electric green lackierte Tridionzelle und Spiegelkappen sowie zahlreiche grüne Akzente im Innenraum, die Kontrast zu schwarzen Sitzen stehen. Wer es noch exklusiver möchte, kann das Angebot von smart BRABUS tailor made nutzen – mit einer noch größeren Auswahl an Farb- und Materialkombinationen.

Für die meisten unter uns ist Elektromobilität absolutes Neuland. Umso skeptischer ist man natürlich auch was das Thema Kosten für so ein E-Auto betrifft. Genau hier greift das neue sale&care-Modell: Damit können Kunden auf Wunsch das Fahrzeug zu einem attraktiven Preis kaufen und die Batterie je nach Vertragsverhältnis bis zu 10 Jahre mieten. Die Batteriemiete hierbei beträgt 65 € pro Monat. Dieses hat in erster Linie den Vorteil, des geringeren Listenpreis für den smart electric drive. „Ohne“ Batterie kostet er in Deutschland als Coupé nur noch 18.909 € und als Cabrio 22.000 €.

Aber es gibt auch noch einen weiteren nicht zu unterschätzenden Vorteil im Mietmodell: Es macht die Elektro-Mobilität insgesamt kalkulierbarer und sichert mir eine fest definierte Kapazität der Batterie über die gesamte Mietdauer zu. Die Mietkosten beinhalten außerdem die regelmäßige Wartung und – falls nötig, weil die Kapazität der Batterie nicht mehr erreicht wird – auch den schnellen Austausch der Batterie. Außerdem wird das Fahrzeug kostenfrei zur nächsten Ladestation geschleppt, falls man den smart doch mal komplett leer fahren sollte. Beim Verkauf des Fahrzeugs und noch laufendem Mietvertrag für die Batterie kann dieser vom neuen Käufer problemlos übernommen werden. Alternativ ist zu diesem Zeitpunkt auch ein Kauf der Batterie möglich vom neuen Besitz des smart electric drive möglich. Natürlich kann man die dritte Generation des smart fortwo electric drive auch gleich ab Werk komplett mit Batterie kaufen. In diesem Fall kostet das Coupé 23.680 € und das Cabrio 26.770 €.

Was bleibt als Fazit nach der Testfahrt mit dem neuen smart fortwo electric drive durch Berlin? Die dritte Generation ist eine deutliche Weiterentwicklung zum Vorgänger. Klein und stylisch bietet der electric drive mit seinem stärkeren Elektromotor ein deutliches Plus an Fahrdynamik und Agilität. Gerade im oberen Geschwindigkeitsbereich ist dieses verstärkt feststellbar. Ebenfalls positiv ist in diesem Zusammenhang die höhere Endgeschwindigkeit, so dass selbst Fahrten auf der Stadtautobahn nun kein Problem mehr darstellen. Ergänzt wird dieses durch die auf 145 Kilometer gesteigerte Reichweite, welche für den urbanen Verkehr jetzt mehr als ausreichend sein sollte.

Nach dem Drehen des Zündschlüssels und einlegen der Fahrstufe „D“ rollt man lautlos davon. Nur bei genaueren hin hören ist ein minimales Summen des Elektromotors zu hören. Erstmals gibt es bei der dritten Generation des smart electric drive, auch ein Soundmodul für den Fußgängerschutz als Sonderausstattung. E-Autos, sind in der Regel im typischen Fußgängergeschwindigkeitsbereich von 3 bis 7 km/h nicht zu hören. Erst mit zunehmendem Tempo werden die Rollgeräusche der Reifen lauter und das E-Auto ist für Fußgänger wieder wahrnehmbar. Für Abhilfe im unteren Geschwindigkeitsbereich soll nun das Soundmodul sorgen: Es erzeugt bis etwa 10 km/h, einen brummenden/summenden Ton welcher je nach Geschwindigkeit lauter oder leiser ausfällt. Im Praxistest hat uns allerdings das Soundmodul noch nicht komplett überzeugt. Wir finden die Tonart an sich in Ordnung, nicht passend ist für unser Empfinden die Lautstärke. Der Brumm/Summton ist sehr dezent ausgelegt und damit bei stärkeren Nebengeräuschen auf der Straße viel zu leise – und wird so vermutlich überhört werden.

Smart-typisch ist die Federung des kleinen Stadtflitzers straff ausgelegt. Bodenunebenheiten werden teils direkt an den Fahrer weitergegeben. Vorteilhaft im Fahrverhalten wirkt sich allerdings, der tiefere Schwerpunkt durch die zwischen Vorder- und Hinterachse verbaute Batterie aus. Der smart electric drive liegt dadurch merklich satter und mit weniger Nickbewegungen auf der Straße. Auch das Thema Laden ist mit der neusten Generation eigentlich auch kein so großes Thema mehr. Innerhalb von 6 Stunden lässt sich der smart electric drive in Kombination mit einer Wallbox von null auf 100 Prozent laden. Das heißt am Abend an die Wallbox angeschlossen ist die Batterie am nächsten Morgen in jedem Fall wieder komplett geladen. Für die ganz ungeduldigen gibt es zudem als Option, die Möglichkeit des Schnelladens. Damit kann der smart dann in unter einer Stunde an der Wallbox oder Ladesäule wieder komplett geladen werden. Bleibt die Frage für wen ist der neue smart fortwo electric drive eigentlich das richtige Auto? Wir sagen im Prinzip für alle, wenn sie größtenteils nur auf Strecken im Stadtgebiet oder Ballungszentren unterwegs sind. Der E-smart in der neusten Generation lässt sich hervorragend im Stadtverkehr bewegen und punktet zudem mit geringem Unterhalt. Hundert Kilometer im smart electric drive kosten gerade einmal 3 bis 3,50 Euro. Grundvoraussetzung bei der ganzen Sache mit der Elektro-Mobilität ist allerdings der Zugang zu einer Steckdose oder anderweitigen Ladestation, egal ob diese nun öffentlich oder privat ist. Ist dieses nicht gegeben, dann ist vorläufig ein smart mit Verbrennungsmotor doch die bessere und einfachere Wahl der Mobilität.

Bilder: MBpassion.de

Weitere Blogs haben ebenso über das Thema berichtet:

GreenMotosBlog – smart fortwo electric drive -Sportlicher Stadtfloh mit teurem Zubehör

autophorie.de – Klein, wendig, lautlos und benzinlos spritzig

Buzzriders.com – Elektrisch fahren – smart fortwo electric drive