Premiere für die erste Bodensee Elektrik Rallye: Auf insgesamt 400 Kilometer Fahrstrecke ging es an drei Tagen mit den „stromern“ durch Deutschland, Österreich und der Schweiz. Am Start: auch eine Flotte der Daimler AG, mit A-Klasse E-CELL, B-Klasse F-CELL, Vito E-CELL und smart electric drive.

Ziel der ersten Bodensee Elektrik Rallye sollte vor allem die Demonstration der Alltagstauglichkeit von Elektro-Fahrzeugen werden. Immer noch sind eine ganze Menge Menschen skeptisch, was das Thema Elektromobilität betrifft. Wie bei nahezu allen Rallyes auf öffentlichen Straßen, geht es auch hier bei der E-Rallye weniger um Höchstgeschwindigkeiten und Bestzeiten, sondern um Gleichmäßigkeit. Dazu mussten die Fahrer der verschiedenen Elektroautos, bei abwechslungsreichen Wertungsprüfungen, ein feines Gefühl für Strecke und Zeit beweisen.

So ging es dann also letzte Woche Donnerstag bei herrlichem Sommerwetter los auf die erste von fünf Etappen der Bodensee Elektrik. Die etwa 80 Kilometer lange Auftakt-Etappe brachte die Stromer von Bregenz nach Friedrichshafen, genau gesagt zum Zeppelin Hangar und später zum Dornier Museum, wo die Etappe endete. Nach dem ersten Tag und zwei Wertungsprüfungen belegte der Vito E-CELL den siebten Platz, die B-Klasse F-CELL den elften, der smart electric drive den 13. und die A-Klasse E-CELL den 14. Platz.

Tag zwei, führte das dreiundzwanzig E-Autos große Teilnehmerfeld von Bregenz zur Schwägalp, inklusive Seilbahnfahrt auf den Säntis und danach wieder zurück nach Bregenz. Auf der hügeligen, teilweise sogar bergigen Strecke durch das Appenzeller Land, schlug sich bei den vier Wertungsprüfungen, vor allem der Vito E-CELL sehr gut und konnte im Tagesergebnis bis auf den dritten Platz vorfahren. Eine extrem starke Leistung für ein Nutzfahrzeug! Die A-Klasse E-CELL schaffte es auf den siebten Platz in der Tageswertung. B-Klasse F-CELL und smart electric drive konnten die Plätze fünfzehn sowie sechzehn für sich verbuchen.

Samstag, der Schlusstag der ersten Bodensee Elektrik Rallye, und für uns Gelegenheit selbst das Steuer zu übernehmen: an Bord der A-Klasse E-CELL. Zeitig am Morgen machten wir uns vom Gelände der illwerke auf die vierte und fünfte Etappe, die sogenannte „Oberschwaben-Runde“ Bregenz – Bad Waldsee – Bregenz. Lautlos rollten wir mit der batterie-elektrisch angetrieben A-Klasse und mit Hilfe des über 100 Seiten dicken Roadbook durch die Straßen der Region bis zur ersten Wertungsprüfung am Ravensburger Spieleland.

An der dortigen Durchfahrtskontrolle begrüßte Kapitän Blaubär die A-Klasse E-CELL und sorgte für den wichtigen Stempel auf unserer Bordkarte. An der direkt folgenden Wertungsprüfung, galt es möglichst genau 20 Meter in 4 Sekunden, 40 Meter in 8 Sekunden und 60 Meter in 14 Sekunden zu durchfahren. Wir meisterten diese Prüfung äußerst positiv. Rang drei für die Startnummer 520 konnten wir später vermelden. Nach der Wertungsprüfung ging es bei fiesem Regenwetter, direkt weiter auf der Rallye Route zum Mittagsziel in Bad Waldsee. Dort angekommen, stand aber zuvor erst noch eine trickreiche weitere Wertungsprüfung auf dem Streckenplan:

Die Prüfungsrunde musste zweimal durchfahren werden. Ein Zufallsgenerator entschied mit dem Ticken der Stoppuhren, ob entweder 50 Meter in 10 oder 11 Sekunden sowie 110 Meter in 20 oder 23 Sekunden gefahren werden mussten. Platz 12 – etwas schlechter als zuvor – notierten wir später in der Ergebnisliste. Dort am Erwin Hymer Museum war es nach der Wertungsprüfung dann auch an der Zeit die Teilnehmer-Fahrzeuge, während der ausgiebigen Mittagspause mit Strom für die Nachmittags-Etappe zu laden. In Bregenz mit 100 Prozent Batterieladung gestartet, zeigte die „Tankanzeige“ unserer A-Klasse E-CELL nach rund 87 Kilometern nur noch 40 Prozent Ladestand an. Die Kollegen im smart electric drive (ebenfalls mit voller Batterie gestartet), mussten zum Ende fast schon knausern mit der Batterieladung. Sie erreichten das Erwin Hymer Museum mit nur noch 19 Prozent!

Beim Restart am Nachmittag und etwa 3 Stunden an der Ladesäule (mit lediglich 220 Volt) brachte es die Ladestandsanzeige unserer A-Klasse E-CELL immerhin wieder auf 68%. Genug Energie um die fünfte und letzte Etappe der Bodensee Elektrik zurück nach Bregenz bestreiten zu können. Gleich zu Beginn der Fahrt, stand eine weitere Wertungsprüfung bevor: 50 Meter in 9 Sekunden, 110 Meter in 20 Sekunden und 170 Meter in 29,5 Sekunden. Wir schlossen die Prüfung als siebtbester ab.

Nach rund 73 Kilometern erreichten wir am Nachmittag wieder den morgendlichen Startpunkt Bregenz. Dort auf dem Gelände der illwerke, sollte eine allerletzte Wertungsprüfung den Abschluss des Tages und der ersten Bodensee Elektrik Rallye bilden. Auf der insgesamt 1,05 Kilometer langen Prüfung – die zwei Mal gefahren werden musste – waren 160 Meter in 24 Sekunden, 510 Meter in 1:15 Minuten, 700 Meter in 1:43 Minuten und der Zielschlauch nach 1,05 Kilometern in 2:18 Minuten zu überqueren. Leider haben wir im Gegensatz zu den vorherigen Wertungsprüfungen weniger erfolgreich abgeschnitten und schafften es lediglich auf Platz 16. Schade eigentlich, aber irgendwie konnten wir auf den zwei Runden der Prüfung nicht das richtige Zeitgefühl entwickeln. Mit Blick auf den kompletten Tag kann man dann aber schlussendlich doch sehr zufrieden sein. Startnummer 520 – die A-Klasse E-CELL – mit uns am Steuer wurde neunter im Tagesergebnis und war damit bestes Fahrzeug der Daimler AG am Samstag. Damit kann man doch durchaus zufrieden sein, vor allem wenn man bedenkt das andere Hersteller zum Teil Profifahrer und Ex-Rallye Weltmeister am Steuer hatten. Wer weiß, vielleicht wäre ohne die weniger optimale letzte Prüfung sogar noch ein bisschen mehr in Sachen Tageswertung drin gewesen.

Nicht fehlen darf an dieser Stelle natürlich ein Blick auf das Gesamtergebnis der 1. Bodensee Elektrik: Nach den guten Ergebnissen am Donnerstag und Freitag, konnte der Vito E-CELL auch in der Gesamtwertung von allen fünf Etappen mit dem siebten Platz überzeugen. Unmittelbar dahinter folgen im dreier Pack, die B-Klasse F-CELL auf neun, die A-Klasse E-CELL auf zehn, sowie der smart electric drive auf dem elften Platz. Gratulation an die “Stromer” für eine erfolgreiche Rallye!

Bilder: Dieter Rebmann / MB Passion


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