Es gibt nicht mehr viele automobile Abenteuer auf dieser Welt – eines davon ist auf alle Fälle die “Allgäu Orient Rallye”, welches mit 3 Fahrzeuge des Mercedes-Benz Gebrauchtteile-Center beschickt wird.

Insgesamt 3 Fahrzeuge, genauer T-Modelle des Type 124 sind auf den Weg in den Orient. Bereits seit Samstag, 28.04.2012 sind die Fahrzeuge, mit Start in Oberstaufen im Allgäu auf den Weg, um rund 6.000 Kilometer Wegstrecke ausfallfrei zu bewältigen. Ziel der Fahrt ist Baku in Aserbaidschan, die Eurovision-City 2012, danach geht es weiter per Flugzeug in das Jordanische Aquaba.

Das spannende an der Sache: keine Benützung von Autobahnen, keine Unterkunft darf mehr als 10 Euro pro Person kosten – ein quasi “Low-Budget-Abenteuer”. Das Reglement geht jedoch auch noch weiter: jedes der knapp 300 teilnehmenden Fahrzeuge muss mindestens 20 Jahre alt sein, – oder im Wert von 1000 Euro liegen. Ausfall der Technik? – ein durchaus konzeptioneller Bestandteil der wilden Fahrt, – auch wenn der Fahrzeuge von Mercedes-Benz durchaus robust sind.

Insgesamt heißt es, 16 Länder zu durchqueren – und neben den sportlichen Aspekt gibt es auch einen Karitativen: alle Rennmobile, die es mit Navigationsgeräte-Verbot an das Kaspische Meer geschafft haben, werden bei einer großen Veranstaltung für einen wohltätigen Zweck vor Ort versteigert.

Das Team des Mercedes-Benz Gebrauchtteile-Center haben es mittlerweile bis Istanbul in der Türkei geschafft – vorab wurden unzählige Werkstattstunden der Mannschaft in die Fahrzeuge investiert, um die T-Modelle fit für die zehntägige Tortour durch Wüsten und Schotterpisten zu machen. Die Fahrzeuge, die billig erworben worden sind, haben allesamt schon weit über 300.000 km zurückgelegt. Die Wegstrecke selbst ist noch weit, – ein erster Abschnitt ist jedoch geschafft.


Das Rallye-Tagebuch des Gebraucht-Teile-Centers bislang:

TAG 1: 28.04.2012 – Oberstaufen (D) > Graz (AT)
Nach dem Bilderbuchstart am Samstagmorgen galt es für die Teams zunächst die erste Aufgabe zu lösen. Das Rallye-Roadook, welches Instruktionen für die 14 Tage auf Asphalt und Staub gibt “wurde vom Alpsee-Adler gestohlen” und so galt es, sich der ersten Herausforderung zu stellen die sich das Organisations-Team erdacht hat. Wie bereits berichtet, gilt es bei der Allgäu-Orient nämlich nicht nur handwerkliches Können und fahrerisches Geschick zu zeigen – Nein auch allerlei andere Talente werden bei den jeweiligen “Sonderprüfungen” auf die Probe gestellt.

Um die “Rallye-Bibel” zu ergattern galt es nämlich zunächst mit der Seilbahn in Immenstadt auf einen Berg am Alpsee zu fahren, um einen Fahrer durch den Klettergarten „Bärenfalle“ zu schicken. In diesem musste ein Tischtennisball „erobert“ werden, der dann gegen das Roadbook eingetauscht wurde. Danach gings mit der längsten Sommerrodelbahn Deutschlands recht flott wieder nach unten, natürlich nicht ohne gleich das erste Beweisfoto fürs Roadbook zu machen.Kaum unten angekommen, hieß es wieder aufsitzen, um nach Missen zur Brauerei Schäffler zu fahren (die natürlich gesucht werden musste). Hier wurde uns das Objekt für die zweite Rallyeaufgabe ausgegeben, ein Sixpack Bier, der unter dem Gesichtspunkt der Völkerverständigung in den nächsten Tagen gegen verschiedene ausländische Biere getauscht (nicht verkauft!!) werden muss. Weiter führte der Weg querfeldein über Landstraßen (das bedeutet in Österreich vor allem Pässe) nach Graz.

TAG 2: 29.04.2012 – Graz (AT) > Severin (RO)
Die erste Nacht verbrachte das GTC-Racing-Team in den eigenen Autos… Genauer gesagt “Im Kofferraum des Kombis” und zwar auf dem Parkplatz der Universität von Graz. Nach ca. 6 Stunden mehr oder weniger erholsamen Schlafes ging´s direkt wieder auf die Piste – ca. 700 Kilometer bis ins Rumänische Severin sollten absolviert werden.

Der Weg dorthin führte über Ungarn, Kroatien und Serbien über mehr oder weniger gut befahrbare Kilometer… nichts für Seekranke! Unter anderem wurde dabei ein ungarischer Flughafen in Pecs besucht – auf dem Flugfeld versteht sich!
Und obwohl noch mitten in der Zivilisation begann das Abenteuer bereits in Serbien. Es galt die drei schwarzen Boliden zu tanken: Die erste Tankstelle –obwohl riesengroß- hatte kein Benzin mehr, die zweite war ganz begeistert, “drei Daimler” mit großem Tank füllen zu dürfen – hatte dann aber nach 18 Litern auch nichts mehr, und erst die dritte Tankstelle konnte dann weitere 110 Liter Sprit verkaufen die genug “Zündstoff” für die restliche Route nach Rumänien lieferte. Durch das Eiserne Tor (entlang der Donau) ging es über Schotterpisten, Fahrrinnen und Schlaglochstrecken ging es weiter. Nach einer für Mensch und Maschine äußerst strapaziösen Fahrt konnten sich die tapferen Fahrer dann schließlich um 05:30 (lokaler Zeit) in einem kleinen Hotel schlafen legen!

TAG 3: 30.04.2012 – Severin (Ro) > Car Kalojan (BG)
Der Weg von Severin nach Car Kalojan verlief auf rumänischer Seite recht problemlos, leider führten eine Menge Verzögerungen wieder dazu, dass es wieder Nacht wurde bis die Männer in der Grenzstadt Ruse (RO) ankamen. Dies erschwerte die Navigation wieder entsprechend. Hier half wieder einmal ein Taxifahrer, der gleich anbot, vorauszufahren. Der Grenzübertritt selbst verlief problemlos, kurz eine Vignette gekauft, zum wiederholten Male die Rallye-Kollegen “Sternenfahrer” getroffen, und anschließend nach einem Campingplatz gesucht. Der von zunächst Angesteuerte hatte leider noch bis zum 01. Juni geschlossen, so dass Car Kalojan direkt angesteuert wurde. An der erstbesten Tankstelle wurde dann parkiert um ein Hotel ausfindig zu machen… kaum zu glauben, direkt an die Tankstelle angeschlossen gibt es ein Hotel in dem schließlich die Nacht verbracht wurde!

TAG 4: 01.05.2012 – Car Kalojan (BG) > Istanbul (TR)
Über Griechenland konnten die Rallyefahrer am vierten Tag des bunten Abenteuers schließlich in die Türkei einreisen. Dies stellte sich jedoch schnell als erste ungeplante Sonderprüfung heraus da die “grüne Versicherungskarte” für die Fahrt zum Bosporus nicht wirklich gültig war – was jedoch schließlich mit der international erprobten Sprache aus den sprichwörtlichen “Händen und Füßen” sowie einigen Telefonaten mit der Versicherung gelöst werden konnte!
Letztendlich gelang eine Problemlose Einreise nach Istanbul – die jedoch für die Fahrer nach gut 2.000km wieder eine Umstellung erforderte: “Keine menschenleeren, schlecht asphaltierten Landstraßen mehr, sondern mehrspurige Stadtautobahnen voller Autos, Fahrräder, Mofas und Menschen kreuz und quer in alle Richtungen”

TAG 5: 02.05.2012 – Istanbul (TR)
Nach einer sehr erholsamen Nacht begab sich das Team auf den Weg zum Bahnhof Sircesi. Hier sollte eine weitere Aufgabe erfüllt werden. Vor der Rallye galt es nämlich Metallteile in einem deutschen Betrieb zu “ergattern” die aus der Zeit stammen, zu der die ersten türkischen Gastarbeiter in Deutschland ankamen. Diese sollten von allen Teams zusammengetragen werden um in der Türkei schließlich zu einem Kunstwerk zusammengeschweisst werden sollen. Quasi einer Installation der 60 Jahre währenden Völkerfreundschaft zwischen Deutschland und der Türkei! Am Bahnhof wurde jedoch schnell klar, dass das Fahrerlager und der Ort der Übergabe an eine andere Stelle verlegt wurde, weil am Bahnhof Sircesi der Dreh für den nächsten Bond-Film produziert wird.

Um nicht unfreiwillig zu Statisten im Spionage-Klassiker zu werden – fuhren “die Rallye-Agenten” weiter zu einer teilweise abgerissenen Brücke, wo nach und nach auch viele weitere Teams eintrafen. Dort wurden Geschichten und Erlebnisse über den Weg nach Istanbul ausgetauscht. Es stellte sich in den Gesprächen heraus, dass beinahe alle Teams größere Schäden an den Fahrzeugen hatten und das handwerkliche Können der “reisenden Mechaniker” mitunter schwer auf die Probe gestellt wurde. Auch das Team aus MB GTC und RT 179 hatte sich mit Schwierigkeiten auseinanderzusetzen: An einem der Fahrzeuge war der Schlauch für die Kupplung verdreht… Was allerdings schnell behoben werden konnte. Davon abgesehen dass auch die Stossdämpfer von der Route schwer strapaziert wurden – müssen jedoch keine größeren Probleme der Fahrzeuge gemeldet werden!

TAG 6: 03.05.2012 – Istanbul (TR)
Der weitere Plan für Istanbul sah ein Treffen aller Teams auf dem Vorplatz der blauen Moschee vor. Schnell gestaltetet sich der ganze Tag auf dem Platz ein einziges großes Fest, unzählige Touristen mischten sich unter Rennfahrer und Einheimische und so durften alle teilnehmenden Teams ihre irre Geschichte von der Rallye erzählen und viele nette Menschen kennen lernen. Nachdem sich die eigenen Autos sich als äußerst zuverlässig erwiesen haben und es daher nicht viel zu schrauben gab, verdienten sich die Jungs vom GTC-Team Lorbeeren als Mechaniker-Nothilfe bei anderen Teams. Das ist Sportsgeist!

Quelle: MBGTC / Daimler AG


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