60 Jahre SL – unter diesem Motto und Mythos steht der diesjährige Messeauftritt von Mercedes-Benz Classic auf der 24. Techno Classica in Essen. Wir haben uns am ersten Messetag einmal auf dem Stand umgesehen….

Mit einer Fläche von 4.500 Quadratmetern ist der Messeauftritt im Zeichen des Sterns, der zweitgrößte nach der IAA in Frankfurt. Die Hauptrollen spielen diesmal die begehrten SL-Modelle aus der Sammlung von Mercedes-Benz Classic. Acht der begehrten Sportwagen aus unterschiedlichen Epochen schmücken bis zum 25. März 2012 den Auftritt in Essen. Die Ausstellungsfahrzeuge spannen den großen Bogen vom Rennsportwagen 300 SL (W 194) aus dem Jahr 1952 bis hin zum jüngsten Mitglied der SL-Familie, dem SL der Baureihe R 231.

Die Wurzeln des SL liegen im Motorsport. Mit seinen Erfolgen bei internationalen Wettbewerben – unter anderem bei der Mille Miglia, bei den 24 Stunden von Le Mans oder bei der Carrera Panamericana in Mexiko – wird der Rennsportwagen 300 SL (W 194) im Jahr 1952 zum Zündfunken aller Sportwagen mit dem berühmten Kürzel SL, das für „Super-Leicht“ steht.

Eine wahre Ikone der Markengeschichte stellt sich auf der Techno Classica vor: Der älteste noch existierende SL überhaupt. Es ist das zweite gebaute Wagen mit der Fahrgestellnummer 194 010 00002/52 und ist seit seiner Fertigstellung ununterbrochen im Werksbesitz. Im Jahr 2011 wurde der SL von Mercedes-Benz Classic aufwendig restauriert.

Mit dem vom 300 SL Rennsportwagen (W 194) abgeleiteten gleichnamigen Seriensportwagen (W 198) gelingt Mercedes-Benz im Jahr 1954 dann der europäische Traumwagen der 1950er-Jahre schlechthin.

Der ausgestellte „Flügeltürer“ in der seltenen Ausführung mit Aluminium-Karosserie unterstreicht den sportlichen Anspruch des Fahrzeugs: Die für den Motorsporteinsatz entwickelte besonders leichte Version des Seriensportwagens wurde nur 29 Mal gebaut.

Auf der Basis des legendären „Flügeltürers“ kommt 1957 der offene Typ 300 SL Roadster (W 198) auf den Markt. Damit ist die Karosserieform des zweisitzigen offenen Wagens als typische Charakteristik der SL-Familie definiert. Bei dem präsentierten Fahrzeug handelt es sich um ein Vorserien-Fahrzeug aus dem Jahr 1956. Das seinerzeit im Motorsport eingesetzte Exemplar ist seit Jahren im Besitz von Rallye-Legende Eugen Böhringer.

Der Typ 230 SL ist das erste Modell der SL-Baureihe W 113. Der Dachaufbau des Hardtops vermittelt durch seine hohen Scheiben und das nur von schmalen Säulen getragene abnehmbare Hardtop eine Leichtigkeit und erinnert durch seinen nach innen gerichteten Schwung an fernöstliche Tempelbauten. Schnell erhält der Wagen deshalb seinen Spitznamen „Pagode“. Sein Äußeres ist durch klare und gerade Linien sowie durch das unverkennbare SL-Gesicht samt dem großen zentralen Mercedes-Stern geprägt.

Die Baureihe R 107 ist – auch aufgrund der langen Bauzeit von 18 Jahren – bisher die SL-Reihe mit der größten Stückzahl. Und fast hätte sie es auch zu Rallye-Ehren geschafft: Für die Saison 1981 wurde ein 500 SL aufgebaut, der Fahrervertrag mit Walter Röhrl war schon geschlossen. Doch dann zog sich das Unternehmen Ende 1980 noch vor Saisonbeginn aus dem Rallyesport zurück. Das Originalfahrzeug steht auf der Messe.

Im März 1989 stellt Mercedes-Benz die Baureihe R 129 vor, die von zahlreichen technischen Innovationen geprägt ist und den SL ins neue Jahrtausend trägt. Aufgrund seines harmonischen und gelungenen Designs fand der SL auch in prominenten Kreisen rasch zahlreiche Liebhaber. Das ausgestellte Fahrzeug, ein 500 SL mit 240 kW (326 PS), wurde ab Januar 1992 von Lady Diana gefahren. Sie war damit das erste Mitglied des britischen Königshauses, das privat ein ausländisches Automobil lenkte.

Nach 12 Jahren Bauzeit und zwei Modellpflegen wird die Baureihe R 129 im Jahr 2001 von der Baureihe R 230 abgelöst – erstmals trägt der SL nun ein Stahl-Faltdach. Damit wird der Wagen zu offenem Fahrzeug und Coupé in einem. In den Jahren 2008 und 2009 kommt der von einem 525 PS starken 6,3-Liter-V8-Motor angetriebene SL 63 AMG als Official F1 Safety Car in der Formel 1 zum Einsatz.

Das beste bekommt ja bekanntlich immer zum Schluß. Der neue SL, die Baureihe R 231. Die jüngste Generation des SL haben die Designer auf der Basis der Tradition, aber mit neuen Perspektiven und Visionen gezeichnet. Das Ergebnis sind klassische, SL-typisch ausbalancierte Proportionen.

Die Techno Classica in Essen ist die weltgrößte Messe der Oldtimer-, Klassik- und Young Classics-Branche. Sie hat noch bis zum Sonntag, 25. März zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 20 Euro Eintritt.

Bilder: MB Passion


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