Der Große Preis von Malaysia hebt sich durch eine einzigartige Begebenheit hervor: Der Sepang International Circuit ist der einzige aktuelle Grand Prix-Kurs, auf dem es in den vergangenen zehn Jahren keinen Safety Car-Einsatz gegeben hat – und das trotz oftmals unvorhersehbarer Wetterbedingungen. Mercedes-AMG stellt in dieser Saison zum 17. Mal das Official F1 Safety Car und das Official F1 Medical Car. Aus diesem Anlass werfen wir einen Blick darauf, wie oft das Safety Car in der Formel 1 zum Einsatz kommt.

Wie oft kam das Safety Car 2011 zum Einsatz?
In der vergangenen Saison kam das Safety Car für 4,9% der Saison zum Einsatz – das entspricht zwölf SC-Phasen in insgesamt sieben Rennen. Das Safety Car legte dabei 61 Runden beziehungsweise 284,3 km zurück. Im Vergleich dazu gab es in der Saison 2010 in zwölf Rennen 21 SC-Einsätze über 452,3 km, was einem Anteil von 7,8% an der gesamten Saison gleichkam. Zu dieser niedrigeren SC-Quote kam es trotz der erhöhten Anzahl an Überholmanövern, die durch eine Kombination aus den Pirelli-Reifen und DRS bedingt war. Dennoch gab es beim Großen Preis von Kanada 2011 fünf SC-Phasen über eine Gesamtdistanz von 32 Runden respektive 139,6 km – mit 45,7% der Renndistanz ein neuer Formel 1-Rekord.

Bei welchen Rennen besteht die höchste oder geringste Chance auf einen SC-Einsatz?
Die höchste Safety Car-Wahrscheinlichkeit gibt es bei den Rennen in Singapur und Südkorea: Bei jedem der bisherigen Grand Prix auf diesen Strecken gab es bislang mindestens eine SC-Phase (vier Rennen in Singapur und zwei in Südkorea). Auch in Kanada (14 SC-Einsätze in den letzten neun Rennen) und Monaco (13 SC-Phasen in den letzten zehn Rennen) ist die Quote recht hoch. Die geringste Wahrscheinlichkeit – abgesehen vom Indian GP, der bisher erst einmal ausgetragen wurde – entfällt auf Malaysia (kein offizieller Einsatz in den vergangenen zehn Jahren), Bahrain (ein Einsatz in sieben Rennen) und Ungarn (zwei Einsätze in den letzten zehn Rennen).

Gab es nicht einen SC-Einsatz während des Malaysia GP 2009?
Tatsächlich fuhr das Safety Car in Runde 32 des Rennens heraus, bevor der Grand Prix in Runde 33 mit der roten Flagge abgebrochen wurde. Das offizielle Rennergebnis zählte allerdings nur bis Runde 31, somit ging dieser SC-Einsatz nicht in die Statistik ein.

Welche Autos kommen als Official F1 Safety Car und Official F1 Medical Car zum Einsatz?
Das Official F1™ Safety Car ist der SLS AMG mit einem 6,3-Liter V8-Motor. Er erzielt eine Höchstleistung von 420 kW (571 PS) bei 6.800/min. und ein maximales Drehmoment von 650 Newtonmetern bei 4.750/min. Motor, Kraftübertragung, Fahrwerk und Bremsanlage des Safety Cars befinden sich auf dem gleichen Level wie die des serienmäßigen SLS AMG. Das Official F1™ Medical Car ist das C 63 AMG T-Modell. Es leistet 358 kW (487 PS) – das sind 30 PS mehr als beim Serienmodell. Das Plus erzielen die Schmiedekolben, Pleuel und die Leichtbau-Kurbelwelle aus dem Antrieb des SLS AMG. Diese Komponenten sind um drei Kilogramm leichter als bei der Serienversion. Die ersten Mercedes-AMG Safety und Medical Cars waren vom Typ C 36 AMG, der erstmals 1996 zum Einsatz kam. Allerdings wurde bereits vorher, bis ins Jahr 1984 zurück, gelegentlich eine AMG E-Klasse als Medical Car eingesetzt.

111 Jahre sportliche Erfolge
Der 25. März 1901 war ein Montag – aus heutiger Sicht ein seltsamer Tag für ein Autorennen. Doch trotz schlechter Wetterbedingungen in Südfrankreich fand am zweiten Tag der „Rennwoche von Nizza 1901“ ein Rennen statt – auf einer Strecke von 392,5 Kilometern zwischen Nizza und Salon über offene Straßen. Es war die erste Ausfahrt des Jahres für die neuen „Mercedes“-Rennwagen von Daimler, benannt nach einer der Töchter des Importeurs Emil Jellinek.

Die neuen Autos nahmen bereits im Vormonat an einem Rennen in Pau teil, fielen jedoch schon kurz nach dem Start aus. Das Rennen Nizza-Salon-Nizza erwies sich als erfolgreicher: Wilhelm Werner (Mechaniker des Barons Henri de Rothschild) führte zur Halbzeit des Rennens mit zwölf Minuten Vorsprung und gewann nach anstrengenden sechs Stunden, 45 Minuten und 48 Sekunden mit einem Vorsprung von 26 Minuten und 10 Sekunden sowie einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 58,1 km/h. Zum Vergleich: In einem modernen Grand Prix über eineinhalb Stunden hätte dies einem Vorsprung von fast sechs Minuten entsprochen.

Am kommenden Sonntag jährt sich der erste Sieg eines Mercedes-Fahrzeugs zum 111. Mal. Seitdem setzte Mercedes – aus dem 1926 Mercedes-Benz wurde – in jeder Rennserie neue Maßstäbe, in der es an den Start ging. Am vergangenen Sonntag erzielte ein Fahrzeug mit Mercedes-Benz Motor beim Großen Preis von Australien den insgesamt 89. Sieg in der Formel 1 und den 36. Erfolg in der aktuellen V8-Motoren-Ära.

Quelle: Daimler AG


Werbung: