Am 1. Oktober 1896 lautet eine Eintragung im Wagenbuch der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) in Cannstatt: „Motor-Lastwagen Bestell-Nr. 81, Fahrzeug Nr. 42, 4-PS-Zweizylinder-Motor, Gewicht des kompletten Wagens 1200 kg zur Beförderung von 1500 kg, Factura British Motor Syndicate Ltd. London.“ Was sich heute lapidar anhört, ist Weltgeschichte: Gottlieb Daimler hat zehn Jahre nach dem ersten Auto den ersten Lastwagen der Welt gebaut.

1896 arbeiten Benz und Daimler wieder an ähnlichen Ideen. Denn im Jahr des ersten Lastwagens von Daimler präsentiert Benz mit seinem „Combinations-Lieferungswagen“ den ersten leichten Lastwagen, der heute Transporter genannt wird. Die Nutzlast des vierrädrigen Fahrzeugs beläuft sich einschließlich Fahrer auf 300 Kilogramm. Ende 1897 kontert Daimler, stellt unter dem Begriff „Geschäftswagen“ ebenfalls leichte Lkw vor, die man heute in die Kategorie Transporter einstufen würde. Und im Jahr 1900 kommt dann Benz mit einem im damaligen Sinne schweren Lkw, dann aber gleich mit einer ganzen Familie: Das schwerste Modell trägt 5 Tonnen Nutzlast.

Heute umfasst die Produktpalette von Daimler Trucks leichte, mittelschwere und schwere Lkw für den Fern-, Verteiler- und Baustellenverkehr sowie Spezialfahrzeuge für den Einsatz im kommunalen Bereich. Sie laufen unter den Markennamen Mercedes-Benz, Freightliner, Western Star und Mitsubishi Fuso. Auch Daimler Diesel und die nordamerikanischen Schulbusse „Thomas Built Buses“ zählen zu Daimler Trucks, während die Busse von Mercedes-Benz, Setra und Orion ein eigenes Segment bilden und im Finanzbericht unter „Vans, Buses, Other“ geführt werden. Mit einem Umsatz im Jahr 2008 von knapp 28,6 Milliarden Euro und rund 80.000 Mitarbeitern ist diese Konzernsparte ein Großunternehmen im Großunternehmen. Im Jahr 2008 verkauft Daimler Trucks 472.074 Fahrzeuge und verteidigt seine Position als weltgrößter Hersteller im Segment der schweren und mittelschweren Lkw.

Zum Anstieg des Gesamtabsatzes von Daimler Trucks tragen 2008 hauptsächlich die Verkäufe in Brasilien, Indonesien sowie im Nahen und Mittleren Osten bei. Dem stehen 2008 infolge der äußerst schwierigen Marktsituation – Stichwort Finanzkrise – Absatzrückgänge in den USA, Kanada und Japan gegenüber. 2009 verläuft entsprechend der konjunkturellen weltwirtschaftlichen Lage für Daimler Trucks sehr schwierig: Umsatz und Gewinn brechen ein.

Doch das Jahr 2010 fängt vielversprechend an: Daimler Trucks setzt im ersten Quartal 70.600 Fahrzeuge ab, gut 5000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders in Lateinamerika und Südostasien können die niedrigeren Absätze in Deutschland, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Japan mehr als ausgeglichen werden. Auch der Gewinn ohne Zinsergebnis und vor Steuern (EBIT) ist zu Beginn des Jahres 2010 wieder positiv.

Quelle: Daimler AG


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