Der uneingeschränkte Zugriff auf Informationen ist für viele Menschen zum unverzichtbaren Bestandteil ihres täglichen Lebens geworden. Ohne Mobilfunk, E-Mail, Internet & Co. geht schon längst nichts mehr. „Always on” lautet das Motto.

Da immer mehr Menschen, immer mehr Zeit im Auto verbringen, wollen sie natürlich auch dort ebenfalls möglichst umfassend „vernetzt“ bleiben. Mercedes-Benz wird diesem wachsenden Bedürfnis seit diesem Jahr gerecht und bietet das Multimedia-System COMAND Online an, dessen wesentliche Funktionalität auf dem im Jahr 2008 vorgestellten Konnektivitäts-Konzept “myCOMAND” basiert. Zur Einführung vom COMAND Online gibt es zwei Meinungen: Viele finden COMAND Online großartig. Andere hingegen sind der Ansicht, dass Internet im Auto komplett überflüssig sei und keinen Mehrwert bringen würde.

Wer die Entwicklung des automobilen Infotainments während der letzten Jahrzehnte mitverfolgt hat, dem werden solche Aussagen bekannt vorkommen. So ähnlich kommentierten Skeptiker auch das erste Autoradio in einem Mercedes. Das ist rund 60 Jahre her. Kurz danach wollte jeder ein Radio im Auto haben. Heute rollt praktisch kein Neufahrzeug mehr ohne Infotainmentsystem vom Band. Ähnliche Bedenken gab es auch bei der Einführung der Fahrzeug-Navigation. Ablenkung und Erziehung zur Unselbstständigkeit witterten die Kritiker. Sie übersahen dabei häufig, wie viel Entlastung und Entspannung die Gewissheit bringt, schnell, sicher und zuverlässig an sein Ziel zu kommen. Heute sind Navigationssysteme im Auto ebenfalls selbstverständlich.

Umso wichtiger ist es deshalb für einen Automobilhersteller wie Mercedes-Benz, immer auf der Höhe der Zeit zu sein und im Bereich der Telematik genau das technisch um zusetzen, was einen klaren Nutzen bringt. Das bedeutete für die Entwicklung von COMAND Online: Hier ging es uns nicht um die erstbeste sondern um die bestmögliche Lösung, die jeder unabhängig vom Equipment, das er für seine mobile Kommunikation außerhalb des Fahrzeugs nutzt, einsetzen kann.

Aktuell kann man mit COMAND Online in der C- und E-Klasse, sowie im SLK und im CLS „always on“ sein. Ab dem 19. November werden die neue B- und M-Klasse folgen. Ab diesem Zeitpunkt stehen in COMAND Online außerdem auch neue Apps bereit: dieses sind für das Online-Netzwerk Facebook und für Google Street View sowie Panoramio by Google. Sie ergänzen die vorhanden Apps „Google Lokale Suche“ und „Wetter“ sowie die Möglichkeit, eine zuvor am PC per Google Maps konfigurierte Route oder Points of Interest ans Fahrzeug zu senden und diese ins Navigationssystem zu laden.

Um neue Funktionen ergänzt wurde aber auch die schnelle Festplatten-Navigation von COMAND Online -so zum Beispiel die 3D-Optik mit plastischen Stadt-Modellen. Ebenfalls neu sind: Gefahrene Routen können aufgezeichnet und später abgefahren werden, persönliche Sonderziele gespeichert oder über eine SD-Karte importiert – sowie jeweils vier alternative Routen auf der Navigationskarte angezeigt werden, darunter eine besonders spritsparende Variante.

Mittelfristig sind über ein Dutzend weitere Apps für das COMAND Online geplant, die derzeit in Zusammenarbeit mit Partnern entwickelt werden: Dazu zählen unter anderem Apps für den Kurznachrichtendienst Twitter, den amerikanische Talk-Radio-Betreiber Stitcher sowie die populären Musik-Anbieter wie Pandora in den USA oder Aupeo in Deutschland. Die neuen Apps können alle Kunden nutzen, die einen Mercedes-Benz mit COMAND Online fahren. Die automatische Aktualisierung von COMAND Online sowie das Update der Apps gewährleistet der Daimler Vehicle Backend-Server – ein Besuch beim Händler oder in der Werkstatt ist dafür nicht erforderlich. Die Nutzung des Internets und der Mercedes- Benz Apps erfolgt komfortabel über die gewohnten Bedienelemente, wie den COMAND Dreh-Drücksteller und das großformatige Display.

COMAND Online verwendet das Mobiltelefon des Fahrers als Zugangsmedium zum Internet. Daraus resultiert zugleich auch ein Vorteil. COMAND Online ist bei der Verwendung der Mercedes-Benz Apps und beim Internet-Surfen immer so schnell wie das jeweils genutzte Smartphone. Bei Internet-Usern ist das in der der Regel das neueste und leistungsfähigste. Die Verbindung zwischen Mobiltelefon und COMAND Online wird ganz einfach per Bluetooth hergestellt. So trivial, wie es auf den ersten Blick erscheint, ist die Verbindung allerdings dann doch nicht. Das liegt zum einen daran, dass Smartphones und hier vor allem die Bluetooth-Kommunikation anderen Produkt-Standards unterliegen, als sie in der Automobilen Welt verwendet werden. Heute sind knapp 30 verschiedene Profile etabliert, die Kommunikationsstandards für unterschiedlichste Zwecke bereitstellen. Für eine funktionierende Verbindung müssen Mobiltelefon und COMAND Online aber zwingend die gleiche Sprache sprechen. Zuletzt müssen aus Sicherheitsgründen die Endgeräte außerdem noch zusätzlich über das sogenannte Pairing gekoppelt werden.

Ein weiterer Punkt ist die Entwicklung der Smartphones. Sie verläuft viel schneller als im Automobilmarkt. Bei Autos dauert es rund sieben Jahre, bis ein neues Modell von seinem Nachfolger abgelöst wird. Ein Smartphone dagegen, das vor einem Jahr noch als der letzte Schrei galt, gehört heute schon wieder zum alten Eisen. Diese Schnelllebigkeit stellt eine echte Herausforderung für jeden Autohersteller. Allein in Deutschland werden derzeit rund 1.900 verschiedene Handymodelle angeboten. Sie alle weisen individuelle Bauformen auf. Sie nutzen eine Vielzahl von unterschiedlichen Betriebssystemen. Jedes davon hat ein ganz eigenes Bedienkonzept und Nutzerdaten von Adressen über Mails bis hin zu Musik werden in unterschiedlichsten Formaten abgespeichert.

Bis jetzt erfordert die Herstellung einer Verbindung zwischen zwei Bluetooth-Geräten wie dem Mobiltelefon und dem COMAND Online, mindestens drei, je nach Handymodell aber auch deutlich mehr Aktionen. Da ist zuerst die Suche nach den zu verbindenden Geräten, dann die Analyse ihrer Profile, gefolgt von der Eingabe eines Passcodes und dessen Bestätigung. Abhilfe wird hier in der Zukunft die „Near Field Communication“ oder auch kurz “NFC” genannt schaffen. NFC ist ein internationaler und innovativer Funkübertragungsstandard für kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Strecken. Das System hat eine Datenübertragungsrate von 424 kBit/s bei einer Reichweite von bis zu fünf Zentimetern.

Die Übertragungsdistanz reicht bewusst zirka fünf Zentimeter weit, was das System in höchstem Maße abhörsicher macht. Außerdem kann so die Verbindung zwischen zwei NFC-Geräten als eindeutige Zustimmung zu einer Transaktion gewertet werden. Das wiederum erspart die Eingabe von Passcodes und macht die Kommunikation sehr schnell, sicher und zuverlässig. Außerdem wird sehr wenig Energie für die Übertragung benötigt. In der Praxis funktioniert das Ganze so: Das NFC-fähige Handy wird kurz gegen eine entsprechende Kontaktfläche im Fahrzeug gehalten, die Pairing-Informationen werden dann automatisch ausgetauscht – und schon steht die Verbindung. Die Technik kann für verschiedene Bluetooth-Profile verwendet werden. NFC wird erstmals 2013 bei Mercedes-Benz verfügbar sein.

Ein weiterer Schritt wird die nahtlose Einbindung und sichere Nutzung von Smartphones anderer Hersteller wie beispielsweise Nokia, HTC oder Samsung mithilfe des offenen Standards „MirrorLink“ sein. Diese neue Verbindungsart, die ebenfalls 2013 eingeführt wird, ermöglicht den Transfer der Smartphone-Bildschirminhalte ins COMAND-Display sowie deren Bedienung über den Dreh/Drücksteller. Sobald das Handy mit dem Fahrzeug verbunden ist, werden die Inhalte des Smartphone-Displays auf das Fahrzeugdisplay gebracht.

Auch für eine nahtlose Integration des iPhones bietet Mercedes-Benz ab Mitte 2012 eine neue Infotainmentoption an: Das iPhone Interface Plus. Sobald das iPhone mit dem Fahrzeug über einen Steckplatz verbunden ist, liefert es über eine spezielle von Mercedes-Benz entwickelte App vielfältige Inhalte an das Fahrzeugdisplay und macht diese Funktionen komfortabel über den Dreh/Drücksteller kontrollierbar. Diese Lösung nutzt die Rechenleistung des iPhones und das große Display des Fahrzeugs, um eine grafisch revolutionäre Benutzeroberfläche mit fließenden Übergängen und Animationen zu kreieren.

Das alles ist aber noch längst nicht das Ende der Entwicklung. Mercedes-Benz hat sich das Ziel gesetzt künftig noch mehr Komfort, Sicherheit und Vielfalt bei Internet-Anwendungen im Auto zu bieten. Langfristig soll das Auto zu einer mobilen Kommunikationszentrale ausgebaut werden, die dem Fahrer und seinen Passagieren Zugriff auf alle ihre Daten und Online-Diensten eröffnet. Wie so etwas in der Zukunft aussehen könnte, zeigt der Erfinder des Automobils in seinem neuen Forschungsfahrzeug F 125!, mit dem Cloud-basierten System ,,@yourCOMAND”. @yourCOMAND basiert auf vier Bausteinen:

– Ganzheitliches Erlebnis
– Natürliche Interaktion
– Sensorische Perfektion
– Fern-Bedienkomfort.

Das Ganzheitliche Erlebnis vernetzt die Multimedia-Systeme des Fahrzeugs nahtlos und inhaltlich übergreifend miteinander. Die Applikationen sind sozial interaktiv und lenken nicht ab. Dank der ständigen Verbindung mit der Daten-Cloud kann der Fahrer auch sämtliche von ihm genutzte Medien „nahtlos“ und ohne mühsame Synchronisation in seinem Fahrzeug verwenden.

Die Natürliche Interaktion ermöglicht es, die Telematik- und Infotainmentsysteme des Fahrzeugs weitgehend durch Sprache sowie durch ergänzende intuitive Gesten und Touch-Elemente zu bedienen Dieser herausragende Bedienkomfort wird zur weiteren Steigerung der Konditionssicherheit beitragen. Die Möglichkeiten gehen weit über die aktueller Systeme hinaus. Der Fahrer kann beispielsweise aktuelle, auf seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Nachrichten anfordern und gezielt kontextbezogen nachfragen, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen. Dieses wird dann auch bei der Navigation funktionieren: Man erteilt dem System zum Beispiel den Auftrag “Bring mich zum höchsten Kirchturm Deutschlands” und die Navigation führt einen zielsicher zum Ulmer Münster. Der ist nämlich vier Meter höher als der Kölner Dom!

Die Sensorische Perfektion steht für High-End-Klang und hochauflösende Bildschirme mit brillanten und individuellen Anzeigen. Hier wird es in der Zukunft, dann zum Beispiel durch ein autostereoskopische 3D-Display zur räumlichen Darstellung des Kombiinstruments möglich sein, relevante Informationen je nach Bedarf geclustert abbilden. Zudem adaptiert es natürliche Sehgewohnheiten, schafft mehr Überblick und entlastet so den Fahrer deutlich. Sensorische Perfektion steht aber nicht nur für visuelle Qualität, sondern auch für High-end Sound. Die erste Serienanwendung dieser Art kommt im Frühjahr 2012 im neuen SL zum Einsatz. Mit dem so genannten Front-Bass-System soll eine völlig neue Klang-Dimension erschlossen werden.

Vierter und letzter Baustein ist der Fern-Bedienkomfort. Damit lassen sich das Fahrzeug und sein Multimedia-System vollständig aus der Ferne per PC oder Smartphone vor zu konfigurieren – von der Programmierung des Navigations- und Entertainment-Systems bis hin zur Sitzplatz-spezifischen Voreinstellung der gewünschten Innenraumtemperatur. Darüber hinaus haben autorisierte Personen über eine fahrzeugbezogene Homepage jederzeit Zugriff auf Informationen wie den Tankfüllstand, den nächsten Wartungstermin oder den Verbrauch.

Bilder: MB Passion / Daimler AG