Das kleinste C-Klasse Coupé als AMG-Version aus Affalterbach: 487 PS und 600 Nm – 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h – mit Performance-Package also 30 Extra-PS dank Schmiedekolben, Pleuel und Leichtbaukurbelwelle wie beim SLS AMG Motor, im ersten Fahrtest rund um das spanischen Sevilla.

Noch mit den “alten” Motor, den 6,2 Liter V8 Saugermotor ausgestattet, steht der C 63 AMG Coupé für einen ausgiebigen Fahrtest durch Sevilla und die umliegende Dörfer, aber auch für einen Fahrtest auf den Circuito Monteblanco Rennkurs bereit. Um den Fahrspaß zu steigern, wählten wir bewusst für unseren Fahrtest ein Modell mit “AMG Performance Package” aus, dieses bedeutet zwar auf den Listenpreis nochmals gute 7000 Euro Aufschlag, dafür jedoch biete es aber auch unter anderem eine Extraleistung von satten 30 PS zusätzlich.

Die Beschleunigung liegt so bei 4,4 statt 4,5 Sekunden – für die spanischen Straßen jedoch dann eher unmerklich. Optisch ist das Power-Paket durch rote Bremssättel und einer Carbon-Abrisskante auf dem Kofferraumdeckel und dem AMG-Performance Lenkrad erkennbar.

Wir hatten bereits am Vortag beim Test des normalen C-Klasse Coupé ein Auge auf die Edition-One Einführungsedition geworfen, faszinierte uns bereits dort schon die mattschwarze Lackierung. Beim AMG-Fahrtag war die Farbwahl also ganz klar: Die matte Farbe sollte es sein. Sauber perfekt anzusehen, zum pflegen jedoch umso schwerer zu händeln. Optisch dazu passend schwarze Felgen – eine Farbkombination, die wir mit den getönten Scheiben, privat wohl nicht wählen täten. Optisch jedoch ein Hingucker und auf den Straßen in der Kombination wohl eher selten zu finden, insbesondere wenn man allein schon den Grundpreis von 72.590 Euro bei der AMG-Version bedenkt und außerdem noch plus 8.925 Euro für die Edition 1 extra anlegen muss.

Auch ohne AMG-Performance-Package-Version ist das Fahrzeug bereits ein Leckerbissen: 7G-Tronic Plus Automatikgetriebe, 4 Fahrprogramme sowie Launch-Control, was Mercedes-Benz bekanntermaßen als “Race Start”-Funktion betitelt.

Das ESP im C63 AMG ist zweistufig: Für den Alltag ESP on, aufregender ist natürlich zweifels ohne die Option “ESP Sport” – eiskalte Fahrkönner können das ESP aber auch komplett deaktivieren. Optisch unterscheidet sich das Coupé in der AMG-Version durch eine gewölbte Motorhaube – die üblichen 2 “Powerdomes” – sowie die einzelne Kühlergrill-Spange sowie anderen Tagfahrleuchten und die typische AMG-Frontschürze. Das Heck zeigt sich miteiner markanten Heckschürze mit Diffusor-Einsatz – sowie vier ovale Endrohre.

Der Blick in den Innenraum: Das Lenkrad ist sportlich oben und unten abgeflacht, dahinterliegend sind die Schaltpaddels zu finden. Das Lenkrad kommt aus dem aktuellen CLS (liegt perfekt in der Hand) und ist aus Nappa-Leder. Der Griffbereich ist aus Alcantara gestaltet. Applikationen in Klavierlack-Optik sorgen für einen eleganten Touch, AMG-Fußmatten und die beleuchteten Einstiegsleisten auf beiden Seiten sorgen für weitere optische Aspekte. Die Rücksitze sind einzeln umklappbar (siehe Bildergalerie).

Das C-Klasse Coupé in der AMG-Variante soll die Konkurrenz entzaubern: Allein der Motorsound ist dabei unbeschreiblich – ein großvolumiger Achtzylinder ist in dieser Disziplin einfach nicht zu ersetzen. Unter Vollgas röhrt das Fahrzeug, im Stand vibriert das Fahrzeug gar vor lauter Kraft beim Gasgeben – wenn man denn will. In der Beschleunigung schiebt das Auto kräftig nach vorne, so das man sich daran gar nicht schnell gewöhnen kann. Dank neuer Nasskupplung schaltet das AMG Speedshift MCT Automatikgetriebe perfekt, im Sport-Plus-Modus sind die Schaltzeiten bei 100 Millisekunden, wo man fast ungern auf manuelles Schalten umschaltet. Bei der Fahrt durch die Innenstadt von Sevilla bemühten wir uns, möglichst unauffällig von Ampel zu Ampel zu huschen, das gelang aber meist gar nicht richtig. Der 8-Zylinder brüllt, jede Anfahrszene bedarf starkem Fingerspitzengefühl, um das Fahrzeug auch ruhig zu halten. Auf der Landstraße war das “überlegene Gefühl” jedoch durchaus angenehm.

Unsere Fahrstrecke sollte uns eigentlich von der Innenstadt von Sevilla laut Roadbook über die Landstraße bis El Garrobo führen, – irgendwie kamen wir da jedoch erstmal auf die Autobahn und später erst über die Landstraße durch die malerischen Dörfer Richtung Nerva und El Campillo bis Valverde. Geschwindigkeitsmäßig liegen die Vorschriften in Spanien bei 90 km/h über die Landstraße, 50 in Ortschaften und 110 km/h bei Autobahnen. Die Vorfreude auf den Circuito Monteblanco bei Bollullos, unweit von Sevilla, war dabei entsprechend… Doch bis dahin hieß es erst knappe 250 km Wegstrecke zu absolvieren. Mit dem Sound des 8-Zylinders, einer knapp 9 cm längeren Motorhaube im Gegensatz zum normalen Coupé, aber trotzdem ein Genuß schlechthin.

Wir bemühten uns, das Gaspedal zu streicheln – dabei fiel die Radioanlage von Harman/Cardon durchaus in Vergessenheit, kam die Musik selbst eigentlich eher vom Heck des Fahrzeuges. Auch die örtliche Polizei, Guardia Civil, fand daran wohl gefallen und machte mit uns eine Routinekontrolle… – nicht um das ganze Fahrzeug zu begutachten und den Preis zu erfragen.

Technisch genießt der V8-Motor größte Verehrung – 2009 und 2010 wurde der Motor selbst der Titel “Engine of the Year” in der Kategorie “Best Performance” unter 65 Fachjournalisten aus 32 Ländern verliehen. Im Gegensatz zu anderen AMG-Modellen, die bereits auf den hubraumärmeren 5.5 Liter-AMG-Motor umgestellt worden sind, macht sich hier die Verbrauchsreduzierung wenig deutlich bemerkbar. 0.3 Liter auf 100 km gibt AMG selbst die Spritersparniss für den Einsatz des neuen Getriebes an – der Motor selbst verbraucht jedoch mindestens noch 12 Liter im Mix nach Herstellerangaben – wir fuhren das Fahrzeug im Testbetrieb mit 15,6 Liter/100km.

Das C-Klasse Coupé in der AMG-Version liegt bei der Fahrt perfekt auf der Straße, Fahrspaß ist in der Kombination dem bulligen AMG V8 Motor garantiert: Die Beschleunigung ist atemberaubend. Die matte designo-Farbe kommt optisch perfekt rüber – doch durchaus aufwendig zu pflegen. Schon bei der Übergabe wurde uns das Fahrzeug mit den Hinweis mit “die Farbe ist ein Traum, aber die Pflege ist sehr aufwendig” übergeben.. Wer sich die notwendige Pflicht der Handwäsche antun möchte, dem sei die matte Lackierung wärmstens empfohlen. Das Fahrzeug selbst gibt wenig Punkte zur Kritik – lediglich die chromeingefassten LED-Tagfahrleuchten hätten wir uns anders gewünscht.

AMG-Fahren ist Spaß pur – kurvenreiche Strecken, wenig Verkehr – schöne Landschaft, dazu der Sound des V8: Was will man mehr? Da bleibt nur die Rennstrecke….und auch da waren wir mit den AMG-Coupé! Dazu später mehr….

Die Ausstattung unseres Testfahrzeuges im Detail:

C63 AMG Coupé – Grundpreis: 72.590 Euro

  • Sondermodell “Edition 1” 8.925,00 Euro
  • Rückfahrkamera 476 Euro
  • Parktronic inkl. Parkführung 833 Euro
  • Sidebags im Fond 404,60
  • Pre-Safe-System 392,70 Euro
  • ILS Bi-Xenon mit Kurvenlicht (aktiv) 1.309 Euro
  • Scheibenwaschanlage und Scheibenwaschdüsen beheizt 202,30 Euro
  • Fahrassistenz-Paket PLUS 2.320,50 Euro
  • AMG Performance Package 7.116,20 Euro
  • Spiegel-Paket 511,70 Euro
  • Komfort-Telefonie 416,50 Euro
  • COMAND Online mit 6.fach DVD-Wechsler 3.427,20 Euro
  • Media Interface 261,80 Euro
  • Harman Kardon Logic7 Surround-Soundsystem 892,50 Euro
  • Panorama-Schiebedach 1.666 Euro
  • Seiten/Heckscheiben dunkel getönt 440,30 Euro
  • Sitzheizung Vordersitze 380,80 Euro
  • Memory-Paket 1.487,50 Euro
  • Innenraumlicht-Paket 178,50 Euro
  • AMG Einstiegsleisten beleuchtet 725,90 Euro
  • AMG Fußmatten Velours 95,20 Euro
  • AMG Carbon-Paket Exterieur 1.428 Euro

Gesamtpreis mit Zubehör: 106.481,20 Euro.

Bilder: MB Passion Blog


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