,,Warum müssen wir das Automobil ein zweites Mal erfinden?“ Diese Frage beantwortete der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dr. Dieter Zetsche, am gestrigen Dienstag mehreren hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter von 8 bis 12 Jahren der Kinderuniversität Tübingen. Anlass der Gastvorlesung war das Jubiläumsjahr des Automobils, dessen Erfindung sich 2011 zum 125. Mal jährt.

Die Anfänge des Automobils veranschaulichte Zetsche unter anderem an Hand der ersten Überlandfahrt von Bertha Benz. Die Ehefrau des Automobilpioniers Carl Benz war 1888 auf eigene Faust mit ihren Söhnen von Mannheim nach Pforzheim gefahren.

„Carl Benz war ganz schön stolz auf seine Frau – denn ihre Fahrt hat das Auto auf einen Schlag bekannt gemacht. Sehr viele Menschen fanden es plötzlich toll! Und das ist bis heute so geblieben“, so Zetsche.

Grundsätzlich beurteilte Zetsche die Zukunftsaussichten des Automobils sehr positiv: „Wenn das Auto ein Problem hat, dann ist es sein Erfolg.“ Allerdings erfordere die große Nachfrage nach Automobilen zugleich die Entwicklung neuer und vor allem sauberer Antriebstechnologien. Diese wurden von Zetsche dann anschaulich erklärt – beim Thema „Verbrennungsmotor“ wurde sogar Benzin im Hörsaal angezündet. Ein Feuerwehrmann in voller Montur sorgte für die nötige Sicherheit. Zur Erklärung der Funktionsweise von batteriebetriebenen Elektroautos wurden ferngesteuerte Modelle des Mercedes-Benz SLS AMG sowie des smart electric drive herangezogen, die durch den Hörsaal fuhren: „Wie bei den ferngesteuerten Autos ist von unseren großen Elektro-Autos nichts zu hören – oder zu riechen. Sie fahren lokal emissionsfrei.“

Bei einem anderen Versuch kam ein Modell eines brennstoffzellen-betriebenen Fahrzeugs zum Einsatz. „Eine Tankfüllung reicht für bis zu 400 Kilometer – und das Nachfüllen dauert nur wenige Minuten“, erläuterte Zetsche den Teilnehmern der Kinderuni. Derzeit befinden sich Daimler-Mitarbeiter mit drei Brennstoffzellenautos auf Weltreise: „Im Prinzip machen diese Leute so was Ähnliches wie damals Bertha Benz: Sie zeigen den Menschen, dass das Brennstoffzellenauto funktioniert.“ Genau wie damals sei der Flaschenhals auch heute die Infrastruktur – also die fehlende Verfügbarkeit von Wasserstoff-Tankstellen. „Aber bis Ihr einen Führerschein habt, wird sich das sicher ändern“, sagte Zetsche zu den jungen Zuhörern. „Ihr könnt euch dann vermutlich entscheiden: Entweder Ihr kauft ein Auto mit sauberem Verbrennungsmotor oder ein Elektro-Auto mit Batterieantrieb oder ein Auto mit Brennstoffzellen-Antrieb.“

Am Ende der Veranstaltung konnten die Teilnehmer selber kreativ werden: „Wir erfinden jetzt zusammen Euer Traumauto.“ lud Zetsche die Kinder ein. Die gesammelten Ideen der Kinder wurden an einer Pinnwand gesammelt und werden auch auf der Homepage von Genius veröffentlicht (www.genius-community.com).

Unter dem Dach von „Genius – Die junge WissensCommunity von Daimler“ sind alle Bildungsinitiativen des Konzerns für Kinder und Jungendliche gebündelt. Ziel der Initiative ist es, Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Im Rahmen von vielfältigen Aktionen wie Workshops, Unterrichtsbesuchen und Kindervorlesungen erhalten sie Einblicke in Zukunftstechnologien und Berufsbilder in der Automobilindustrie.

Quelle: Daimler AG