Für einen Fahrtest einer Limousine könnte das Wetter eigentlich Nebensache sein, – trotzdem haben wir das Facelift der C-Klasse von Mercedes-Benz bei 25 Grad (Außentemperatur) auf Teneriffa mal genauer angeschaut, – auch wenn das Wetter später nicht mehr so richtig mitgespielt hat, wie wir wollten.. Regen zog auf.

Die C-Klasse – mit einen Facelift versucht Mercedes-Benz die vor knapp 4 Jahren vorgestellte C aufzufrischen und – erneut – seinen Führungsanspruch in der Klasse geltend zu machen. Die wichtigsten Änderungen im Facelift waren dabei auch gleichzeitig die größten Kritikpunkte bislang: das einfach wirkende Plastik im Interieur.

Trotz allen wurde das Fahrzeug über 1,2 Millionen mal verkauft und hielt die Konkurrenz gut hinter sich. Nun hat der Marktführer im Segment die Messlatte weiter erhöht und die C-Klasse nicht nur optisch aufgewertet.

Insgesamt wurden im Facelift-Modell über 2000 Neuteile verbaut. Daimler-Vorstand Dr. Dieter Zetsche dazu: “Andere würden hier von einem neuen Auto sprechen” – klar, das er hier den jüngst nur aufgefrischten VW Passat meinte. Sehen tut man die zahlreichen Neuteile natürlich nicht komplett – verbessert hat sich das Fahrzeug jedoch auch so.

Exterieur:
Betrachtet man das Facelift von außen, fallen die wesentlichsten Änderungen ins Auge: geänderte Scheinwerfer an der Front, sowie eine neue Frontschütze, die das Fahrzeug erheblich edler wirken lassen. Am Heck fallen, neben der veränderten Stoßstange, vor allen die neue Leuchtengrafik auf. Formal wurde die Optik an die neue Formensprache des Konzerns herangeführt, was durchaus gelungen erscheint. Die Motorenhaube ist aus Gewichtsersparniss nun aus Aluminium, was auch den Spritersparniss zugute kommt.

Interieur:
Im Interieur haben die Designer ganze Arbeit geleistet, wurde doch neben edleren Materialen eine komplett neues Instrumententafel verbaut. Beim Elegance-Modell sind matte Holzoberflächen so finden, bei der Avantgarde-Variante Zierteile mit galvanisierter Oberfläche. Der bisher bekannte Klappmechanismus, der das Display des COMAND APS verbarg, ist mit der Modellpflege verschwunden. Die Anzeige des Radios mit Navigationssystem befindet sich jetzt an gleicher Stelle, wie es in anderen Modellreihen – wie der aktuellen E-Klasse – üblich ist, rechts fix neben dem Kombiinstrument (dessen Hutze nun fast bis zur Mittelkonsole reicht).

Das Kombiinstrument in Tubenoptik ist nun mit Rundinstrumenten ausgestattet, in dessen sich alle wichtigen Fahrerinformationen übersichtlich ersehen lassen. Die Anzeige der mittigen Tube ist als Farbdisplay umgesetzt worden.

Im Facelift erhält die C-Klasse nun auch einige Akzente des neuen CLS: Das Lenkrad mit den eckigen Tasten, sowie die Tasten der Mittelkonsole aus Alu. Sie wurden bereits im viertürigen Coupé verbaut und heben das Wertigkeitsgefühl der “kleinen” C-Klasse deutlich. Einer der Schwerpunkte des Facelift-Modells: Multimedia. So lässt sich mittels des Mediasystems Comand Online nun – jedoch nur im Stand -im Internet surfen. Spezielle Mercedes-Service-Seiten, wie Wetter oder Lokalsuche oder Navigations-Sonderziele sind über Google suchbar und dann auch während der Fahrt direkt anwählbar. Die Anbindung für das Internet geschieht über das internetfähige Mobiltelefon in der Mittelkonsole – ein entsprechender Datentarif wird hier vorrausgesetzt. Wünscht man sich eine “kleinere Navigationslösung”, kann das Becker Map Pilot geordert werden – für 892,50 Euro. Das große Comand Online ist für gute 3.070 Euro bestellbar, bietet aber dann dreidimensionale Grafiken sowie Sprachbedienung sowie die genannte Internetfunktionalität.

Die Materialen im Innenraum heben den bisherigen Qualitätseindruck der C-Klasse ganz klar nach oben. Die verwendeten Stoffe fühlen sich nun erheblich hochwertiger und wesentlich besser als zuvor an. Bei den Abmessungen und dem Platzangebot im Fahrzeuginneren bleibt alles wie beim Vorgänger, auch der Kofferraum bleibt in der Limousine bei 475, im T-Modell bei 485 bzw. bis zu 1500 Liter (umgeklappt).

Im Facelift-Modell halten nun auch die aktiven Fahr-Assistenzsysteme Einzug, die bislang nur aus der S-Klasse oder dem CLS bekannt waren. Die C-Klasse selbst wird durch die Assistenzsysteme gegenüber der Konkurrenz auch im Bereich der Sicherheit noch weiter nach vorne katapultiert. So finden sich nun der adaptiver Fernlicht-Assistent, sowie die aktiven Spurhalte- und Totwinkel-Assistenten genauso wieder, wie die Distronic Plus Pre-Safe Bremse mit BAS-Plus, sowie der Attention Assist oder der Geschwindigkeitslimit-Assistent. Aber auch die Parktronic mit Parkführung wird ebenso in der C-Klasse – Jahrgang 2011 – angeboten.

Man beachte jedoch: Distronic Plus und die aktiven Assistenten sind nur in der Kombination mit der Ausstattungslinie Avantgarde bestellbar.

Fahrwerk:
Das Fahrwerk der C-Klasse bleibt großenteils unverändert. Bereits im Vor-Modellpflegemodell bot das Fahrzeug eine herausragende Kombination aus Komfort und Fahrdynamik. Das Agility Control Fahrwerk mit variabler Dämpfung bietet angenehme Federung mit ausreichender Sportlichkeit.

Wir haben uns für eine Testfahrt eine C-Klasse vom Typ C 350 BlueEFFIENCY ausgewählt, der aus 3.5 Liter (V6) in Kombination mit der mit 7G-Tronic Plus Automatik satte 306 PS liefert. Genau diese Motorenvariante hatte im Vorgänger noch 272 PS und 350 Nm. Neben der Mehrleistung hat der Motor jetzt 370 Nm Drehmoment und verbraucht nach Herstellerangaben 3,1 Liter weniger – d.h. 31 Prozent weniger als davor – so nur 6.8 Liter auf 100 km. Vom Fahrverhalten ist beim getesteten 6-Zylinder-Motor die Frontlastigkeit höher, als bei den kleineren Motoren. Das Fahrgefühl des Fahrzeuges gefällt jedoch und bleibt durchaus handlich.

Wir fuhren das Fahrzeug auf einer Distanz von 125 km und verbrauchten hierbei 11.5 Liter auf 100 km/h bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 46 km/h (bei 2:44 Stunden). Aufgrund vielen Kurzstrecken und Halte ist dieser Wert jedoch wohl nicht vergleichbar, – schon gar nicht mit den Laborwert des Herstellers. Im normalen Alltagsgebrauch sollte sich der kraftvolle 6-Zylinder wohl durchaus mit 8-9 Liter bewegen.

Ohne Frage: Die Fahrleistungen mit dem 3,5 Liter V6 Benziner sind sehr durchzugsstark. Das Fahrwerk als Agility-Control ist überdurchschnittlich gut. Die Lenkung liegt gut in der Hand und ist überaus präzise. Die größten Änderungen im Facelift bleiben, neben neuen, markanten, Frontdesign und den neugestalteten Leuchtengrafik am Heck, das Interieur -auch hier hat Mercedes ganze Arbeit geleistet. Die Einführung der neuen – gerade auch der aktiven – Sicherheitsassistenten aus der Oberklasse tut der C-Klasse ebenfalls ausgesprochen gut und erhöhen den Komfort sowie die Sicherheit der Fahrzeuginsassen deutlich. Lernt man die aktiven Assistenten erstmal kennen und schätzen, wird man schnell merken, was man eigentlich lange vermisst hat. So ist es auch nur eine logische Konsequenz, das man sich in der überarbeiteten C-Klasse rundum wohl und sicher fühlt. Mit der Modellpflege hat Mercedes-Benz die Messlatte erneut erfolgreich vor- und höhergelegt – die Konkurrenz hinkt in vielen Punkten hinterher. Gut so.

Auch wenn das Wetter uns in den Bergen von Teneriffa einen Strich durch die Rechnung gemacht hat – durch plötzlich einsetzenden Regen konnten wir nicht alles fotografisch festhalten, was wir eigentlich anvisiert hatten: Das Facelift tut dem Fahrzeug gut, die Materialen sind nun endlich verbessert und entsprechen dem erwarteten Qualitätsanspruch. Das Volumenmodell C-Klasse bietet nun das, was wir uns schon von Anfang an für die Baureihe 204 gewünscht hatten.

Die Ausstattungen im Detail:

  • Grundpreis C350 BlueEFFICIENCY Limousine 46.529 Euro
  • Designlinie Avantgade
  • Lack Diamantweiß Bright metallic 1.773,10 Euro
  • Polster Leder schwarz, 1.951,60 Euro
  • Parktronic mit Parkführung 833,00 Euro
  • Sidebags im Fond 404,60 Euro
  • Pre-Safe System 392,70 Euro
  • ILS Intelligent Light System mit aktiven Kurvenlicht 1.660,05 Euro
  • Scheibenwaschanlage beheizt, 202,30 Euro
  • Fahrassistenz-Paket Plus 2.320,50 Euro
  • Sport-Paket AMG 2.266,95 Euro
  • Durchlademöglichkeit 309,40 Euro
  • Sitzheizung Vordersitze 380,80 Euro
  • Memory-Paket 1.487,50 Euro
  • Panorama-Schiebedach 2.082,50 Euro
  • 3-Zonen Klima Thermotronic, 702,10 Euro
  • Komfort-Telefonie 416,50 Euro
  • Comand Online mit 6-fach DVD Wechsler 3.427,20 Euro
  • Media-Interface 261,80 Euro
  • Harman Kardon Logic7 Surround-System 892,50 Euro
  • Lenkrad-Schaltpaddles

Sonderausstattung: 18.825,80 Euro, Gesamtpreis: 69.079,50 Euro

Technische Daten lt. Hersteller: Verbrauch kombiniert: 6,8-7,0 l/100km/h
3498cm3, 306 PS (225kW).

Bilder: MB Passion