Smarts gibt es viele, – ob gelbe, blaue oder rote – ob Cabrio oder Coupé – ob Diesel oder Benziner, – es gibt aber wohl nur ein Fahrzeug von Smart, welches am meisten auffällt: Der Crossblade, weil ohne Frontscheibe – Dach, und Türen. Wir haben das Fahrzeug bei knapp 28 Grad in Österreich getestet.

Gut – zugegeben: Ein Fahrzeug ohne Klimaanlage hat uns noch nie richtig fasziniert, – wenn man dann auch noch auf Scheiben, Dach und Türen verzichten muss, kann wohl irgendwas nicht stimmen – oder man fährt eben Smart Crossblade. Am Rande der diesjährigen Smarttimes 2010 Veranstaltung in Zell am See / Kaprun haben wir uns von der Daimler AG ein Testfahrzeug bereitstellen lassen, um eine Stunde die Alpenlandschaft rund um Kaprun unsicher zu machen, auf wohl einzigartige Weise.

Das uns die stürmische Leidenschaft packt, hatten wir nicht gedacht – den eines vorab: Der Smart Crossblade basiert zwar auf der ersten Generation des Smarts, macht aber trotzdem extrem viel Laune. Unser Neid geht an die, die ein solches Fahrzeug in der Garage haben. Definitiv! Dank des “freundlichen Images”, was wohl nur die Marke Smart genießt, kommt man bei anderen Verkehrsteilnehmern in der Regel immer gut an – aggressiv auftreten tun eindeutig andere Marken. Genau das lieben wir an der Marke, im Crossblade selbst erfuhren wir noch die Steigerung.

Doch vorab stellt sich uns die Einstiegsfrage: Was zieht man an ? – was brauchen wir? Wir fuhren mit normaler Bekleidung, haben dann – trotz Hinweises – auf eine zusätzliche Brille verzichtet – diese sollte jedoch (vor allen auf längeren Strecken) umbedingt mit einpackt werden, ebenso wie feste Bekleidung. Als Teststrecke wählten wir die Ortschaften rund um Kaprun, sowie die Zufahrtstraße von Zell am See zur Großglockner Hochalpenstraße aus – als Spitzengeschwindigkeitkeit fuhren wir hier also maximal 120 km/h. Für das trockene Wetter war unsere Bekleidung gerade noch ausreichend – bei noch schnelleren Geschwindigkeiten erhöht sich jedoch der gefühlte Druck auf die Augen, – eine feste Brille ist jedoch auch wegen eventuellen Insekten Pflichtprogramm.

Der Smart selbst fährt sich wie ein Smart der ersten Generation – was er technisch ja auch ist. Im Gegensatz zur Cabrio-Variante hat der Crossblade weder Seitenscheiben, noch Türen – lediglich kleine “Balken” sorgen für den Seitenhalt, was sonst die Türen übernehmen. Die Frontscheibe wurde komplett eingespart, lediglich ein kleiner Windabweiser sorgt hier an dessen Stelle dafür, das der Wind über die Insassen hinweg geleitet werden kann. Wir hatten mit den Wind bedenken, jedoch funktioniert es doch recht gut, die Fahrt ist definitiv nicht unangenehm (was Philipps Brille jedoch nicht so empfand,.).

Das Fahrzeug selbst hat zur Aufnahme und für den gezielten Abfluss von Wasser eine tiefgezogene Bodenwanne mit entsprechenden Ablaufschläuchen. Die Schalter und Bedienelemente, die sich beim smart Cabrio nach oben orientieren, sind im Crossblade an Positionen verlagert worden, die dem direkten Regen weniger ausgesetzt sind. Für einen eventuellen Regenschauer hat der Fahrer die Möglichkeit, das Fahrzeug im Parkbetrieb mit einer Persenning abzudecken. Die Persenning hat ein Gestänge, um die Form so zu gestalten, das der Wasserablauf problemlos möglich ist. Sollte das Fahrzeug im Regen gefahren werden, sind Sitze und Amaturen jedoch trotzdem Wasserfest. Verbrauchsmaterial wie Scheibenwischergummis sparen Crossblade-Fahrer ein, dafür sei die Investition in ordentliche Wischlappen wohl eher angebracht, um die Sitze nach einen Regenschauer wieder zu trocknen.

Beim Test des Fahrzeuges verwunderte uns erstmal eines: Wir hatten doch eigentlich viel mehr Fahrwind erwartet, – dem war aber nicht so. Im Innenraum war es sogar sehr angenehm, das Gefühl mit 80 oder 100 km/h ohne Windschutzscheibe von A nach B zu fahren, empfanden wir eigentlich nicht so, wie wir erwartet hatten. Der Windabweiser tut seinen Dienst wohl mehr, als man eigentlich denkt. Egal wie, wir hatten eines: die Augen des Gegenverkehrs auf uns gerichtet , – auch Motorradfahrer betrachteten uns verwundert.

Der Crossblade, welcher im Jahre 2002 mit einer limitierten Auflage von 2000 Einheiten produziert worden ist, bleibt ein Exot auf der Straße – aber was für einer: Faszinierend, außergewöhnlich mit einen Spaßfaktor für Fahrer und Beifahrer, den man eigentlich erlebt haben muss. Das Fahrgefühl wird zwar mit “Motorradmäßig” angegeben, was es defintiv jedoch nicht ist – vom Freiheitsgefühl her müsste es aber ähnlich sein. Alpenpanorama in Österreich im Crossblade erleben bleibt wohl nur einigen wenigen vorenthalten, – wir haben es nun erlebt und haben es nicht bereut – und braun sind wir dabei auch noch geworden.

Die technischen Daten des Fahrzeuges gleichen der normalen 1. Generation des Smarts ForTwo: Baumuster 450.418 mit 599 cm3 Motor, üblicher 3-Zylinder – jedoch mit Brabus SB2 Leistungskit auf 52kW/71 PS gesteigert. Das Fahrzeug selbst verfügt über eine Bereifung von 195/40 vorne und 215/35 hinten auf 16-Zoll Felgen. Die restlichen Daten: 122 Liter Kofferraum, Tankvolumen 33 Liter. das Leergewicht liegt bei 740 kg, die Zuladung bei 250 kg. VMax: 135 km/h, wie sonst auch elektronisch abgeregelt. Herstellerangaben beim Spritverbrauch werden mit 5,7 Liter auf 100 km im Max angegeben. Bedenkt man den damaligen Neupreis von 24.360 Euro, war dieser knapp doppelt so teuer wie bei einen serienmäßigen Smart, der weitaus mehr Blech um sich hatte.

Dank der limitierten Produktionsmenge von 2000 Fahrzeugen, entwickelt in nur 6 Monaten von der Bertrandt AG in Zusammenarbeit mit Produktionspartner Binz, sollte das Fahrzeug eigentlich schnell Sammlerwert erreichen. Lediglich 10 Fahrzeuge hat die Daimler AG selbst behalten und nützt momentan 3 Stück für gelegentliche Fahrveranstaltungen oder zur Promotion – wie hier in Zell am See bei smarttimes.

Der Smart Crossblade ist heutzutage meistens nur noch als Gebrauchtwagen, dann mit Tachoständen bis zu 12.000 km, erhältlich. Der Crossblade bleibt ein “Funfahrzeug” mit 2 Airbags (und ABS und ESP), – als Alltagsfahrzeug wurde er nie gebaut oder angedacht. Angebote von Fahrzeugen mit 4 oder 5 Vorbesitzer sind ab und an jedoch keine Seltenheit. Der Crossblade bringt ein Fahrerlebnis, was wohl so schnell kein anderes Fahrzeug erbringen kann – gewünschte Aufmerksamkeit inklusive. Wir vom Passion Blog könnten uns an das Fahrzeug, gerade als Redaktionsfahrzeug gewöhnen – mussten das Gefährt dann aber wieder abgeben. Also kurzum: Sollte irgendjemand einen Crossblade für eine Saison für uns übrig haben, – wir sagen nicht nein!

Bilder: MB Passion